300sm – Raus aus dem Strom, rein in den Strom

2. Februar 2022, Bordzeit 12:10 Uhr
Position: 15 Grad 19 Minuten Nord / 066 Grad 15 Minuten West

Die letzten 100sm waren recht ereignislos. Einziges Segelmanöver bleibt das Ausreffen des Großsegels. Ansonsten fahren wir stur Kurs Nordnordost. Halt der Winkel, den Wind, Welle und Strom unserer Samai hoch am Wind geben. Inzwischen sind wir wohl aus den Ausläufern der starken Strömung raus. Der Kursversatz ist geringer. Sie ist schwächer geworden. Dafür hat sie auch etwas gedreht und kommt nun eher aus nordöstlicher Richtung. Es bremst wieder etwas mehr. Schnell ist anders.

Maila ist fast schon schneller als die Samai ;-)

Der letzte Tag war recht ereignislos. Einmal zuckt es an der Angel. Nur kurz. Der vermeintliche Fang löst sich schnell wieder. Dabei haben wir nun schon extra einen neuen Haken rangemacht. Nun ja, für das braune Krautzeug, das hier immer mal wieder in teils beachtlichen Mengen umherschwimmt, reicht es im Zweifel immer.

Krautige Karibik

Die letzte Nacht war recht ereignislos. Also eigentlich ist nun wirklich rein gar nichts passiert. Nicht einmal ein anderes Schiff haben wir gesehen. Mitten in der gut befahrenen Karibik fühlen wir uns alleine. Ist aber nicht schlimm und im Grunde ja auch gar nicht so falsch. Das Meer ist groß. Schiffe „verlaufen“ sich. Wir sind mitten drin. 230sm bis Bonaire im Südwesten, 160sm bis Puerto Rico im Norden, 270sm bis Guadeloupe im Osten, 290sm bis Venezuela im Süden und noch 405sm bis Barbados…

Wo fahren wir eigentlich hin?

Zwischenbericht „Luftlinie Samai-Barbados“ nach gesegelten Meilen:

  • in Bonaire ca. 520sm (auf 84 Grad)
  • nach 100sm ca. 485sm (auf 94 Grad)
  • nach 200sm ca. 425sm (auf 95 Grad)
  • aktuell ca. 405sm (auf 108 Grad)

200sm – Slalomkurs nach Osten

1. Februar 2022, Bordzeit 11:50 Uhr
Position: 13 Grad 47 Minuten Nord / 066 Grad 55 Minuten West

Kaum ist der 100sm-Bericht online, machen wir auch schon eine Wende. Der Grund ist simpel. Wir bekommen gerade noch so einen Nordkurs und entfernen uns damit letztlich vom Ziel. Da kann man dann doch mal über einen Kurswechsel nachdenken. Inzwischen haben wir auch einen guten Sicherheitsabstand nach Venezuela. Dagegen macht sich der Strom sofort bemerkbar. Wir werden spürbar langsamer. Aber immerhin nähern wir uns wieder Barbados.

Dann lässt der Wind weiter nach. Das ist weder unerwartet noch wirklich schlecht. Wir haben uns ja gerade ein möglichst ruhiges Wetterfenster ausgesucht und nutzen die Pause, um unsere Wasservorräte wieder aufzufüllen. Das geht nur unter Motor. Also Maschine angeworfen, direkten(!) Kurs auf Barbados abgesetzt und den Wassermacher eingeschaltet.

Heute zeigen sich auch mal wieder ein paar Meeresbewohner. Oder halt auch nicht so richtig. Der Fisch an der Angel huscht nur kurz in einiger Entfernung nach oben, bevor er sich wieder losreißen kann. Dafür begleitet uns eine Zeitlang ein große Schule Spinnerdelfine. Beidseitig der Samai springen und spielen sie umher. Immer wieder eine schöner Anblick.

Wo sind die Delfine?

Für Mailas dramatischen Moment des Tages sorgt La Skipper höchstpersönlich. Mit einer unbedachten Bewegung fegt sie Diva (den kleinen Plüschesel aus Aruba) aus dem Cockpit. Das arme, verängstigte Kuscheltier kann sich gerade noch so an Deck halten, bis Maila in letzter Sekunde zur Rettung heraneilt und damit ein „Esel-über-Bord“-Manöver vermeidet. Das ist nochmal gutgegangen.

Nach dem Essen legt sich der Skipper vor seiner Nachtschicht nochmal hin. Doch die Ruhe währt nur kurz. Gegen halb neun nimmt der Wind mit einem Mal kräftig zu. La Skipper ist begeistert. Und das völlig zu recht. Einer ersten dunklen Wolke weichen wir mit Kurswechsel aus. Es beruhigt sich. Doch schon wenig später sieht es voraus gleich nochmal eine ganze Portion dunkler und vor allem größer aus. Ist das unser erster atlantischer Squall (tropische Gewitterfront)? Eigentlich soll man die ja sehr gut auf dem Radar erkennen. Aber das ist bei uns ja nach dem Blitzschlag leider immer noch nicht wieder einsatzbereit.

Kurz nach neun holen wir das Großsegel runter ins zweite Reff. Erneute Wende auf Ausweichkurs nach Norden. Rechts von uns erhebt sich im Osten drohend die dunkle Wand vom Wasser bis in den Himmel. Wenigstens sehen wir keine Blitze. Doch die Front kommt schnell näher. Der linke Rand hat gute Chancen uns noch zu erwischen. Ich nehme den Motor hinzu. Schneller! Die Luft wird spürbar kälter. Erster Nieselregen. Eilig hole ich jetzt noch die große Fock rein. Da weht es auch schon mit sechs Windstärken. Damit habe ich im Grunde ja kein Problem. Aus der richtigen Richtung (also von hinten ;-) reite ich auch gerne weit über 30 Knoten mit der Fock ab. Aber bitte nicht gegenan. Das hatten wir schon das ein oder andere mal… muss nicht sein!

Das fast schon schwarze Zentrum geht gerade so hinter der Samai durch. Nur die seitlichen Ausläufer erreichen uns. Letztlich kommen wir glimpflich davon. Bitte nicht falsch verstehen. Es bestand niemals ernsthaft Gefahr für Boot und Crew. Aber so ist schon schöner. Da nehme ich auch gerne einen kleinen Slalomkurs in Kauf. Damit haben wir seit den Gewitterzellen in Mittelamerika und der westlichen Karibik ja reichlich Übung. Und bei denen hat es teilweise geblitzt wie nichts Gutes!

Auch heute geht die Sonne wieder auf

Der Rest der Nacht verläuft ruhig. Wir segeln wieder auf (süd-)östlichem Kurs und peilen so in etwa auf Trinidad. Schnell sind wir nicht. Der Gegenstrom nervt immer mehr. Am frühen Morgen dreht der Wind endlich wieder etwas süd(öst)licher. Wende zurück auf nördlicheren Kurs. Wir müssen endlich aus dieser Strömung raus. Aktuell schiebt sie uns schon wieder gut 20 Grad nach Westen. Weg vom Kurs. Im Wasser segeln wir fast 60 Grad. Das ist gar nicht mal so schlecht. Über Grund sind es aber nur um die 30 Grad. Das ist gar nicht mal so gut.

Nun gut, zum Schluss noch der aktuelle Zwischenbericht „Luftlinie Samai-Barbados“ nach gesegelten Meilen:

  • in Bonaire ca. 520sm (auf 84 Grad)
  • nach 100sm ca. 485sm (auf 94 Grad)
  • aktuell ca. 425sm (auf 95 Grad)

Es liegt noch viel Wasser vor uns…

100sm – Erst einmal nach Norden

31. Januar 2022, Bordzeit 10:30 Uhr
Position: 13 Grad 51 Minuten Nord / 067 Grad 55 Minuten West

Die gute Nachricht ist, dass wir segeln. Die schlechte Nachricht, dass wir dabei ziemlich direkt auf Puerto Rico zuhalten. Ok, das wäre sicher auch ein interessantes Ziel, liegt aber doch um einiges zu weit neben unserer für die Heimfahrt geplanten Route.

Das Problem ist wie erwartet der Passatwind. Also nicht die aktuelle Stärke. Die pendelt zwischen 3 und 5 Windstärken und ist damit durchaus in Ordnung. Zumal wir ja gegenan segeln und der scheinbare Wind damit immer etwas stärker ist, als der wahre Wind. Nur das mit der Richtung passt nicht. Wir müssen grob gesagt nach Osten. Auf dem Kompass sind das 90 Grad (rechts ;-). Der Wind pendelt zwischen 60 und 90 Grad. Außerdem segeln wir ihn von Steuerbord, also in Fahrtrichtung von rechts kommend. Dazu setzt dann noch etwas Seitenstrom aus der falschen Richtung. Alles zusammen genommen schaffen wir gerade mal einen Kurs so um die plus-minus 20 Grad. Das ist nicht einmal nur dicht daneben.

Erster Sonnenuntergang

Ja warum nehmen wir dann den Wind nicht einfach von der anderen Seite? Dann kommen wir doch naeher an unseren Zielkurs ran. Ja sicher… theoretisch ist das vollkommen korrekt. Aber praktisch sprechen zwei gute Argumente dagegen.

  • Erstens liegt in dieser anderen Richtung Venezuela. Und nun mal ganz ehrlich: wenn ich die Wahl zwischen einem etwas besseren Kurs dicht bei Venezuela oder erstmal einem miesem Kurs Richtung Puerto Rico habe, fällt die Entscheidung nicht schwer.
  • Zweitens setzt aus der Lücke zwischen Trinidad und Grenada kommend ein kräftiger Strom in venezolanischer Küstennähe bis weit in die Karibik rein Richtung (Nord-)Westen. Den wollen, besser gesagt müssen wir nördlich umfahren.
Erster Sonnenaufgang

Es ist wie es ist, wir segeln erst einmal nach Norden! Und wie sieht es nun, nach 100 gesegelten Seemeilen unter dem Strich aus?

  • Luftlinie Bonaire-Barbados ca. 520sm (auf 84 Grad)
  • aktuelle Luftlinie Samai-Barbados ca. 485sm (auf 94 Grad)

Na diese Passage wird sich wohl noch eine ganze Weile ziehen. Wir versuchen es positiv zu sehen: Sonne, Wind und Meer… es ist wirklich schönes Segeln!

Schönes Segeln!

Vorbereitungen für die Weiterfahrt

Unsere Zeit in Bonaire neigt sich dem Ende zu. Es ist hier wirklich schön, doch wir haben ja leider nicht ewig Zeit. Doch bevor wir die Leinen loswerfen, stehen noch ein paar Vorbereitungen an. Wir wissen ja noch nicht einmal, wie lang der nächste Schlag nach Barbados wird. Aber das ist ein anderes Thema.

21. Januar 2022

Heute wollen wir die Gasflaschen wieder auffüllen lassen. Das sollte hier in Bonarie eigentlich möglich sein. Frohgemut fahre ich also zum ansässigen Gas-Anbieter Curoil. Der Weg führt über unbefestigte Piste! Vor Ort dann die Ernüchterung. Ja, er könne meine Flaschen durchaus füllen. Dafür müssen sie (wie alle anderen Gasflaschen!) jedoch nach Curaçao geschafft werden. Dauer etwa zwei Wochen. Na, das ist dann wohl keine Option. Wir haben jetzt noch eine halbe graue 5kg-Flasche, unsere kleine blaue 2,5kg-Flasche und als letzten Notanker noch eine 5kg-Flasche aus Chile… aber da müsste ich erst noch ein bisschen improvisieren. Na es wird auch so schon reichen.

Am späten Nachmittag erledigen wir noch größere Einkäufe bei BonDiGro. Von außen unscheinbar und von innen mit dem Charme einer staubigen Lagerhalle bietet der Laden ein gut sortiertes Konservensortiment zu vergleichsweise verführerischen Preisen. La Skipper schlägt erbarmungslos zu. Alleine 36 große Dosen mit Eintopf, 10x Würstchen, 20 Packungen passierte Tomaten, ungezählte Gemüsevariationen und vieles mehr. Das Dinghy auf dem Weg zur Samai liegt gleich mal ein paar Zentimeter tiefer. Muss sein! ;-)

22. Januar 2022

Am Mittag müssen wir den Wagen abgeben. Bis dahin ist noch viel zu tun. Der erste Weg führt zur Magero Laundry . Schon wieder haben sich drei große und eine kleine Maschine angesammelt. Wir nutzen aber auch gerne die Gelegenheit, das komplette Bettzeug und alle Handtücher nochmal richtig durchzuwaschen. La Skipper hat sich dabei spontan in die zwei Riesen-Trockner verliebt. Einer davon schluckt tatsächlich unser ganzes Zeug. Netter Nebeneffekt ist, dass die Wäscherei das vermutlich schnellste freie Internet der ganzen Insel hat. Hier lassen sich sogar gut 2GB-große NFL-Übertragungen problemlos laden!

Danach geht es zur Habour Village Marina. Der nette Skipper von unserem Nachbarn „eight“ meinte, dass wir unsere Gasflasche hier füllen lassen können. Dauert nur zwei Tage. Die nette Dame verspricht uns, es schon bis Montag zu versuchen. Super!

Tja und dann erledigen wir noch die letzten Groß-, Mittel- und Kleineinkäufe bei unseren drei üblichen Verdächtigen BonDiGro (nur noch ein paar Kleinigkeiten), Warehouse (gut sortiert und vergleichsweise günstig), Van Den Tweel (bestes Sortiment der Insel, dafür etwas teurer) und einem kleinen Spirituosen-Laden. Der Skipper möchte Rasmus für den bevorstehenden Törn gnädig stimmen. Sonst gäbe es natürlich keinen Grund… ;-)

Zurück am Steg fährt La Skipper das beladene Dinghy zur Samai, während der Skipper das Auto weiter auslädt. Drei Fuhren kommen zusammen. Bonaire ist bis auf weiteres die günstigste Möglichkeit zur Verproviantierung. Und schließlich sind wir ja auch eine vierköpfige Familie mit entsprechendem Verbrauch. Beim Stauen zeigt unsere kleine Samai mal wieder ihr Talent als Raumwunder. Wie gewohnt bekommen wir alles unter und finden sogar noch Platz für uns. So, jetzt wären wir fast fertig.

24. Januar 2022

La Skipper hat gewisse Dauerbedenken, was die Dieselqualität angeht. Darum decken wir uns hier mit einer ausreichenden Menge „Biobor JF Diesel Biocide“ ein. Doch einfach nur rein schütten geht natürlich nicht. Sie möchte sich einen persönlichen Eindruck von der biologischen Durchseuchung unseres Dieseltanks machen, weshalb wir ihn halt mal wieder aufschrauben. Was soll ich sagen?! Sieht richtig gut aus. Ein bisschen von dem angeblichen Wundermittel schütten wir trotzdem rein. Sicher ist sicher! ;-)

Sieht gut aus im Dieseltank!

28. Januar 2022

An dieser Stelle noch ein halbes Wort zu DHL: SCH….! Meine Eltern haben am 13. Dezember ein kleines „knapp-2kg-Päckchen“ für uns aufgegeben. Trotz extra bezahlter Sendungsverfolgung (und Versicherung) tut sich wochenlang nichts. Wir fragen schon hier in Bonaire beim Zoll nach. Auch in Deutschland wird regelmäßig nachgehakt. Bringt alles nichts. Am 11. Januar, also nach gut vier Wochen dann die ebenso erleichternde wie unglaubliche Nachricht: Das Päckchen hat heute das Paketzentrum Frankfurt/M verlassen. Wir können es nicht fassen. Am 14. Januar kommt es im benachbarten Curaçao an, von wo es sich am 19. Januar angeblich wieder aufmacht. Hoffentlich in unsere Richtung?! Eigentlich ist es nur ein kleiner Hüpfer, die Nachbarinsel fast schon in Sichtweite. Doch es tut sich wieder fast eine Woche gar nichts. Ich frage erfolglos bei der Post nach.

Es dauert noch bis zum 27. Januar, bis das Päckchen endlich hier in Bonaire als Eingang erfasst wird. Am 28. Januar, früh am morgen wurde das Päckchen vom Zoll freigegeben, laufe ich zur Post. „Yes, it is here!“ Mit diesen Worten geht die nette Dame nach hinten und kommt eine ganze Weile nicht wieder. Das Päckchen ist aktuell nicht auffindbar. Ohne Worte. Später am Nachmittag der nächste Versuch. Schon beim Reinkommen sehe ich ein kleines Päckchen neben der Dame auf dem Schreibtisch liegen. Endlich halten wir es in den Händen! Nach 46 Tagen!! Die von DHL angegebene Regellaufzeit beträgt übrigens 8-12 Tage!!!

Wie auch immer. Damit gibt es für uns keinen Vorwand, länger auf der Insel zu bleiben. Wir müssen weiter. Noch eine letzte kurze Waschmaschine, einige letzte Downloads, ein letzter „kleiner“ Einkauf (Schnauf!) und wir melden uns ab. Auf zu neuen Ufern!

Mit Eike nach Klein Bonaire

27. Januar 2022

Die SY Sissi hat aktuell eine 2-Mann-Crew. Jörgs Neffe Eike ist für ein paar Wochen gekommen, um zusammen das Boot von Aruba über Bonaire weiter Richtung Antillenbogen zu bringen. Die erste Etappe hat bekanntlich geklappt… wenn auch nicht frei von Übelkeit. Jetzt liegt die Sissi nicht weit entfernt neben uns. Wie viele Boote muss auch sie hin und wieder den Motor zum Laden der Batterien anwerfen. Eigentlich muss sie dass sogar recht häufig. Schon bald werde ich erfahren, dass zwei der Batterien endgültig die Grätsche gemacht haben. Wie auch immer, es besteht der publizierte Vorsatz, die Motorstunden für Bootsausflüge an die hier überall vorhandenen gelben Tauchmoorings zu nutzen. Aber wenn hinter so einem Vorsatz keine quengelnden Kinder stehen… nun ja, decken wir den Mantel des Schweigens darüber.

Langer Rede kurzer Sinn… wir können es nicht verantworten, dass Eike hier nicht einmal einen Ausflug nach Klein Bonaire unternommen hat und werfen, wie bei einem gemeinsamen Essen bei „Beer & Burgers“ vereinbart, heute morgen kurzerhand das Dinghy an unsere Mooring und gleich danach die Leinen los. Ein kleiner Tagesausflug zu fünft. Das machen wir auch wirklich gerne. Ich hatte ja schon einmal erwähnt, dass man keine zweite Chance für einen ersten Eindruck bekommt. Es ist aber auch unbestritten so, dass man ein Buch nicht nach dem Einband beurteilen soll. Das ist auch ein Leitspruch von Eike und wir merken sehr schnell, dass hinter dieser auf den ersten Blick ungewöhnlichen Fassade eines 23-Jährigen ein echt netter Kerl steckt!

Dazu ist er auch noch gelernter Bäcker. Schon vor ein paar Tagen hat er uns ein echt leckeres Zwiebelbrot vorbei gebracht. Heute ist er für die Frühstücksbrötchen zuständig und der Skipper erkennt neidlos an, dass das die mit Abstand fluffigsten Brötchen sind, die unser Ofen jemals ausgespuckt hat. Sehr lecker… vielen Dank!

Das Wetter ist heute etwas wechselhaft. Einmal zieht gar eine dicke Wind-und-Regen-Front durch. Unserem Spaß tut das keinen Abbruch. Wir tingeln von Mooring zu Mooring und erkunden die Unterwasserwelt. Das Riff und die Vielfalt hier in Klein Bonaire bieten dann doch noch mal etwas anderes, als die Schnorchelausflüge an der Mooring vor Kralendijk. Einfach nur toll. An dieser Stelle nur ein paar wenige, unkommentierte Eindrücke…

Irgendwann, kurz nachdem Samuel unserem Gast die Maststufen der Samai gezeigt hat, höre ich hinter mir Eikes leises Murmeln, dass es jetzt wohl ein schlechtes Vorbild sei, wenn er von der ersten Saling springen würde. Nö! Wieso? Ich frage Samuel schon länger, wann er sich das denn mal traut. So ist es nun also Eike, der den ersten Sprung aus gut 7m Höhe von der ersten Saling der Samai wagt.

Eikes erster Sprung von der ersten Saling

Samuel schaut anfangs noch recht skeptisch. Eike ist dagegen kaum noch zu bremsen. Beim ersten Mal sich noch sehr langsam voran tastend, wird er immer sicherer. Ein ums andere Mal klettert er hoch und spring runter. Das Grinsen geht im nicht mehr aus dem Gesicht!

Auf zur nächsten Mooring…

Dann schließlich nimmt auch Samuel sein Herz in die Hand und klettert auf die ihm ach so bekannte Höhe. Schon in der Antarktis und natürlich auch in San Blas / Guna Yala hat er der Samai von der ersten Saling schon oft den rechten Weg gewiesen. Heute nun tastet er sich erstmals an den Rand… und… springt! BRAVO!!!

Samuels erster Sprung von der ersten Saling

Derweil geht Eikes Blick hoch zur zweiten Saling. Ich sage ihm gleich, dass er da definitiv nicht ungesichert hochgehen wird. Danach dauert es nur etwa eine halbe Stunde, bis ich die im Grunde erwartete Frage höre: „Micha, kannst Du mich sichern?“ Ok, warum nicht. Mit Klettergurt am Gennakerfall gesichert klettert er den Mast bis zur zweiten Saling hoch. Das sind dann so etwa 14m über der Wasserlinie. Und da fühlt sich jeder Zentimeter von oben nochmal doppelt so hoch an, wie von unten betrachtet. Er stellt sich hin und überschreitet den „Point of no return“. Nach dem Lösen der Sicherung bleibt als einziger Weg nach unten der Sprung ins Wasser.

Eikes einziger Sprung von der zweiten Saling

Es bleibt heute der einzige Sprung aus dieser Höhe. Danach lassen es sich unsere mutigen Jungs aber nicht nehmen, noch einmal parallel ins Wasser zu springen.

Wir lassen den Ausflug so langsam ausklingen. Noch eine kleine Kajak-Tour. Noch etwas Schnorcheln. Und zugegebener Maßen auch noch ein Bierchen. So kommt jeder auf seine Kosten und wir machen uns glücklich, aber auch ein bisschen müde auf den Rückweg.

Eine neue Kajak-Kombination…
… mit Ballast ;-)
Sehr flott unterwegs!

Der Ausflug mit Eike nach Klein Bonaire hat sich für uns alle gelohnt… ein wirklich schöner Tag!

Zwei Bootskinder springen ins Wasser! :-)