Samuel über die Tierwelt in Galápagos – Land

Nicht nur im Wasser, sondern auch an Land gibt es einige Tiere. Viele von ihnen sind nur auf einer, maximal zwei oder drei Inseln vertreten. Zum Beispiel der Landleguan. Es gibt ihn zwar auf fast jeder Insel, aber eben nur eine Unterart pro Insel. Zum Beispiel auf Santa Fee. Dort gibt es Leguane, die eine einzigartige Blässe haben und alle Stacheln am Nacken eines Tieres sind nach rechts abgeklappt.

Es gibt auch Meeresleguane, die haben einen deutlich flacheren Schwanz als ihre an Land lebenden Verwandten. Sie ernähren sich ausschließlich von Algen, während Landleguane von den Kaktusfrüchten und Kaktusblättern leben. Meeresleguane sind eigentlich immer schwarz, um sich am Tag schön in der Sonne aufwärmen zu können. Da das Wasser im Vergleich zur Luft recht kalt ist, muss ein Meeresleguan etwa zwei Stunden aufwärmen, während er nur 10-20 Minuten unter Wasser nach Nahrung suchen kann.

Glücklicherweise gibt es auf Galápagos, wie überall an den Küsten der großen Ozeane, ebenfalls Ebbe und Flut. Das macht es den Meeresleguanen einfacher. Bei Niedrigwasser können die Leguane einfach an der normalerweise überfluteten Küste entlang spazieren, sich die an den Steinen wachsenden Algen in den Mund stecken und genießen. Dafür müssen sie nicht einmal die Luft anhalten.

Es gibt auf Galápagos aber nicht nur Leguane, die an Land oder im Wasser leben. Es gibt auch noch andere interessante Tiere. Dazu gehören unter anderem die Lavaechsen. Sie sind sehr klein und ich könnte sie, wenn sie es zulassen würden, bequem auf meiner Hand platzieren. Der Schwanz würde zwar herunterhängen, aber das ist ja bei solchen Tieren normal. Interessant ist übrigens, dass die Lavaechsen ihren Schwanz bei Bedarf abwerfen können (z.B. bei Gefahr). Er wächst dann in etwa einem Monat nach und die Echse ist wieder wie vorher. Weibliche Lavaechsen haben im Gegensatz zu den Männchen einen roten Streifen an ihrem Hals. Er dient natürlich dazu, die Männchen anzulocken! Wozu auch sonst.

Ein weiteres und sehr seltenes reines Landtier auf Galápagos ist eine Schlange. Sie kommt nur auf der Insel Española vor, weshalb sie auch Española-Schlange genannt wird. Sie ist etwa zeigefingerdick und wird bis zu einem Meter lang. Wir haben sie aber nur ein mal gesehen und da war sie weg, bevor die Kamera zum Einsatz kommen konnte.

Ein halbes Landtier sind die Robben und Seebären. Hier auf Galápagos sind sie aber ungefährlich und wir gehen recht dicht an ihnen vorbei. Manche sind sogar neugierig und kommen auf uns zu. Wir müssen aber leider zurückweichen, weil wir ihnen nicht zu nahe kommen dürfen. Babys liegen den Tag über in der Sonne und baden dort, während ihre Eltern ihnen Fische fangen.

Ein anderes halb an Land lebende Tier ist der Einsiedlerkrebs. Es ist ein kleiner Krebs, der sein in Schneckenhäusern wohnt. Das schleppt er mit sich herum, bis es zu klein wird. Dann sucht er sich ein Neues. Es sind dämmerungsaktive Tiere, weshalb es uns wundert bei praller Sonne diese Tiere überhaupt zu sehen. Ach so, da ist noch etwas. Gute Schneckenhäuser sind knapp und passende noch viel knapper! Da kommt es gelegentlich zu einem kleinen Streit oder zumindest einem Gerangel.

Ein weiteres erstaunliches Tier ist der Pinguin. Einer, der am Äquator auf Galápagos lebt. Er hat den einfallsreichen Namen Galápagos-Pinguin, sieht aber nicht viel anders aus, als die in der Antarktis. Nur etwas kleiner.

Auf Galápagos gibt es auch die legendären Landschildkröten. Sie sind wirklich riesig und haben einen Panzer, der wie ein Sattel geformt ist. Zumindest die eine Art. Eine andere hat einen gewöhnliche Panzerform, ist aber um ein vielfaches größer.

Kommen wir zu unserem letzten Tier. Es ist das Tier, welches wir auf Galápagos noch öfter gesehen haben, als alle anderen. Ich meine die rote Klippenkrabbe. Auf dem Panzer der Krabbe ist ein schönes Muster! Ich muss zugeben, dass ich nicht wusste, dass Krabben sich häuten. Erst durch die rote Klippenkrabbe habe ich das gelernt. Dazu schäumen sie und dann sind sie kurze Zeit schutzlos ohne Panzer.

Das waren die Landtiere. Wenn ihr fragt, wo denn all die Vögel geblieben sind, kann ich euch beruhigen! Es sind so viele Vögel, dass sie einen eigenen Artikel erhalten.

Samuel (Text & Fotos)

Entspannung auf Isla Española

Galápagos-Inseln, 19. Februar 2021

Wie versprochen steht der Vormittag auf Isla Española im Zeichen der Entspannung. Badespaß am feinen Sandstrand mit Seelöwen. Unser Guide Maja bietet zwar einen Strandspaziergang an, muss diesen allerdings ohne die zwei mitgereisten Familien unternehmen. Wir genießen unsere Pause.

Danach dürfen wir eine (um es mit den Worten unseres Guides Majas zu sagen) „Schnorchel-Sternstunde“ erleben. Mehrere Meeresschildkröten, unzählige Fische, ein Rochen und als unbestrittenen Höhepunkt eine Gruppe von fast zehn Galápagos-Seelöwen im richtigen Alter. Neugierig begrüßen sie ihre Besucher und tollen verspielt um uns herum. Es nimmt fast kein Ende… ein ganz besonderes Erlebnis!

Quelle: Bittmann / Fugger – „Galápagos“ (mit Ergänzungen von Maja Homberger)

Am Nachmittag machen wir dann noch einen „richtigen“ Ausflug. Also mit Rumlaufen, Tiere schauen und so weiter. Und weil wir am Vormittag so faul waren, ist ein extra langer 3h-Spaziergang auf dieser südlichsten und ältesten Insel des Archipels geplant.

Die Anlandungsstelle ist natürlich mal wieder von Seelöwen besetzt. Na das kennen wir inzwischen ja schon. Vorsichtig bahnen wir uns unseren Weg.

Kaum angekommen sehen wir auch schon ein paar der typischen, rosa-grünen Española-Meeresleguane. Wir haben ja schon mehrmals gehört, dass sich auf fast jeder Insel einzigartige, nur dort vorkommende Arten herausgebildet haben. Doch so deutlich wie bei diesen bunten Meeresleguanen ist das eher selten zu beobachten.

Auch die Española-Lavaechse ist ein vergleichsweise farbenfroher Vertreter. Darüber hinaus haben sie ein ganz spezielles, nur hier zu beobachtendes Nicken (… zumindest wird uns das so erklärt ;-)

Bei Schlangen auf Galápagos denken viele wahrscheinlich zunächst an die packenden Szenen der BBC-Dokumentation Planet Earth II. Nattern machen Jagd auf junge Meeresleguane. Wahnsinn. Und nein, solche Szenen bekommen wir hier nicht vorgeführt. In der Tat sehen nicht einmal alle von uns die kleine, schnell wieder in den Büschen verschwundene Schlange.

Am Anfang unseres Spazierganges besuchen wir drei kleine Strände. Wenige Wochen alte Robben-Babys dösen zwischen den Steinen oder blöken wie ein Schaf, im Wasser spielen etwas ältere Jungtiere in einem perfekt geschützten Pool.

Etwas später erreichen wir die Steilküste und dort einen großen, momentan aber verlassenen Albatros-Bereich. Immerhin findet Samuel ein fast vollständiges Albatros-Ei. Ansonsten tummeln sich hier erstaunlich weit oben doch ebenso erstaunlich viele Meeresleguane.

Wir gehen weiter zum berühmten „Blasloch“ und bewundern die ca. 20m hohe Wasserfontäne. Natürlich sieht man so etwas nicht nur hier. Trotzdem ist die bei solchen Formationen besonders deutlich sichtbare Kraft des Meeres immer wieder beeindruckend.

Von einem Meter zum anderen betreten wir gut besuchtes Nascattölpel-Land. Hier werden wir Zeuge eines unerfreulichen „non-parent-visit“. Währen ein Jungtier auf die Rückkehr seiner Eltern wartet, schaut ein fremder Besucher im Nest vorbei. Oft hat das blutigen Folgen und auch wir können den Anblick kaum ertragen. Allerdings besagt eine Grundregel auf Galápagos auch: „Nicht einmischen!“

non-parent-visit

So ziehen wir also schweren Herzens weiter, laufen zwischen schönen erwachsenen und puscheligen, jungen Tölpeln, einigen Gabelschwanzmöven und bunten Meeresleguanen wieder zurück zur Anlandestelle.

Maila mit ihrem Lieblingsvogel: Gabelschwanzmöwe
Der Skipper war auch dabei ;-)

Zum Abschied erspähen wir noch Galápagos-Bussarde. Hier halten sich die Weibchen ein „Harem“ von 3-4 männlichen Tieren, da haben die zeitgleich geschlüpften Küken auch schon mal unterschiedliche Väter.

Die Galápagos-Bussarde sind, wie eigentlich alle hier heimischen Tiere, wenig scheu. Wir bekommen erzählt, dass Charles Darwin einen für seine Sammlung schießen wollte. Dann kam er aber so nah heran, dass er ihn kurzerhand mit dem Gewehrkolben erschlug. Wir sehen von solchen Experimenten natürlich ab. Stattdessen bahnen wir uns wieder vorsichtig einen Weg durch die ebenso wenig scheuen Seelöwen… an Land wie auch im Wasser.

Riesenschildkröten auf Isla Santa Cruz

Galápagos-Inseln, 18. Februar 2021

Nach einigen Tagen auf nur von Tieren bewohnten Inseln, geht es heute auf einen Abstecher zurück in die Zivilisation. Isla Santa Cruz ist die zweitgrößte, dafür bevölkerungsreichste Galápagos-Insel. Früh morgens erreichen wir das im Süden gelegene Puerto Ayora, mit ca. 15.000 Einwohner größte Stadt und unbestrittenes Touristenzentrum des Archipels.

Quelle: Bittmann / Fugger – „Galápagos“ (mit Ergänzungen von Maja Homberger)

Die Charles-Darwin-Forschungsstation ist ein Pflichtbesuch. Seit über 60 Jahren ist sie der Erhaltung der Umwelt und biologischen Vielfalt auf Galápagos verpflichtet. Ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit ist ein Zuchtprogramm zum Erhalt der berühmten Galápagos-Riesenschildkröten.

Nichts ist so sicher wie die Veränderung…
Die Erfolgsgeschichte mit den Marienkäfern habe ich ja schon erzählt
Natürlich wird auch die Geschichte von Charles Darwin erzählt.

Obwohl man die ja auch nicht in einen großen Topf werfen darf. Auf fast jeder Insel hat sich eine eigene Art herausgebildet. Davon legen nicht zuletzt die unterschiedlichen Formen der Panzer Zeugnis ab. Wächst zum Beispiel die bevorzugte Nahrung auf einer Insel höher, muss dort auch der Kopf weiter nach oben. Da sichert die hilfreiche Sattelform das Überleben. Auf anderen Inseln ist die Situation wiederum eine andere.

Die Geschichte der Galápagos- Riesenschildkröten ist wirklich traurig. Schätzungen zufolge liefen früher bestimmt 200.000 davon über die Inseln. Bei Gründung des Nationalparks waren es kaum mehr 15.000. Ihre Genügsamkeit wurde ihr Verhängnis. Seefahrer fanden heraus, dass man sie einfach unter Deck stapeln kann. Dann verfallen sie in eine Ruhe und brauchen über ein Jahr lang weder Futter noch Wasser. Dazu schmecken sie auch noch gut. Folgerichtig kamen Piraten, Walfänger und alles, was sonst noch auf Schiffen unterwegs war zum „tortoising“. In der Hochzeit der Walfänger zwischen 1800 und 1860 fuhr praktisch kein Schiff mit weniger als 100 frisch eingesammelten Schildkröten in der Vorratskammer weiter. Der Wahnsinn wurde in Logbüchern festgehalten. Da steht „in sechs Tagen 250 Tiere gesammelt“ oder „in neun Tagen 300 Tiere geladen“ oder auch mal etwas von 850 Tieren! Da grenzt es fast schon an ein Wunder, dass überhaupt welche überlebt haben.

Abkühlung im Schatten

Bei Beginn des Zuchtprojektes für die Isla Española fand man beispielsweise nur noch 12 Weibchen und 2 Männchen vor. Dazu kam noch ein seit 1904(!) im Zoo von San Diego gehaltenes Männchen. Alle wurden zur Paarung in die Station gebracht und heute gibt es wieder etwas über 3000 Española- Riesenschildkröten.

Solche Zuchtprojekte gibt es auch für andere Inseln. Dabei wird auch immer penibel darauf geachtet, eine Durchmischung der inseltypischen Arten zu vermeiden. Jede Schildkröte hat zusätzlich zu einem Mikrochip im Nacken auch eine Nummer auf ihrem Panzer, deren Farbe die richtige Insel kodiert. Heute kann man sie aufgrund der sorgfältigen Arbeit eindeutig zuordnen. Nicht so die bei Gründung des Nationalparks hier zusammengeführten, zuvor widerrechtlich „eingesammelten“ Riesenschildkröten. Ohne Genetik war die Ursprungsinsel nicht zu bestimmen, also werden sie auch nicht ausgewildert, sondern haben in der Station ihr neues Zuhause gefunden.

Beim Rundgang stutzen wir zunächst weniger über die Zäune, als mehr noch die allgegenwärtigen Kameras. Leider sind sie nötig, auch hier sind die Tiere nicht sicher. Gerade erst vor gut zwei Jahren, im Oktober 2018 wurden aus einer Aufzuchtstation auf Isla Isabella sage uns schreibe 123 Baby-Schildkröten gestohlen. Man vermutet, dass sie über Peru nach China geschafft wurden, um dort als Haustier verkauft zu werden. Geschätzter Endpreis bis zu 50.000$. Seitdem gibt es Kameras.

Kinderstube jetzt mit Videoüberwachung!

Nerd-Wissen: Bei Schildkröteneiern bestimmt die Temperatur das Geschlecht. Darüber wird in der Zucht das gewünschte Verhältnis von 1/3 Männchen (28°C) und 2/3 Weibchen (29,5°C) hergestellt.

Ein kleines Museum gibt es natürlich auch

Zum Abschluss besuchen wir dann noch den einsamen Georg. Er war das letzte, von „Sammlern“ vermutlich als Jungtier übersehene Schildkröten-Männchen der nördlichen Isla Pinta. Alle Versuche der Fortpflanzung scheiterten. Normalerweise bekommt man Schildkrötensperma in 10min. Nicht aber von Georg. Nach seinem Tod im Jahre 2012 zeigte die Obduktion den Defekt eines verschlossenen Samenausgangs. Was für eine Ironie des Schicksals!

Anschließend haben wir etwas Zeit, in Puerto Ayora unseren touristischen Pflichten nachzukommen. Ein Souvenirladen reiht sich an den nächsten und natürlich lassen auch wir ein paar Devisen hier.

Danach geht es wieder zum Hafen. Im Wasser schwimmen ein paar Baby-Haie umher, auf den Bänken dösen immer noch Seelöwen, auf dem Geländer sitzen Pelikane… alles sehr idyllisch.

Ja, die sind echt!

Der größte Vogel im Hafen ist jedoch ein Albatros und stammt aus der Hand des Mannes unserer Führerin Maja. Einweihung war zufälliger Weise auf den Tag genau vor 26 Jahren!

Am Nachmittag gibt es noch mehr Riesenschildkröten. Mit dem Bus fahren wir in das Hochland der Insel zu der direkt an der Grenze des Nationalparks gelegenen Rancho Primicia.

Der Farmbesitzer hat in den bei ihm frei lebenden Tieren eine Chance gesehen und als erster Touristen auf sein Land gelassen. Natürlich nimmt er einen kleinen Eintritt, hat einen Souvenirladen und ein Restaurant. Daneben lassen sich die Dimensionen der Panzer am eigenen Leib erfahren.

Na hier ist doch richtig viel Platz drin!
Hmmm… ein bisschen eng ist es schon ;-)

Doch die wahren Attraktionen genießen auf der Wiese und in den Tümpeln entspannt den Tag. Sie gehören niemanden, kommen und gehen wie sie wollen, lassen sich trotzdem entspannt fotografieren und sind letztlich die wahren Nutznießer der neuen Geschäftsidee.

Gerade noch rechtzeitig vor einem kleinen Wolkenbruch beenden wir unseren kleinen Rundgang.

Rechtzeitig vor einem kleinen Wolkenbruch sind wir zurück…
… und müssen erst einmal warten.

Auf dem Rückweg besuchen wir noch einen Lavatunnel. Auch dieser gehört zur Ranch, hat sogar eine notdürftige Beleuchtung bekommen. Der etwa 400m lange Spaziergang unter der Erde ist feucht. Nach dem gerade abgeklungenen Regenschauer tropft es durch das poröse Vulkangestein. Und dann ist da auch noch diese flache Stelle. Selbst unsere Kleinste muss sich hier noch kleiner machen. Doch letztlich schafft es sogar der Skipper darunter hindurch.

Zurück an Bord gibt es heute ein frühes Abendessen. Für die Nacht steht uns eine lange Fahrt zur Isla Española bevor. Wieder schlafen wir hervorragend. Da hilft auch die Aussicht, dass für morgen eine Strandpartie eingeplant ist…

Samuel über die Tierwelt in Galápagos – Wasser

In Galápagos waren wir fast jeden Tag baden oder eher schnorcheln. Wir bekamen Flossen und eine Taucherbrille mit Schnorchel, wurden dann in eine Schnorchelbucht gefahren und sind ins Wasser gesprungen.

Einmal sind wir in einem Vulkankrater schnorcheln. Dort geht es schnell tief ins Wasser, weshalb es da hilfreich ist, tauchen zu können. Bei uns an Bord auf der Angelito I gibt es einen Fotografen. Er heißt Stefan und er hat mir angeboten, die Kamera für Unterwasserbilder zu nehmen. Ich habe dieses Angebot dankend angenommen und bekam nach einiger Zeit im Wasser auch die Kamera. Dort mache ich super Bilder der herumschwimmenden Tiere.

Es gibt große Fische mit einem seltsamen Gnubbel auf dem Kopf und es gibt große Schwärme an Doktorfischen, durch die ich durchtauche. An anderen Orten sehen wir größtenteils dieselben Fische, aber auch immer mindestens eine neue Fischart.

In einer Bucht gab es auch Pelzrobben. Sie waren in der Antarktis die „pissigen“ Robben, denen man nicht zu nahe kommen sollte. Aber hier kann man gar nicht verhindern, dass sie ins Wasser gehen wo wir Schnorcheln. Nun, wie es kommen muss geht eine von ihnen ins Wasser. Wir alle schwimmen hin und ich schieße recht gute Fotos. Seltsam war, dass er die ganze Zeit auf dem Kopf steht oder eher schwimmt. Ihr fragt, wieso wir alle dort hingeschwommen sind? Ganz einfach! Vor dem Schnorcheln hat Maja, unsere Führerin uns erklärt, dass sie hier in Galápagos total harmlos sind. Nur streicheln sollte man sie nicht. Dann hauen sie ab, beißen aber nicht.

Zurück zu den Fischen. Wir sehen welche, mit gelbe Flossenspitzen und eine gelbe, über Rückenflosse und Bauchflosse verlaufende Linie haben. Sie sind sonst komplett schwarz mit einem weißen Streifen hinter den Kiemen. Diese Fische heißen Galápagos-Kaiserfische. Das sind die absolut Schönsten von allen.

Es gab aber auch Fische, die auf Tarnung setzen. Da ist beispielsweise einer, mit einem komplett grün-schwarzen Körper. Der auf leicht bewachsenen Felsen so gut wie unsichtbar ist. Es gibt aber auch andere. Es gibt immer mal wieder kleine, schwarze Fische mit großen Augen. Solange sie sich auf Felsen nicht bewegen, erkennt man sie wie die gerade besprochenen Fische nicht.

Etwas Gefährliches, zumindest denken das viele, ist das Schnorcheln mit Haien! Ja, ich meine Haie! Überall außer auf Galapagos ist es auch nicht ungefährlich! Wir schnorcheln mit erwachsenen Weißspitzenriffhaien sowie mit kleinen Babyhaien. Mit den kleinen Babyhaien sind auch einige Schildkröten im Wasser gewesen, an die ich fast einen halben Meter heran schwimmen kann. Eine der Schildkröten hat wohl Hunger, weshalb sie Algen vom Stein abfrisst.

In der selben Bucht spielen etwa zehn Galápagos-Seelöwen. Papa ist genau dort hinein geschwommen. Ich habe es aber verpasst das zu fotografieren. Auf dem Spielplatz für die Seelöwen habe ich trotzdem super süße Bilder gemacht. Eines davon ist eine Robbe mit einem Stück Alge im Mund. Einige der Seelöwen sind außerdem so dicht an mir vorbei geschwommen, dass mich ihre Tasthaaren – oder wie man die bei Seelöwen nennt – berührt haben.

In einer anderen Ankerbucht sind zwei sehr lustiges Ereignisse an der Tagesordnung. Erstens sehen wir, wie ein erwachsener Weißspitzenriffhai von einem erwachsenen Seelöwen weggejagt wird. Zweitens, wie ich durch einen Schwarm kleiner roter Fischchen schwimme. Sie heißen Soldatenfisch und werden ausgewachsen etwa so groß wie ein Fingernagel.

Aber das ist nicht das lustige, sondern das. dass mich plötzlich ein Gesicht mit spitzen Zähnen anblickt. Es sieht gespenstisch aus und auch etwas gefährlich. Es handelt sich dabei aber lediglich um einen augenscheinlich schlecht gelaunten Fisch, der sich in einer Steinnische verkrochen hat und dessen Zähne vorn aus dem Mund schauen.

Ein neugieriger Seelöwe
Samuel auf Fototauchgang

In der letzten Schnorchelbucht passiert noch etwas sehr Cooles! Zum einen sehen wir einen schwarz-weißen Kugelfisch sowie ein paar Pelzrobben. Nach einiger Zeit fängt es an stark zu Regnen, was von unter Wasser richtig cool aussieht. Aber das ist nicht das Coolste. Das Coolste war mit Abstand ein Erlebnis mit der Kamera. Hat von euch schon mal jemand in das Maul einer Pelzrobbe geschaut? Ich glaube nicht. Das konnte ich von mir auch noch nicht behaupten. Bis zu diesem Tag. Eine Pelzrobbe ist höchst interessiert an die Kamera geschwommen und kommt auf weniger als 10 cm heran. Dort vollführt sie einige Akrobatikübungen und präsentiert dann ihr Maul. Sie schwimmt einen Scheinangriff auf die Kamera, dreht aber kurz davor ab. Ich schwimme zurück und sehe, dass sie mir nicht folgt. Wahrscheinlich hat sie ihr Spiegelbild in der Kamera verscheuchen wollen. Das hat ja auch irgendwie geklappt.

Vielen Dank an Stefan Tschumi und Stephanie Bernhard für die Kamera, mit der ich sämtliche Bilder in diesem Beitrag gemacht habe.

Samuel (Text & Fotos)

Leguane auf Isla Santiago und Kakteen auf Isla Rabida

Galápagos-Inseln, 17. Februar 2021

Wieder fahren wir die Nacht durch, zurück auf die Südhalbkugel, Richtung Isla Santiago. Doch trotz der (für uns ausgesprochen sachten, ja im Grunde angenehmen) Schaukelei geht es heute früh los. Wir wollen Leguane sehen und die mögen es in der heißen Mittagssonne nicht so sehr.

Dabei waren die Landleguane auf der Isla Santiago eigentlich schon ausgestorben. Charles Darwin war bei seinem 5-tägigen Aufenthalt einer der letzten, der sie noch in großer Zahl sehen konnte. Nicht viel später machten eingeschleppte Tiere, insbesondere Ratten, aber auch wilde Schweine und Ziegen dem ein Ende. Doch auf Seymour Norte gab es zu viele Landleguane. Da es die gleiche Art ist, wurden einige davon nach Isla Santiago verbracht. Heute leben hier wieder etwa 3.000 dieser Tiere.

Quelle: Bittmann / Fugger – „Galápagos“ (mit Ergänzungen von Maja Homberger)

Es ist also noch recht früh bei unserer Anlandung am schwarzen Lavastrand. Fast noch Morgendämmerung… Moskitozeit… Repellent Pflicht! Gleich fällt uns eine Hinweisplatte auf. Diese wurden früher auf „interessanten“ Inseln angebracht. Fischer brachten dann Touristen dorthin und haben sie einige Zeit später wieder abgeholt. Diese Zeiten sind zum Glück für die Natur inzwischen vorbei.

Isla Santiago ist momentan vergleichsweise grün. Der Sandsteinboden ist gut, Wicken und Winden fangen schon an zu wachsen und überall sind hübsche kleine Blüten zu entdecken.

Doch auch die Tiere lassen sich nicht lange bitten. Eine bunte Heuschrecke posiert fotogen, eine weibliche Lavaechse sonnt sich, ein kleiner, neugieriger Vogel mag offensichtlich Kameras und fliegt mich kurz an.

Quer über dem Weg wärmt sich ein erster, großer (Land-)Leguan in der Vormittagssonne. Vorsichtig schleichen wir uns vorbei.

Lavaechse

Wieder an der Küste angekommen, empfängt uns ein Pelikanskelett. Dieses Jahr sind wohl recht viele dieser schönen Vögel hier gestorben. Erst ein paar wenige Seebären ruhen sich nach ihrer nächtlichen Jagd zwischen den Felsen aus. Dafür finden sich umso mehr rote Klippenkrabben, ihre leeren T-Shirts und natürlich auch wieder (Meer-)Leguane.

Interessiert schauen wir den Leguanen bei ihren Gesprächen zu. Ja, das Verb ist korrekt gewählt! Die Kommunikation erfolgt mittels Kopfnicken. Da braucht es natürlich ein wenig Glück, dass der „Angesprochene“ auch gerade in die richtige Richtung schaut.

Hallo… ich rede mit dir!!!

Interessant ist auch die Zusammensetzung des groben Sandes. Natürlich sind es vor allem viele kleine Steine. Doch immer wieder finden sich dunklere, leicht rötliche Bereiche. Hier zeigen sich im Detail unzählige, zerbrochene Stachelreste von Griffelseeigeln. Ihre Stacheln sind so hart, dass man damit problemlos in flache Steine ritzen könnte… das ist auf Galápagos allerdings offiziell verboten!

Dann erlaubt man sich einen bösen Spaß mit dem Skipper. Die schon etwas vorgelaufene Gruppe ruft fragend, ob ich Maila gesehen hätte. Nein. Wo ist sie? Rundumblick, lautes Rufen… doch die lächelnden Gesichter der Anderen lässt mich innehalten. Plötzlich taucht Mailas Kopf aus einem Loch im Boden auf und sie winkt mir lachend zu. Reingelegt!

Zum Abschied entdecken wir noch ein paar Braunmantel-Austernfischer. In einem Nest ist gerade Wachwechsel. Eine anderes Elterntier ist schon weiter und sitzt mit den Kindern entspannt auf den Steinen.

Nach kurzer Fahrt (mit Saltos vollführenden Rochen) werfen wir den Anker bei der Santiago südlich vorgelagerten Isla Rabida und holen die Schnorchelsachen raus. Wieder sind wir an einer Felskante, die heute aber nicht so tief abfällt.

Hier geht es gleich ins Wasser!

Große Schwärme nicht nur von Doktorfischen umgeben uns, Robben spielen im Wasser und zweimal sichten wir einen – für Menschen ungefährlichen – Weißspitzenriffhai. Ein richtig toller Ausflug in die Unterwasserwelt.

Verspielter Seelöwe
Weißspitzenriffhai
La Skipper ist begeistert!

Dabei bekommt Samuel von unserem Fotografenpärchen an Bord eine richtig gute Kamera in einem richtig guten Unterwassergehäuse ausgeliehen und macht damit dann auch richtig gute Fotos… doch die zeigt er in seinem eigenen Beitrag.

Nerd-Wissen: Der Doktorfisch hat seinen Namen von hornartigen Klingen („Skalpellen“), die sie zur Verteidigung vor der Schwanzflosse haben. Man sollte einen Doktorfisch also niemals von hinten mit der bloßen Hand greifen…

Auf einer kleinen Fahrt mit der Angelito I rund um Isla Rabida werden wir dann leider Zeuge von touristischem Verhalten der weniger schönen Art. Drei bis vier vollbesetzte Zodiacs eines anderen Schiffes (nennen wir es „Evolution“) jagen johlend einer Delfinschule hinterher.

Es wird um sie herum, aber auch gerne mal einfach mitten durch gefahren. Dann wird mit Vollgas überholt, aufgestoppt und mit großen Erwartungen – nein, es ist tatsächlich Jagdfieber! – springen die Passagiere als knappes Dutzend ins Wasser, um einen Augenblick mit den offensichtlich wenig erfreuten Delfinen zu schnorcheln. Schnell sind die Eindringlinge wieder alleine, klettern zurück ins Zodiac und das Spiel beginnt von vorne. Ein Paradebeispiel dafür, wie es nicht sein sollte und in der Tat wird unser Guide Maja diesen Vorfall bei der Parkaufsicht melden… gut so!

Der Nachmittagsspaziergang auf Isla Rabida steht im Zeichen der Kakteen. Ok, eigentlich wären ein paar Flamingos auch schön gewesen, aber die kleine Lagune ist leider verwaist.

Quelle: Bittmann / Fugger – „Galápagos“ (mit Ergänzungen von Maja Homberger)

Dafür zeigen sich die stacheligen Freunde in wahrlich ungewohnter Form. Wie schon an anderer Stelle geschrieben, verdickt sich der untere Teil dieser Kakteen nach etwa 10 Jahren zu einem Stamm. Anfangs hat der Stamm auch noch Stacheln, doch die werden alt und fallen irgendwann ab. Die Energie für neue Stacheln wird jedoch nicht aufgewendet, die dicke Rinde ist Schutz genug.

Die großen, dicken Opuntia-Feigenkakteen werden so locker über 100 Jahre alt. Und wenn es sie dann doch mal umwirft, wachsen aus den alten Astteilen neue Kakteen. Zeit dafür ist genug, hier auf der Insel gibt es keine kakteenfressenden Tiere. Lediglich die Samen sind vor Darwinfinken nicht sicher.

Die bodennahen Büsche sind noch grau, doch die Balsambäume fangen schon an zu Grünen. Wenn man ihr ausgesprochen langsames Wachstum bedenkt, sind sie teils von beachtlicher Größe. Auch die aufsitzenden, den Bäumen aber nicht weiter schadenden Flechten, wachsen sehr langsam. Als Faustregel gilt: große Balsambäume mit vielen Flechten sind uralt!

Nerd-Wissen: Auf Floreana wurden Flechten einstmals von Sträflingen abgebaut, um daraus in einem recht komplizierten Prozess den Farbstoff Lackmus zu gewinnen.

Auf dem Weg entlang der Steilküste genießen wir das immer wieder schöne Panorama und sichten noch einen Goldrochen.

Zurück am Strand ignorieren wir die ebenfalls eingetroffenen Delfinjäger, wieder an Bord beobachten wir noch ein paar bei ihrer natürlichen Jagd aus dem Wasser springende Thunfische und nach einem erneut sehr leckeren Abendessen geht es auch heute nicht zu spät ins Bett… müde von einem weiteren, ereignisreichen Tag auf Galápagos.

Goldrochen