Jeepausflug mit Hindernissen – Arikok-Nationalpark

6. Dezember 2021

Bei unserer großen Aruba-Tour haben wir ja schon so ziemlich alle Sehenswürdigkeiten der Insel erkundet. Doch ein Highlight fehlt noch. Der Grund ist simpel. Für die Pisten im Arikok-Nationalpark braucht man einen 4×4-Jeep. Zumindest, wenn man Spaß haben möchte.

Erst in den Park (dunkelgrün), danach die Nordküste bis zum Lighthouse

Die Auswahl an Autovermietern in Aruba ist riesig und in Dutzenden zu bemessen. Das bedeutet leider nicht, dass diese Konkurrenz sich positiv auf den Preis niederschlägt. Zu Zeiten des Lockdown kam man mit ca. 220$ pro Woche davon. Für einen Kleinwagen. Von solchen Preisen kann man aktuell nur träumen. Auf Aruba herrscht Hochsaison. Trotzdem beißen wir (also die SY Samai in Kooperation mit der SY Sissi) in den sauren Apfel und mieten uns einen Jeep Wrangler… 165$ für einen Tag.

Nummer 1

Schon die Abholung erfordert Geduld. Reichlich nach dem vereinbarten Termin wird der Wagen vorgefahren. Fünf Leute haben darin Platz. Aber warum hat er dann nur vier Gurtschlösser? Man verspricht uns einen prompten Tausch. Ein anderer Jeep wird herangeschafft. Dieser hat fünf Gurtschlösser. Nur sehen leider auch die Reifen schlechter aus. Egal. Wir haben jetzt schon eine Stunde Verspätung. Los geht es Richtung Nationalpark. Die leuchtende Motorlampe ignorieren wir. Ist sicher nur eine anfällige Inspektion. Aber warum nur schlingert der Wagen auf gerade Straße so hin und her? Ahnt er etwa, dass Segler an Bord sind?!?

Arikok Parke Nacional Aruba

Der offiziell im Jahr 2000 gegründete Arikok Nationalpark umfasst mit seinen 34km2 etwa 18% von Aruba. Hier bekommt man einen Eindruck der ursprünglichen Insel, die heute ansonsten in weiten Teilen zersiedelten ist. Auf dem offiziellen Park-Plan sind ganze 20 Points of Interest verzeichnet. Aber da wird auch so manche Mücke zum Elefanten gemacht. Und die Windturbinen für die Straßenbahn liegen noch nicht einmal im Park selbst. Wir konzentrieren uns auf die echten Höhepunkte.

Piste zum…

Conchi Natural Pool

Das erste Ziel ist der durch Lavafelsen gut vor der rauen See geschützte Conchi Natural Pool. Einer der bei Touristen wie Einheimischen beliebtesten Orte der Insel. Aber halt nur mit einem 4×4-Jeep zu erreichen. Wir merken recht schnell, dass das keine leere Drohung ist. Über viele Steine und wenige Stöcke schaukeln wir uns voran bis zum Parkplatz. Von hier sind es nur noch ein paar Stufen und wir können ins kühle Nass. So denken wir. Vor Ort dann die Ernüchterung. Die See ist heute rau. Also wirklich richtig rau. Immer wieder brechen Wellen über die Felsen in den plötzlich gar nicht so geschützt wirkenden Pool. Der Park Ranger erläutert das Offensichtliche… Baden verboten! Die großen Jungs spülen den Frust mit einer Gerstenkaltschale runter.

Raue See…
… steigt in den „geschützten“ Pool
„Baden verboten!“

Nun gut. Wir kämpfen uns die Piste wieder bergan Richtung Straße. Doch warum gibt der Wagen einen Temperaturalarm. Die Anzeige ist direkt nach dem Anlassen am Anschlag, geht kurz darauf jedoch runter auf Null. Na dann geht das wohl noch. Wahrscheinlich ein defekter Sensor? Doch warum riecht das hier so komisch nach einer Mischung aus Gummi und verbranntem Öl? Und warum qualmt unser Auspuff so? Egal, ist ein Mietwagen. Trotzdem schleicht sich eine gewisse Nervosität ein.

Nummer 2
Sichel voraus?!?

Fontein Cave

Wir fahren langsam aber stetig weiter zur nächsten Attraktion. Einer von zwei zu besichtigenden Höhlen. Der Wagen scheint nun doch ernsthafte Probleme zu haben und geht zwischenzeitlich aus. Nur mit Mühe lässt er sich zur Weiterfahrt überreden. Kurz vor dem Parkplatz kommt weißer Qualm unter der Motorhaube hervor und zwei Meter vor der angedachten Parklücke ist endgültig Schluss. Der Jeep qualmt still schweigend vor sich hin. Doch unser Plan geht auf. Hier sind Parkranger mit Funkgeräten. Über die Zentrale wird der Mietwagenverleih informiert, der uns einen Austauschjeep zugesagt. Das wäre dann also die Nummer 3 am heutigen Tag.

Ok, wir haben nun also etwas Zeit. Als kleine Überraschung zeigt uns der Ranger zunächst ein ganz besonderes Tier: das dösendes Exemplar einer auf Aruba endemischen Unterart der Schauer-Klapperschlange (Crotalus durissus unicolor). Ihre Mortalitätsrate liegt immerhin bei 10-40%. Wir halten respektvollen Abstand.

Sie scheint satt zu sein.

Danach vertreiben wir uns die Zeit mit einem maritimen Fußpeeling. Schuhe aus, Füße ins Wasser und ganz fest die Zähne zusammenbeißen. Nicht, weil die knabbernden Fische schmerzen, sondern es gerade am Anfang so unsäglich doll kitzelt.

Fontein Cave selbst präsentiert sich recht düster und zeichnet mit seinen bizarren Felsen immer wieder Fratzen und Umrisse in die blühende Fantasie der Besucher. Nur die etwa 50m tiefe Eingangshalle ist für Besucher zugänglich. Weiter hinten hausen viele Langnasen-Fledermäuse, deren Ausscheidungen nicht gerade gesundheitsfördernd sind. Doch auch hier vorne huschen schon kleine Kakerlaken über die Steine.

Warum nur Samuel brauch unbedingt so viele Fotos von den Kakerlaken?

Bemerkenswert sind die alten Zeichnungen, welche die indigenen Arawak in der präkolumbischen Zeit an der Decke hinterlassen haben. Besonders das Symbol für Stärke ist heute ein beliebtes Tattoo-Motiv.

* MUT *

Quadirikiri Cave

Mit dem dritten Jeep des Tages fahren wir weiter. Auch hier leuchtet die Motorwarnlampe. Dazu noch die Reifendrucklampe, aber der Kollege sichert uns zu, dass das wirklich nur ein defekter Sensor sei. Ach ja, natürlich sind hier wieder nicht mehr als vier Gurtschlösser… aber darüber wollen wir jetzt wirklich nicht weiter reden.

Eingang zur Quadirikiri Cave

Nächster Stopp ist die locker-leicht über die Lippen gehende Quadirikiri Cave. Sie ist eine der größten Grotten auf Aruba und bietet mit ihren drei großen Räumen einige schöne Winkel und Perspektiven zu entdecken. Für stimmungsvolle Beleuchtung sorgen Deckenlöcher, durch die einer alten Sage nach schon die Geister eines hier getrennt eingeschlossenen und letztlich verstorbenen, unglücklichen Liebespaares entschwunden sind.

..Samuel versucht eine der umherschwirrenden Fledermäuse zu erwischen…

Boca Prins

Nach den Höhlenbesuchen brauchen wir noch etwas frische Luft. Die lassen wir uns bei Boca Prins um die Nase wehen. Der schöne, ausgesprochen saubere Strand mit seinen Dünen im Hintergrund lädt aufgrund der starken Brandung leider nicht zum Baden ein. Die Kraft der Wellen zeigt sich von ihrer ungezähmten Seite.

Im Hintergrund die Dünen…
… von Boca Prins.

Daimari Beach

Damit haben wir Arikok Nationalpark genug gesehen. Lieber soll es noch ein bisschen über die Piste gehen… nun, da wir einen Jeep haben, der uns anscheinend aus- und den Tag durchhält. Weiter geht es zum Daimari Beach. Normale Autos halten auf dem Hügel. Wir fahren runter und ich frage still in mich hinein, ob es nicht vielleicht auch einen anderen Rückweg gibt.

Ziegenimpression auf dem Weg.
Hier fahren wir jetzt runter.

Mal schauen, zuvor spazieren wir zum Strand. Je näher wir kommen, umso deutlicher wird das Desaster. Im Nationalpark werden die Strände regelmäßig gereinigt. Dieser hier ist mehr oder weniger sich selbst überlassen… und sammelt den vorwiegend karibischen Müll der Meere. Uns fehlen die Worte. Und das, wo es auf anderen Inseln wohl noch viel schlimmer aussehen soll. Unfassbar traurig machen wir uns auf den Rückweg.

Die Fahrt den Hang hinauf verläuft erstaunlich problemlos. Vorher in Gedanken die Route abgesteckt und dann 4×4 hoch. Oben gönnen wir uns erst einmal eine Erfrischung.

Ok, dann mal los…

Die Fahrt geht noch weiter. Zunächst wieder einmal vorbei am „New Natural Pool“ steuern wir nun die Piste entlang der rauen Ostküste Arubas bis hoch zum California Lighthouse an. Doch von dieser Fahrt möchte gerne ein anderes Crewmitglied berichten…

Hier fahren wir gerne vorbei… ;-)

Nachwuchs bei den Eseln… Chamito ist da!

Montag, 25. Oktober 2021

Eigentlich sind die Esel im Donkey Santuary alle kastriert. Die Jungs wollen zwar immer mal wieder, aber sie können nicht. Da ist die heutige Nachricht von einem Esel-Baby natürlich eine große Überraschung. Eine Erklärung findet sich schnell. Die frischgebackenen Mama Woods kam vor knapp einem Jahr ins Donkey Sanctuary. Die Tragzeit von Eseln beträgt jedoch bis zu 14 Monate. Und schon ist er da, der kleine Chamito.

Seine Überlebenschancen sind leider nicht sonderlich hoch. Stichwort: „Genpool“. Anfang der 1970‘er gab es noch 20 Esel auf Aruba. Und von denen stammen alle knapp 150 heutigen Esel ab. Da stehen die Chancen auf eine ordentliche Erbkrankheit nicht allzu schlecht. Es ist schon eine Weile her, dass hier geborener Nachwuchs das Erwachsenenalter erreicht hat. Hoffentlich durchbricht Chamito diesen Fluch.

Willkommen auf der Welt!

Dienstag, 26. Oktober

Nur einen Tag nach seiner Geburt nimmt Jörg uns zu einem Besuch des neuen Erdenesels mit. Echt süß der Kleine. Kaum zu glauben, dass er gerade gestern geboren wurde. Er sieht fast schon wie ein fertiger Esel aus. Nur halt etwas kleiner und viel flauschiger.

Chamito ist noch etwas wacklig auf den Beinen, aber findet zielstrebig die Milchbar seiner Mutter. Wenn sie ihn denn lässt. Woods ist mit der Gesamtsituation nicht so ganz zufrieden. Zuviel Unruhe. Oft würdigt sie den Kleinen keines Blickes und lässt ihn auch nur widerwillig trinken.

Sonntag, 31. Oktober

Chamito ist nun schon knapp eine Woche alt und natürlich der unangefochtene Liebling im Donkey Sanctuary. Trotzdem läuft es noch nicht so richtig rund. Woods gibt zwar endlich etwas mehr Milch, lässt ihren Sohn aber nur hin und wieder mal ran. Zu selten. Im Moment sieht er wirklich nicht so gut aus. Die Tierärztin gibt ihm eine Kochsalzlösung und empfiehlt, die zwei besser von den anderen Eseln zu separieren. Auch in der freien Wildbahn würde sich die Mutter mit ihrem Kind zunächst etwas von der Herde absondern. Hoffentlich hilft es.

Freitag, 5. November

Wieder einmal schauen wir unter der Woche vorbei. Mama Woods und der Kleine haben inzwischen ihren eigenen Bereich inklusive großem Außengehege. Chamito geht es sichtlich besser. Erstmals tobt er unter freiem Himmel herum und versucht sich in schnellerem Lauf und übermütigen Hüpfern. Auch wenn er natürlich immer noch Milch trinkt, schnuppert er schon einmal neugierig an Mamas Kraftfutter. Es geht bergauf.

Sonntag, 7. November

Heute dürfen wir zum ersten Mal zu Woods und Chamito in das Freigehege. Natürlich kommen wir mit Gastgeschenken: Mohrrüben für die Mama! Woods kommt nah ran und lässt sich füttern. Chamito bleibt immer an ihrer Seite und kommt so auch sehr dicht zu uns. Er kann sich nicht so recht zwischen Scheu und Neugier entscheiden. Die Mama lässt ihn gewähren.

(c) SY Sissi

Freitag, 12. November

Es ist wirklich ein Auf und Ab. Eigentlich gedeiht Chamito prächtig. Doch Mama Woods gibt immer weniger Milch. Das Heu ist auch noch nicht wirklich was für ihn und Ersatzmilch verschmäht er bislang. Noch hat er ein paar Reserven…

Sonntag, 14. November

Nun also doch ein wenig Heu? Chamito scheint zumindest mal zu probieren. Doch ohne ausreichend Milch sieht es düster aus. Wir wollen nicht an die möglichen Konsequenzen denken. Sollte es nach all den überwundenen Anfangsschwierigkeiten wirklich kein Happy-End für den Kleinen geben?

Sonntag, 21. November

Gute Nachrichten! Chamito trinkt nun endlich auch die mit der Flasche dargebotene Ziegenmilch und ist sichtlich munterer. Weiter so!

Sonntag, 28. November

Heute ist ein besonderer Tag für Chamito. Und für Maila. Dem Kleinen geht es offensichtlich immer besser. Darum trauen wir uns mit einer ordentlichen Portion Mohrrüben bewaffnet in das Freigehege. Mama Woods hat wieder einmal nur Augen für die mitgebrachten Leckereien. Doch auch Chamito schnuppert neugierig an der nach Gemüse duftenden Hand. Dann versuchen wir es. Vorsichtig hält Maila dem nun gerade mal gut einen Monat alten Baby-Esel ein kleines Stück Mohrrübe hin. Anfangs findet die kleine Schnute das begehrte Stück noch nicht. Vorsichtig wird die reichende Hand abgetastet. Doch dann verschwindet das orange Stück im Maul und Chamito kaut zum ersten Mal in seinem Leben auf einem Stück Mohrrübe.

Sonntag, 5. Dezember

Unser letzter Besuch um Donkey Sanctuary. Chamito macht riesige Fortschritte. Er isst nicht nur gerne Mohrrüben, sondern lernt darüber hinaus nun auch schon so langsam die flehend-bettelnden Blicke, denen kein Baby-Esel-liebender Mensch widerstehen kann. Seine Scheu hat er weitgehend abgelegt, so dass unser erneute Ausflug in das separate Freigehege eine wunderschöne Abschiedserfahrung wird. Der Kleine knabbert das dargereichte Gemüse fast so genüsslich die Mama Woods und lässt sich so ausgiebig wie nie zuvor durch sein super-flauschiges Fell streicheln. Soooooo süüüüüüß!

So wollen wir den kleinen Chamito in Erinnerung halten. Alles Gute für den weiteren Lebensweg… Du hast einen Platz in unseren Herzen!

Chamito und Woods

Wenn Fliegen hinter Fliegen fliegen…

… fliegen Fliegen fliegen Fliegen fliegen Fliegen fliegen Fliegen fliegen Fliegen fliegen Fliegen Fliegen hinterher. So fühlen wir uns hier in der Varadero Marina von Aruba nicht nur manchmal. Nein, natürlich ist ein kleines Familienboot kein Ort steriler OP-Atmosphäre. Doch das ist eigentlich schon immer so. Geändert hat sich nur eines: die Anzahl Fliegen. Es ist also wohl doch ein lokal arubanisches Problem, dass wir hier regelmäßig über ein Dutzend summende Plagegeister an Bord haben.

Unser großer Tierfreund Samuel kann nicht anders und zückt immer wieder das Handy, um damit möglichst gelungene Großaufnahmen zu machen. Natürlich sind alle Fotos in diesem Beitrag von ihm gemacht! Dabei geht es Samuel nicht nur um Fliegen, sondern gleich jede Art kleiner Sechsbeiner.

Besonders hat es ihm dann aber noch eine Fliege mit großen roten Augen angetan. Er sucht im Internet und verkündet stolz, dass das wohl eine orientalische Latrinenfliege sei. Die Eltern nutzen die Gelegenheit zur Erörterung des (auch laut Duden) wenig benutzen Wortes „Latrine“ und betiteln diesen ungebetenen Gast schlicht als „Scheißhausfliege“. Sehr zum Ärger von Samuel.

Die grundsätzliche Frage ist jedoch, was wir gegen die Fliegen tun können. Es befindet sich zwar so ein moderner, elektrischer Fliegentennisschläger an Bord. Doch wirkliche erfolgreich ist die Jagd damit nicht. Die lokalen Supermärkte bringen schnelle Hilfe. Hier gibt es die guten alten, in der praktischen Anwendung deutlich effizienteren Fliegenklatschen immer gleich im 3er-Pack.

Daneben gibt es auch noch – vorwiegend chinesisches – Fliegenpapier. Das ist auf Aruba ausgesprochen beliebt. Einfach nur auseinanderziehen und irgendwo hinlegen. Im Laufe der Zeit sammeln sich die kleinen Plagegeister darauf und kommen nicht mehr weg. Als Maila das sieht, ist das Ende dieser Methode jedoch schnell besiegelt. Die festgeklebten Fliegen, die sich noch eine Weile bewegen, bevor sie in die ewigen Summgründe eingehen, erregen ihr Mitleid. Nein, so geht das nicht. Da ist eine Fliegenklatsche viel humaner.

So müssen wir also manuell auf die Jagd gehen. Ein zweites 3er-Pack hilft dabei, die Fliegenklatschen strategisch günstig an Bord zu verteilen, so dass immer eine in Reichweite ist, wenn sich dieser Anblick zeigt… von Fliegen, die hinter Fliegen fliegen…

Any given Thursday… Miiiaaauuuuuuu!!!

Heißt der Film nicht „Any given Sunday“? Ja, das tut er, doch der veränderte Titel hat seinen Grund. Jeden Donnerstag geht es nämlich für uns zu den … ihr ahnt es sicherlich … richtig: Katzen. Aber dort gibt es auch Hunde. Es geht um das Tierheim, in dem Jörg jeden Donnerstag ehrenamtlich unterstützt. Da fällt es ihm nicht schwer, uns mitzunehmen. Heute möchte ich euch in das Animal Shelter Aruba einladen.

Direkt vor dem wirklich hübsch bunt angemalte Gebäude begegnen uns die „externen“ Katzen. Leider ist für sie kein Platz im Shelter, aber hier draußen bekommen sie wenigstens Futter und Wasser. Einige von ihnen lassen sich streicheln.

Im Tierheim treffen wir die Leiterin Sandy und andere Ehrenamtliche. Der Eingangsbereich besteht aus der Küche, Toilette, Abstellräumen und einem Shop. Und da hören wir die ersten Tiere. Kläffen von Hunden und Miaus von Katzen und ein Bumm von … ja, welches Tier macht Bummgeräusche? Ich schaue mich um und sehe einen Hund, der an dem unteren (geschlossenen) Teil der zweiteiligen Tür hochspringt. Dieses Hochspringen, das mit einem Aufprall verbunden ist, macht dann „Bumm“. Maila hat jetzt schon Angst. Das kann ja heiter werden.

Geschafft… wir sind bei den Katzen!

Um in das Katzengehege zu gelangen, muss man einmal quer durch den Innenhof. Natürlich sind die Hunde (je nach Alter) auch in ihren Käfigen zusammen untergebracht, aber einige Hunde dürfen im Innenhof herumlaufen. Diese freuen sich natürlich, wenn Menschen kommen und springen auch mal gerne hoch. Maila hat leider nach einem schlechten Erlebnis an der Ostsee Angst, aber versucht trotzdem tapfer zu sein. Also Augen zu – ein wenig Kreischen schadet auch nicht – und durch. Maila hält Samuel immer zwischen den Hunden und sich selbst. Nach den paar Metern ist es geschafft. Hier bei den Katzen kommt kein Hund hinein. Tief durchatmen und entspannen. Zumindest wenn man das bei dem Lärm kann. Die Katzen miauen aus vollem Mund. Einige hängen an den Gittern und miauen was das Zeug hält. Sie wissen, dass es bald Futter gibt.

Das Katzengehege besteht aus einer Küche mit Vorratsraum, einem großen Gehege für die meist älteren Katzen und einem kleineren Gehege für die jungen Mietzen. Es gibt noch ein wirklich sehr kleines Gehege, das für Neuankömmlinge gedacht ist, solange sie noch z.B. Impfungen oder Läusespray brauchen.

Francine
Lala

Wie immer beginnen wir mit dem Gehege der älteren Katzen, das laut Jörg gerade fast überfüllt ist. Alle Geräte die wir benötigen werden aus einer Abstellkammer geräumt und bereitgestellt. Jörg bereitet zwei Futternäpfe mit Nassfutter vor und stellt sie mitten in den Gang der Küche. „Wie sollen die Katzen denn da ran kommen?“, frage ich mich, als Jörg die dritte Nassfutterportion zu den kleinen Babykatzen in das zweite separatem Gehege stellt. Er öffnet kurz das Gitter, tut das Futter hinein und schließt es wieder. Dann geht es zu den älteren Katzen. Jörg öffnet auch deren Gehege und die miauenden Katzen sprudeln heraus wie ein Wasserfall. Alle haben ein Ziel! Die Futternäpfe.

Nun ist das Gehege fast leer. Maila, ich (Samuel) und Jörg gehen hinein und räumen alle Spielzeuge auf einen Tisch in der Mitte. Während Maila die Trockenfutternäpfe in den Gang bringt, säubert Jörg die Klos und ich fege den Fußboden. Als wir damit fertig sind, scheuere meist wieder ich den Boden gründlich ab. Katzen sind sehr reinliche Tiere. Aber Wasser können sie erstaunlicherweise nicht ausstehen. Spätestens jetzt sind alle Katzen aus dem Gehege raus.

Max (ein hübscher hellbrauner Kater) und Elvis (ein hübscher grau-schwarz getigerter Kater) sind sehr scheu und lassen sich so gut wie nie streicheln. Meist verkriechen sie sich hinter den Toiletten. Während der ganzen Putz-Aktion des großen Geheges verstecken sich die beiden immer in der Küche hinter den großen Futterpaketen aus massivem Plastik. Aber manchmal darf auch ich sie streicheln. Das ist eine große Ehre.

Der Boden wird dann noch sauber abgespritzt und abgezogen und die Toiletten und das Futter wandern wieder in das Katzengehege. Wie es sich für eine anständige Katze gehört, werden drei der vier Klos auch schon direkt nach dem Saubermachen benutzt. Die Katzen haben extra mit ihrem Geschäft gewartet, bis die Klos frisch sind, erklärt mir Jörg. Manchmal sind die Putzkräfte (wir) aber nicht schnell genug. Da muss man als Katze dann halt in dem Kehrblech aus Plastik, dem Waschbecken, im Mülleimer (das ist praktisch, weil es dann gleich entsorgt ist), dem noch nicht mit Streu gefüllten Klo oder wenn alles nichts hilft auf dem Boden sein Geschäft erledigen. Wir sind nicht wirklich begeistert.

Danach werden die anderen Käfige gereinigt und dann endlich Kuscheln! Jede Katze ist individuell. Die meisten mögen unsere Streicheleinheiten wirklich sehr und schnurren wie wild. Wenn ich z.B. aufhöre Goldie zu streicheln, miaut sie sofort, dass ich doch bitte weiter streicheln solle. Sehr gern setze ich mich auf den Boden und die besonders verschmusten und verspielten Mietzen kommen von ganz alleine. Maila streichelt auch sehr gern, aber besonders gern spielt sie mit ihnen. Es gibt dort eine Kette und einige Glöckchen und die Katzen sind ganz wild darauf, sie zu jagen.

Lou
Max

Wir besuchen auch gern die Hundewelpen und kuscheln auch mit ihnen. Ich schaffe es sogar Maila in das Gehege der Puppies (Hundebabys) zu bringen. Da nimmt sie auch noch eines auf den Arm!!!

Nun sind wir jeden Donnerstag im Tierheim. Natürlich werden manchmal auch Katzen oder Hunde adoptiert oder abgegeben. Darum ändert sich die Besetzung der zu beschmusenden Katzen und Hundewelpen wöchentlich.

Am letzten Tag im Tierheim kommen drei neue Katzen, die im Sondergehege untergebracht werden. Sie sind sehr, sehr sehr ängstlich und versuchen ihre Angst unter Drohgebärden wie Fauchen und Ohren anlegen zu überspielen. Sie haben bestimmt Schlimmes erlebt. Es ist schwierig sie wieder ins Gehege zu bringen, nachdem sie Angst vor uns hatten und bis unters Dach geklettert sind. Aber nach gefühlt hundert Versuchen haben wir es geschafft. Der eine Kratzer an der Hand, der von einer solchen Katze stammt, ist am Nachmittag auch schon nicht mehr zu sehen.

Die acht Donnerstage auf Aruba sind immer ein tolles Erlebnis, auf das wir uns jede Woche freuen. Genau wie das „Donkey Sanctuary Aruba“ am Sonntag. Danke Jörg! Und nach unserer Rückkehr möchten wir auf jeden Fall ein oder zwei Katzen als Haustiere haben, Esel sind ja leider zu groß.

Samuel & La Skipper

Any given Sunday… IH-AAAHHH!!!

An jedem verdammten Sonntag… So heißt ein wirklich unvergesslicher Film mit Al Pacino und Cameron Diaz und es geht um Football. Eben an jedem verdammten Sonntag. Auch wir sehen uns sehr gern Football an, aber wir müssen es aufnehmen und versuchen es zeitnah zu schauen. Klappt nie. Zu viel Schulunterricht, Bootsreparaturen, Ausflüge und sowie einer gemeinsamen Abendplanung mit Kindern. Aber darum soll es hier gar nicht gehen. Es geht um Esel.

Jörg von der SY Sissi arbeitet schon lange als Volontär im Donkey Sanctuary Aruba. Und jeden Sonntag nimmt er uns mit. Es ist ein sehr angenehmes Klima dort. Die Hitze von Aruba schlägt sich dort zwar auch nieder, aber im offenen Besucherzentrum weht immer ein sehr angenehmer Wind. Außerdem gibt es Eis und kühle Getränke. Natürlich gibt es auch Katzen. Sie sind so süß und wenn sie gute Laune haben, legen sie sich entspannt auf den Tresen und lassen sich endlos streicheln.

Auf der Eistruhe ist es kühler
(c) SY Sissy

Die Hauptattraktion sind aber natürlich die Esel. Direkt um das Besucherzentrum herum stehen einige der wohlgenährtesten Exemplare und betteln was das Zeug hält. Einige machen interessante Geräusche, andere schauen so herzzerreißend unschuldig und wieder andere versuchen zu grinsen. Aber alle recken ihre Hälse durch die Stäbe.

Möhrchen hier rein bitte! ;-)

Natürlich gönnt der eine dem anderen nicht mal ein kleines Pellet, denn die kann man hier kaufen und verfüttern. Von Jörg wissen wir aber, dass sie besonders gerne Mohrrüben fressen. Erst haben wir sie noch klein geschnitten, aber später wurde Samuel mutiger und ist mit einer ganzen Mohrrübe los und hat es tatsächlich geschafft, eine Mohrrübe an neun verschiedene Esel zu verfüttern. Klappt aber nicht immer. Geschickt die Möhre nach oben gehalten und sobald der Esel zugebissen hat, kräftig dran gezogen. Esel sind aber auch wirklich hartnäckig.

Die nächste Eskalationsstufe: aus dem sicheren Geländer raus mit einer Karotte in der Hand. Nur für Mutige zu empfehlen. Gleich umringen ihn locker zehn Esel und alle wollen die eine Karotte! Rücksicht gibt es nicht. Sie treten mit ihren Hinterläufen aus. Natürlich tun sie Samuel nichts, aber wenn er ungünstig dazwischen gerät… manchmal stellen sich die Esel auch mal aus Versehen auf seinen Fuß. Aua!

Die anderen Familienmitglieder bleiben erst einmal hinter dem sicheren Zaun und machen Fotos. Wenn die Esel sich wieder verteilt haben, trauen wir uns auch wieder raus, aber besser ohne Karotte.

Interessanterweise fressen die Esel auch Kakteen. Das will ich gar nicht glauben, aber einige Spuren auf dem Gelände zeugen davon. Zuerst entfernen sie wohl sorgfältig die Stacheln und dann gibt es kein Halten. Sie sind ganz schön verfressen und kennen wohl kein klassisches Sättigungsgefühl.

Ein ganz besonderer Esel, der von allen immer eine extra Portion bekommt, ist Kamino. Er ist, wie viele andere Esel auf dieser Insel, von einem Auto angefahren worden. Allerdings war er damals noch ein sehr junger Esel. Der Tierarzt hat versucht sein Bein zu retten, aber es ist nicht gelungen. Kamino ist stark und hat gelernt auf 3 Beinen problemlos umherzulaufen und auch geschickt mit einem zweibeinigen Drehpropellerkick sich gegen die Anderen zu behaupten. Leider verheilt seine Wunde aufgrund des schwierigen Sauberhaltens in diesem Klima nur mäßig, so dass er immer gut an seinem T-Shirt zu erkennen ist. Und natürlich an seinem fehlenden Bein.

Extra-Kuscheleinheit von Anneke

Wir haben echt ganz viele Esel gestreichelt, gebürstet, gefüttert und gestreichelt und nochmal gestreichelt und nochmal gefüttert. Vorher hatte ich nicht so wirklich eine Vorstellung von Eseln als süße Tiere und habe sie eher als störrische Lastentiere gesehen. Aber hier finde ich sie einfach toll und sie sind wirklich lieb und sehr gut zum Streicheln geeignet. Pferde finden alle toll. Doch Esel sind im Grunde auch Pferde. Nur eben mit mehr Starrsinn. Sie streiten sich, vertragen sich aber trotzdem und schließen Freundschaften für die Ewigkeiten. Wie zum Beispiel Gypsy und Diva. Nie geht einer ohne den anderen! Wer wünscht sich das nicht manchmal.

Nicht jeder Esel lässt sich so genüsslich bürsten.
Gypsy & Diva

Irgendwie sollten wir Menschen vielleicht doch einmal etwas mehr den Esel in uns hinauskehren… nicht wahr?!

La Skipper