So noch nicht gesehen: Theken-Teddys

San José, 10. Mai 2021

In der heutigen Zeit ist angemessener Abstand ein Gebot der Stunde… ach was, der Monate. Auf Bänken und an Theken sollen sich wildfremde Menschen nicht kuschelnd oder keuchend auf dem Schoß sitzen. Um für die Einhaltung einer sittlichen Distanz zu werben, gibt es verschiedene Ansätze. Am Flughafen in Ecuadors Hauptstadt Quito wurde jeder zweite Platz von einer Banderole blockiert.

Im berühmten und absolut sehenswerten Goldmuseum (Museo del Oro Precolombin) von Costa Ricas Hauptstadt San José macht man es dezenter mit gelben Aufklebern.

Unerwünschter Sitznachbar

Doch dann sind wir in San José auf dem Weg zurück ins Hotel am Restaurante Castañuelas Flamenco vorbei gekommen. Dort werden die Gäste auf ganz spezielle Art darauf hingewiesen, nicht zu dicht aufeinander zu sitzen… und das haben wir vorher so noch nicht gesehen.

Theken-Teddys…
… stilecht mit Mundschutz

Cocina costarricense: Gallo Pinto

Was ist euer bevorzugtes Frühstück? Müsli… Toast mit Marmelade… ein Kaffee ist sicher Pflicht… eher deftig mit Wurst und Käse… gerne mal Rühr- oder Spiegeleier… oder sogar „full english breakfast“? Ja, das haben wir alles schon mal gehabt und probiert. Doch dann wird uns in Costa Rica ein „desayuno tipico“ angeboten.

In allen Lodges und Hotel gibt es mindestens zwei der folgenden drei Frühstücksoptionen… und die letzte ist immer dabei.

  1. Pancakes. Sicher ein Zugeständnis an die oft nordamerikanischen Touristen. Wie auch immer, es ist die perfekte Wahl für unsere Jüngste… gerne mit einer Extraportion Sirup!
  2. Kontinental. Dabei ist klarzustellen, dass hiermit natürlich der nordamerikanische Kontinent gemeint ist. Es handelt es sich im Wesentlichen um Toast mit Ei und Marmelade.
  3. Tipico. Nun wird es interessant… Gallo Pinto! Auf dem Teller findet sich bei diesem wörtlich übersetzt „gefleckten Hahn“ eine ordentlich präsentierte Portion Reis mit Bohnen. Dazu gibt es Ei „según el gusto“ (also gerührt oder gespiegelt), zugegebenermaßen oft recht geschmacklose Tortillas, etwas Käse (der gerne mal zwischen den Zähnen quietscht) und frittierte Kochbanan.
Gallo Pinto = gefleckter Hahn

Unabhängig von der Wahl kommt natürlich immer auch frisches Obst auf den Tisch. Na damit kann man doch den Tag beginnen?!

Obst muss sein!

So schnell können sich Pläne schon wieder ändern

Costa Rica, 5. Mai 2021

Heute soll es zu den Schildkröten an der atlantischen Karibikküste Costa Rica gehen. Allerdings nicht auf den üblichen, touristisch ausgetretenen Pfaden. Wir haben einen Besuch im Pacuare Reserve eingeplant. Inklusive Begleitung der nächtlichen Schildkrötenzählung am Strand. Sicher ein Höhepunkt unserer kleinen Rundfahrt.

Es ist kurz nach 9 Uhr. Nur noch die letzten Sachen ins Auto räumen und los geht es. Doch dann kommt der Anruf. Zwei freiwillige Helfer im Reservat sind verschollen. Nachts haben sich die jungen Franzosen ohne Abmeldung unerlaubt aus dem Camp rausgeschlichen… und sind nicht zurück gekehrt. Die Polizei ist aktuell vor Ort und geht vom Schlimmsten aus.

Ganz ehrlich, wir sind frustriert! Erst Lockdown in der Zentralregion und jetzt zwei leichtsinnige *** im Dschungel. Könnte nicht einmal etwas laufen wie geplant? Aber vielleicht ist das ja auch nur viel zu deutsch gedacht…

Wir überlegen hin und her. Hierbleiben und dann wohl (noch mehr) verlängern oder weitere Wege in Kauf nehmen? Wir entscheiden uns für letzteres und fahren in die Guayabo Lodge in der Nähe des aktiven Volcano Turrialba. Das ist zwar erst für später vorgesehen, scheint nun aber das geringste Übel. Falls das Reservat zeitnah wieder freigegeben wird, bedeutet dass für uns neben Aufregung und Koordnationsaufwand insgesamt gut 3 Stunden mehr Autofahrt…

Am nächsten Tag kommt dann die Information, dass die Franzosen wieder aufgetaucht sind. Hatten sich im Dschungel verlaufen. Ganz toll. Wenn man Mist baut, sollte man doch zusehen, dass Unbeteiligte nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Na wenigstens haben die zwei jetzt eine tolle Geschichte zu erzählen. Von uns dazu nur ein nicht ganz ernst gemeintes „Merci beaucoup!“

Update vom 7. Mai 2021

Heute mittag sind wir im Parcuare Reserve angekommen. Die Begrüßung ist ausgesprochen freundlich. Unter anderem von einem Briten. Natürlich kommt das Gespräch auf den oben beschriebenen Vorfall. Ich erzähle wenig begeistert, was das für uns bedeutet hat und merke an, dass er es ja nicht war, der sich verlaufen habe.

Da wird er etwas leise und meinte überraschend: „Yes, it was me and a guy from Costa Rica“. Sie seien noch bei Tageslicht losgelaufen, haben den Pfad verloren und dann war es schnell dunkel. Nach 18 Stunden im Dschungel wurden sie gefunden.

Da ist es nun also natürlich an uns, allen Franzosen erst einmal „Pardon!“ zu sagen. Zu einem ironischen „Many thanks!“ kann ich mich trotzdem nur bedingt hinreißen lassen. Dazu ist er einfach zu nett und kümmert sich wirklich toll um uns. Natürlich entschuldigt er sich vielfach und recht schnell ist die Episode weitgehend vergessen.

Was nicht vergessen werden sollte ist jedoch, wie sich schon bei so einer – im Grunde – Kleinigkeit und ausgesprochen kurzen Informationswegen eine Geschichte komplett verändern kann. Das Spiel „Stille Post“ hat keine Chance, die Realität zu schlagen. Eine dezente Erinnerung daran, Informationen im Zweifel kritisch zu hinterfragen…

So noch nicht gesehen: Pissoir on the rocks

Stehpissoirs sind zwar praktisch, aber oft nicht gerade wassersparend… insbesondere, wenn ein Defekt für ständig laufendes Nass sorgt. Seit Jahren werden daher immer öfter wasserlose Installationen angebracht. Spart Wasser, aber man muss in deren Nähe normalerweise auch SEHR flach atmen.

In Costa Rica ist uns sozusagen ein Mittelweg begegnet. Es läuft im eigentlichen Sinne kein Wasser. Dafür ist die gesamte Rinne voller Eiswürfel. Der stetige Rinnsal an Schmelzwasser sorgt für geruchsarmen Abfluss. Ganz ehrlich, das haben wir vorher so noch nicht gesehen.

Herrentoilette im La Paz Waterfall Gardens Nature Park (Costa Rica)

So schnell können sich Pläne ändern

Costa Rica, 3. Mai 2021

Nein, ich meine jetzt nicht die „große-ganze“ Planung unserer kleinen Segelreise. Dazu kommt schon bald eine „offizielle Bekanntmachung“. Auch im Kleinen können sich Pläne ändern.

Wir sind ja gerade mit dem Mietwagen auf Rundreise in Costa Rica. Als wir heute morgen aufwachen, erwarten wir noch am Abend in der Hauptstadt San José wieder einzuschlafen. Doch dann beginnen die Hirnzellen zu kreisen. Unser Hotel beim Volcano Poás, nördlich von San José, muss nächste Woche sein angeschlossenes Restaurant zumachen. In der zentralen Region von Costa Rica wird das Leben wegen hoher Fallzahlen eine Woche lang runter gefahren. Betrifft das auch die Museen?

Ja. Geschlossen. Bis einschließlich 9. Mai. Nun ist San José nicht gerade für eine malerische Altstadt mit eindrucksvollen Spaziergängen bekannt. Die drei wichtigsten Museen sind fest eingeplant. Man nehme das alles zusammen und kommt schnell zum Schluß, dass die aktuelle Planung unserer kleinen Rundreise keinen Sinn mehr macht.

Was nun? Den für die Rückfahrt eingeplanten Volcano Turrialba vorziehen? Doch dessen Webseite verkündet ebenso überraschend, dass der Park aus Gründen der Sicherheit aktuell geschlossen sei. Es ist halt ein aktiver Vulkan.

Zum Glück sind wir nicht alleine. Wir machen die Fahrt in Begleitung von puravida.travel. Das ist unsere Rettung. Planänderung. Das Hotel in der Hauptstadt wird problemlos storniert. Stattdessen fahren wir ein gutes Stück länger bis an die gesundheitlich unbedenklich Karibikküste. In Cahuita wird in Absprache eine günstige Eco-Lodge für uns reserviert. Bei Ankunft sind wir begeistert. Großer, gemütlicher Bungalow mit Küche. Dazu noch ein Pool. Zur Begrüßung turnt eine Gruppe Klammeraffem durch die Bäume. Hier fühlen wir uns wohl.

So sind wir nun also in einem Ort, der nicht eingeplant war. So wie auch die Länder Ecuador und Costa Rica nicht in unserem ursprünglichen „großen Plan“ standen. Es lohnt sich trotzdem… es sind tolle Länder und Erfahrungen, die wir ohne die aktuellen Ereignisse nicht gesehen und gemacht hätten. Das gilt sicher auch für das, was noch vor uns liegt. Doch davon ein anderes Mal mehr.