Also theoretisch kann man sie ja sogar essen und sie sollen gar nicht mal so schlecht schmecken. Einfach auf den Grill gelegt und genossen. Damit würden wir hier in Bonaire allerdings eine Straftat begehen. Papageienfische sind streng geschützt. Nun gut, dann begnügen wir uns damit, sie einfach nur per Augenschein in bewundernde Aufmerksamkeit zu nehmen.
Papageienfische unterteilen sich in 10 Gattungen mit etwa 100 Arten und leben ausschließlich in tropischen Meeren, bevorzugt an Korallenriffen. Ein wesentliches Merkmal ist, dass ihre Kieferzähne zu einem Schnabel verwachsen sind, mit dem sie die niedrige Pflanzendecke an freien Kalkoberflächen abweiden. Ebenso augenfällig ist die bunte Farbenpracht. Zumindest bei den ausgewachsenen Fischen. Denn es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr sich die jungen von den erwachsenen Exemplaren unterscheiden. An dieser Stelle soll nun auch gar nicht mehr lange unnötig rumgelabert, äh … -geschrieben werden. Macht euch doch einfach selbst einen Eindruck!
Stoplight Parrotfish (Sparisoma viride)
Initial Phase
Queen Parrotfish (Scarus vetula)
Initial Phase
Princess Parrotfish (Scarus taeniopterus)
Striped Parrotfish (Scarus iseri)
Redtail Parrotfish (Sparisoma chrysopterum)
Yellowtail Parrotfish (Sparisoma rubripinne)
Initial Phase
Redband Parrotfish (Sparisoma aurofrenatum)
Initial Phase
Rainbow Parrotfish (Scarus guacamaia)
Blue Parrotfish (Scarus coeruleus)
Alle Benennungen hat Samuel nach bestem Wissen und Gewissen aus seinen zwei Bestimmungsbüchern von P. Human und N. Deloach, insb. „Reef Fish Identification: Caribbean – Bahamas – South Florida (2nd Edition)“ rausgesucht. Und natürlich hat Samuel auch alle Fotos gemacht.
So gesehen sind die Papageienfische eigentlich auch viel zu schade, um auf dem Grill zu landen. Viel schöner ist es, sie in ihrer natürlichen Umgebung zu bewundern. Da wo sie hingehören, die Papageienfische von Bonarie.
Einmal geht noch. Es gibt hier in Bonaire unter Wasser einfach zu viele schöne Dinge zu sehen. Selbst direkt im Mooringfeld. Und ich habe mir ein paar der besten Bilder und ein tolles Video für den Schluss aufgehoben. Wir fangen wieder direkt unter unserer Samai und am Moorginblock an:
Hier im tieferen Wasser sehe ich neben kleinen und normalen auch immer wieder größere Meeresbewohner, wie zum Beispiel einen Tarpun oder auch Meeresschildkröten.
Langsam wird es Zeit, wieder zum Boot zurückzuschwimmen. Auch dabei halte ich natürlich immer die Augen offen und die Kamera bereit.
Bandschwanzpuffer (ein Kugelfisch)
Rosy Razorfish
Rosy Razorfish
Westatlantischer Trompetenfisch (gelbe Variation)
Westatlantischer Trompetenfisch
Westatlantischer Trompetenfisch
So, das war jetzt aber wirklich alles von meiner Unterwasserwelt im Mooringfeld. Obwohl… ich habe da so eine Idee… vielleicht kommt ja doch noch eine Überraschung?!
Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, dass es hier in Bonaire eine echt tolle Unterwasserwelt gibt? Dafür müssen wir auch gar nicht unbedingt irgendwo hinfahren. Es reicht aus, einfach hier im Mooringfeld vor Kralendijk ins Wasser zu springen. Davon habe ich ja schon berichtet. Doch hier gibt es sooooo viel zu sehen, dass ich da mit einem Fotobericht nicht auskomme. Heute geht es also weiter…
Direkt beim Boot ist es etwas tiefer. Da sieht man größere Fische und manchmal ganze Schwärme.
Bermuda-Döbel
Bermuda-Döbel
Gelbflossen-Morajja
Gelbflossen-Morajja
Toll ist auch der große, mit Hirnkorallen bewachsene Mooringblock, an dem wir hängen.
Hirnkorallen…… mit einem Blaukopf-Junker
Näher am Ufer sehe ich schnell wieder die etwas gefährlicheren Fische. Eine Kettenmuräne hat ihr Versteck verlassen und auch ein junger Rotfeuerfisch schwimmt offen umher.
Die Kettenmuräne…… kommt aus ihrem Versteck!
Junger Pazifik-RotfeuerfischDer erwachsene Rotfeuerfisch versteckt sich zumindest etwas.
Igelfische können echt süß aussehen. Aber wenn sie sich dick aufblasen, halte ich besser Abstand.
Braunflecken-Igelfisch
Braunflecken-Igelfisch
Aufgeblasener Braunflecken-Igelfisch
Die Kofferfische sind dagegen harmlos.
Bienenwaben-Kofferfisch
Perlen-Kofferfisch
Perlen-Kofferfisch
Am Boden liegen Eidechsenfische, die ganz schön grimmig schauen und auch scharfe Zähne haben. Aber sie jagen nur Beute bis zu ihrer eigenen Größe.
Ich freue mich immer wieder über die Artenvielfalt. Nach und nach schwimmen mir alle in unserem Fischbestimmungsbuch genannten Falter- und Feilenfische über den Weg.
Alle sagen, dass man in Bonaire über einem Korallenriff liegt. Darum sind die Erwartungen, an die Fischwelt natürlich groß. Das Korallenriff besteht aber hauptsächlich aus ein paar Hirn- und vielen toten Korallen. Aber Fische gibt es hier dennoch reichlich. Einer hat es sich sogar in unserem Bugstrahlruder häuslich eingerichtet
Gestreifter Sergant
Auch immer wieder unter dem Boot sehen wir einen „böse-guck-Fisch“, bei denen die Jungtiere übrigens ganz anders aussehen. Aber das ist bei den Fischen hier öfter so.
Dabei war noch gar nicht die Rede von der einzigen „Oase“ unter Wasser. Bei der Oase handelt es sich um einen einzigen Ort im ganzen Mooringfeld, bei dem haufenweise Korallen wachsen. An dieser Oase sind noch viel viel mehr Fische zu finden.
„Oase“Französische Grunzer
Gelbstreifen-Grunzer (in der Mitte )Gelbschwanz-Demoiselle (links unten)Gelbschwanz-Demoiselle (Jungtier)Gefleckte Meerbarbe
Doch es gibt hier nicht nur harmlose Fische, sondern auch gefährliche Tiere wie zum Beispiel …
Gefleckter Adlerrochen
Gefleckte Muräne
Am Anfang habe ich auch die folgenden Fische für Muränen gehalten. Doch es sind nur Aale
Das war noch nicht alles. Ich habe mir noch ein paar super-schöne Bilder von der Unterwasserwelt im Mooringfeld aufgehoben. Davon das nächste Mal mehr.
Der Jeep wird langsamer. Wir sind an einer Klippe. Es sieht atemberaubend aus. Zwei Vögel, ein Braunmantel-Austernfischer und ihr Baby sitzen vor den Klippen. Der Grund des Anhaltens ist einfach und doch erschreckend. Ich soll den Wagen fahren. Ja ich weiß! In der Schrottkarre von Eddi zu fahren und in einem Mietwagen zu fahren sind zwei völlig verschiedene Dinge.
Ich steige nun hinters Steuer. Bislang bin ich immer nur Schaltwagen (Eddies rotem Flitzer) gefahren. Doch der Jeep ist ein Automatikwagen. Der Motor startet und ich bin wieder so aufgeregt wie bei meiner ersten Fahrstunde. Vor mir liegt keine Straße sondern Piste. Nur Erde.
Ich trete langsam aufs Gaspedal… und nehme den Fuß sofort wieder herunter. Der Wagen ruckt kurz nach vorn und bleibt dann wieder stehen. Nach einer kurzen Einweisung, dass mein linker Fuß nichts auf der Bremse zu suchen hat, schaffe ich es langsam anzufahren. Es ist aufregend, doch mindestens genauso schmerzhaft. Mein linker Fuß verkrampft sich immer wieder und ich zwinge ihn zu entspannen, was dann für ein bis drei Sekunden hält.
Nach einigen Auf- und Abstiegen habe ich den Dreh raus. Es fällt mir inzwischen leichter, mich nicht zu verkrampfen. Ich folge der Piste, fahre durch die ein oder andere Pfütze hindurch und über Waschbretter. Also nicht über echte. Es geht um die, die auf der Straße entstehen wenn Autos an den Stellen oft Bremsen.
Bei einem kleinen Aussichtspunkt machen wir Halt. Alle steigen aus, nur ich nicht. Aber nicht weil ich festgewachsen bin, sondern weil eine Kolonne Strandfahrzeuge, geführt von einem grimmigen Führer, der uns anhupt, den Weg entlangfährt, auf der sich meine Tür befindet. Wir hätten uns keinen besseren Punkt für die Pause aussuchen können.
Während der Pause beobachte ich einen Grashüpfer. Die Landschaft ist auch hier atemberaubend. Die Wellen klatschen an den Felsen empor und das Wasser ist weiß vor Schaum. An diesem Ort trinken wir auch unsere letzte Cola, die In der Kühltruhe dabei ist. Mailas war gut, doch meine… sie lag Kopfüber in der Kühltruhe und die ausgetrunkenen Bierdosen sind ausgelaufen. Würg!
Der letzte Part kommt. Wir sehen schon den Asphalt von der Straße, die zum Leuchtturm führt. Es gibt nur noch ein Hindernis. Ein riesiger Steinhaufen ist die Auffahrt. Ja, das mag sich wie Übertreibung anhören, doch das ist keine.
Geschafft!!!
Der Motor heult auf als ich Gas gebe. Wir bleiben wenige Meter vor dem Ziel stehen. Mein rechter Fuß ist auf der Bremse als Jörg, der neben mir sitzt, den Vierradantrieb einschaltet. Die Steigung fühlt sich in dem Auto fast an wie 160 Grad. Natürlich sind es viel weniger. Als ich zögerlich den Fuß von der Bremse nehme, bleiben wir wo wir sind und als ich dann Gas gebe, kommen wir den Steinhaufen mühelos hinauf.
Das bin ich alles mit dem Jeep gefahren!
Ab da übernimmt Papa, weil ich nicht in dem Straßenverkehr fahren möchte. Das wollen die anderen im Auto auch nicht. ;-) Doch ich habe mich auch in den Verkehr getraut. Und zwar mit dem Auto von Jörg. Es sitzt neben mir und sagt mir dann, wo ich lang fahren soll. Da kommt auch schon mal Gegenverkehr.
Am morgen des Tages, an dem wir den Jeep abgeben müssen, fahre ich auch noch einmal mit ihm. Wir geben den Wagen ab und Papa fährt uns halb zurück. Ja, nur halb denn den Rest fahre ich als Vergleich „roter Flitzer gegen Jeep“. Tag und Nacht beschreiben die Unterschiede der beiden Wagen nicht ansatzweise ausreichend.
Ein paar Tage später fahren wir zu einem guten Fisch-Restaurant, weil meine Großeltern in Kladow – vielen Dank an dieser Stelle noch einmal! – mich und meine Familie zum Geburtstag zum Essen eingeladen haben. Leider ist das Restaurant voll und wir müssen umdrehen. Egal, gehen wir eben in Bonaire zum Essen. Doch ich war derjenige, der den Weg zurück zum Boot fährt. Und das wobei es fast schon dunkel ist. Die letzte Fahrt auf Aruba mit einem Auto. Und die bei Nacht, also dem Ende eines Tages. Passt irgendwie… findet ihr nicht? Doch wie der Tag die Nacht immer wieder ablöst, wird auch irgendwann wieder der Tag anbrechen, an dem ich erneut Auto fahre.