Maila unter Waschbären

Panama, Anfang Juni 2021

Ja, dieses Mal geht es um Waschbären. Wir liegen gemütlich in einer Marina. Da erzählt Papa, dass er hinter dem Tor, dort wo die Duschen und der Parkplatz sind, Waschbären gesehen hat. Natürlich waschen die Bären keine Wäsche. Man hat aber beobachtet, wie sie ihr Essen waschen. Daher der Name: Waschbären.

Als Papa uns das erzählt hat, wollten wir natürlich auch einmal die Waschbären sehen. Wir brauchten eine Chipkarte. Mit der konnte man vorne das Tor öffnen. Und wirklich liefen dort Waschbären rum. Ich wusste aus Tierbücher, dass Waschbären auch mal kratzen oder zubeißen können. Deswegen war ich vorsichtig. Wir haben als erstes drei gezählt. Ihr Aussehen war wie ein Waschbär halt aussieht. Ein leicht gestreifter Schwanz, eine schwarze Augenmaske, darum etwas weiss und sonst grau. Und sehr scharfe Krallen.

Zum Glück haben die Waschbären erstmal Abstand gehalten. Immer wenn wir in die Stadt wollten, waren sie da und kommen auch einmal neugierig näher. Samuel und Mama fanden sie sehr süß und verstanden mein Misstrauen überhaupt nicht. Mit jedem Tag hatte ich das Gefühl, dass es mehr wurden. Wir laufen gerade über den Parkplatz und entdecken vier Waschbären. Sie laufen einfach hier in der Marina herum. Aber meistens ignorieren sie uns.

Einmal als wir den Steg hoch gegangen sind, haben wir an den Steinen, die am Wasser liegen, etwas entdeckt. Da sind ein paar Höhlen. Da kam gerade ein Waschbär raus und kletterte die Steine hoch. Ein anderes Mal war Mama gerade Müll entsorgen und hat erzählt, dass sie gerade den Müllsack in die Mülltonne tun wollte. Dann kam plötzlich aus der Mülltonne ein Waschbär. Cool! Das hätte ich gerne gesehen.

Sie wurden immer neugieriger. Letztendlich haben wir fünf gezählt. Nach einem Großeinkauf von Mama und Papa musste ich im Hafen auf das Gekaufte aufpassen. Leider bin ich die Kleinste. Schon kommen zwei Waschbären und sind immer näher gekommen. Einer hat sich unter einem Auto angeschlichen. Ich habe mir ein Schubkarre in die Hand und die beiden genau ins Auge genommen. Endlich sind sie gegangen. Dann kam auch Mama und hat mich abgelöst. Erst dann habe ich gemerkt, dass ich elf Mückenstiche bekommen habe. Na toll! Danach war meine Laune nicht mehr so gut.

Auch sonst haben wir sie immer wieder gesehen. Langsam wurde ich mir sicherer, dass sie uns wohl nicht attackieren. Ich war aber immer auf der Hut wenn Waschbären in der Nähe waren. Und das war im Hafen fast immer.

Im Wasser bei uns am Steg war auch etwas Interessantes. Nämlich Kugelfische. Ja Kugelfische! Als wir als das erste Mal einen gesehen haben, waren wir sehr erstaunt. Ich wusste gar nicht, dass es hier Kugelfische gibt. Aber warum nicht ? Aber hier im Hafen? Das Rätsel bleibt ungeklärt. Obwohl wir uns nicht ganz einig sind ob es Kugelfische oder Kofferfische sind. Es könnte auch ein Kofferfisch sein. Der Kugelfisch, ich nenne ihn so, war braun mit dunklen Flecken. Er hatte Stacheln. Da sind wir uns sicher! Der Kugelfisch hat am Steg die Algen und Muscheln gegessen. Dabei war auch mal eine Flosse aus dem Wasser. Er war gerade nicht aufgeblasen. Warum auch?

Immer wieder haben wir ihn gesehen. Auch mal auf der anderen Seite des Stegs. Am Abend haben wir zwei im Wasser gesehen. Einer war etwas größer. Am Tag haben wir dann auch den größeren gesehen. Nur am Abend haben wir sie zu zweit gesehen. Sonst immer einzeln. Komisch. Warum nur? Die beiden, zumindest glauben wir das es zwei waren, konnte man gut an der Größe unterscheiden. Der große und der kleine sahen sich ziemlich ähnlich. Obwohl ich mir nicht 100% sicher bin, ob der große auch Stacheln hatte. Zumindest haben beide uns immer mal wieder besucht.

Andere Fische haben wir auch gesehen, nämlich unter unserem Boot. Dort knabbern sie die Algen ab. So vermuten wir. Es sind verschiedene. Ein paar haben schwarz-gelbe Zebrastreifen. Und andere sind ganz grau.

Auch in der Luft sind ein paar Tiere hier. Am meisten Geier. Sie fliegen über uns hinweg, setzten sich auf Bäume und beobachten ihre Umgebung. Sie heißen Rabengeier. Sie haben auch eine ähnliche Färbung wie Raben. Immer waren sie da und haben beobachtet. Doch es gab auch kleinere Vögel. Einer hieß Bindenmeisenwürger. Er ist ziemlich klein und weiß-schwarz gestreift. Sieht schick aus! Es war ein Männchen. Auf dem Kopf hat er eine schwarz Krone. Zumindest sieht es so aus. Ihn haben wir leider nur einmal gesehen und kein Foto gemacht. Dafür von anderen Vögeln.

Silberreiher
Humboldtscharbe
Weibliche Großschwanzgrackeln
Aztekenmöve

Hier im Hafen gibt es überraschende Tiere.

Maila

Liegeplätze in Panamá City

Anfang Juni 2021

Vor unserer Ankunft in Panama haben wir uns natürlich versucht schlau zu machen, wo man sich mit dem Boot sinnvoll hinlegen kann. Die Informationen dazu sind verstreut und anscheinend nicht immer vollständig. Daher wollen wir hier mal kurz unsere Erkenntnisse zusammenfassen. Natürlich handelt es sich um eine subjektive Sicht, unter anderem weil wir nicht alles persönlich ausprobiert haben, sondern auch auf Informationen anderer, vor Ort getroffener Segler zurückgreifen. Trotzdem ist es hoffentlich eine kleine Hilfe.

Also… vor Panama City finden sich für durchreisende Langfahrtsegler im Wesentlichen folgende Liegeplatzoptionen:

Flamenco Marina

Wir nennen die Flamenco Marina nicht zuerst, weil wir sie für die beste Wahl halten, sondern weil sie oft als einzig sinnvolle Wahl genannt wird. Das sehen wir allerdings ganz anders. Das Feedback anderer Segler ist ebenso niederschmetternd wie eindeutig. Zunächst einmal ist es die teuerste Option vor Ort. Selbst ein kleines Boot wie unseres kann mit knapp 100$ pro Tag rechnen. Wenn man sich dafür willkommen fühlen würde, wäre es ja zwar schmerzlich aber halbwegs ok. Doch auch hier hapert es wohl sehr. Von „sehr unfreundlich“ und „keinerlei Service“ bis zu „die wollen nur dein Geld“ reichen die uns gegenüber geäußerten Kommentare.

Positiv anzumerken ist die Ausstattung an Land. Hafenkapitän und Immigration vor Ort bieten eine Ein- bzw. Ausreise mit sehr kurzen Wegen. Ein kleiner Markt hat eine gute und nicht allzusehr überteuerte Auswahl an Wein, Bier, Snacks, (sehr gutem) Käse und ähnlichem. Es gibt zwei kleine Bootsausstatter (mit eingeschränkter Auswahl), einen großen Duty-Free-Laden (haben wir allerdings nicht besucht) und diverse Restaurants. Die Stege dagegen sind augenscheinlich in die Jahre gekommen. Schließlich liegt gleich neben der Ausfahrt die große Baustelle für einen neuen (Kreuzfahrer-?!)Pier.

=> Von uns gibt es für die Flamenco Marina definitiv keine Empfehlung.

La Playita Marina

Einmal um die Halbinsel herum liegt an der Einfahrt zum Panamakanal die La Playita Marina (VHF Ch.09). Hier haben wir zwei Wochen gelegen und die Entscheidung nicht bereut. Ja, auch sie ist nicht günstig, aber mit aktuell 1,50$ pro Fuß und Tag (zzgl. Steuern) immer noch billiger als die o.a. Alternative. Der Empfang ist ausgesprochen freundlich, die Damen im Hafenbüro ebenso nett wie alle Mitarbeiter auf den Stegen. Für 130$ kommen zwei Taucher und befreien unseren Rumpf endlich von den letzten Bewuchsresten aus Ecuador. Weitere Hilfe wird angeboten, z.B. für elektrische Arbeiten. Aus La Playita fahren täglich Fähren zu den vorgelagerten Inseln und es kommt bei ungünstigem Wind etwas Schwell rein. Etwas unangenehm, wenn man weit außen liegt, aber nach unseren Information auch kein exklusives Problem dieser Marina.

Direkt vor der Tür findet sich Amador, ein gerade am Wochenende beliebtes Ausflugsziel mit Restaurants, Geschäften (darunter ein kleiner Abernathy), Fahrradverleih, (recht teurem) Minimarkt, einer Kartbahn(!) und ähnlichem.

=> Wenn man Wert auf einen Steg legt, ist die La Playita Marina vor Panama City unsere Empfehlung.

La Playita Anchorage

Direkt vor der Einfahrt zur Marina liegt eine kleine Ankerbucht. Diese ist jedoch vom Schwell der Einfahrt zum Panamakanal ebenso betroffen wie von ungemütlicher See bei falschem Wind. Ein dicht vor dem Ufer aus dem Wasser ragender Mast rundet den Eindruck ab.

=> Für die Übernahme des Advisors perfekt, als Liegeplatz nur bei starkem (Nord-)Ostwind empfehlenswert.

Causeway Anchorage

An der Ostseite des sogenannten Causeways, an dessen Ende Amador und die zwei Marinas liegen, findet sich ein großes, intensiv genutztes Bojen- und Ankerfeld. Das hat seinen Grund. Kostenlos und vergleichsweise gut geschützt (außer bei starken östlichen Winden). Allerdings herrscht auch ein gewisser Trubel. Dinghys flitzen zwischen Booten und Anleger umher, von hier liegenden großen (Party-)Katamaranen tönt schon mal Musik. Doch die Aussicht auf Panama City ist genial!

=> Unserer Meinung nach die beste kostenlose Liegemöglichkeit in der Gegend.

Balboa Yacht Club

Der Balboa Yacht Club ist ein Hafen ohne Stege. Man liegt an einer Boje. Die ist kostenpflichtig, aber günstiger als die o.a. Marinas. Die Lage ist mit grandioser Aussicht auf die Puente de Las Américas direkt neben der Einfahrt zum Panamakanal. Das bringt natürlich Schwell mit sich, der sich aber in Grenzen halten soll, da gleich nebenan viele Pilotboote liegen… und da fahren die Jungs dann halt etwas vorsichtiger. Für den Landgang darf nicht das eigene Dinghy benutzt werden, dafür gibt ein einen kostenlosen rund-um-die-Uhr Transportservice.

=> Eine sinnvolle und auch beliebte Mischung aus rudimentärem Service, nicht zuletzt Sicherheit (Kameraüberwachung), zu einem vergleichsweise günstigem Preis.

Wir hatten in der aktuellen Nebensaison keine Probleme, einen Liegeplatz zu bekommen. In der Hauptsaison ist bei den drei kostenpflichtigen Optionen jedoch eine Reservierung angeraten. Wenn man für den Transit einen Agenten bemüht, übernimmt der das normaler Weise gerne. Dann steht entspannten Tagen in Panama City nichts mehr im Weg.

Skippers nervige Überfahrt nach Panama

Anfang Juni 2021

Mit der Wahrnehmung ist das so eine Sache. Der berühmte „Perspektivenwechsel“. Ja, ich habe natürlich auch die schönen und lustigen Erfahrungen gemacht, von denen Samuel berichtet. Doch er spricht ja schon ein paar weniger schöne Dinge an. Trotzdem ist ist das aber nur die halbe Geschichte. Der Rest ist eigentlich eher zum Vergessen.

Vorab mal ganz grundsätzlich der Hinweis, dass wir ja nicht ganz ohne Grund ein Segelboot unser Eigen nennen. Für meinen Geschmack sind wir schon viel zu viel damit gemotort. Aber was soll man machen, wenn es mit nur einer Handvoll Knoten von hinten säuselt. Da ist sie wieder, die Sache mit dem scheinbaren Wind. Wenn es mit fünf Knoten von schräg hinten weht und ich (nur mal theoretisch) mit schlappen drei Knoten fahre, dann haben wir halt nur noch einen scheinbaren Wind von knapp 3 Knoten. Von schräg hinten. Und mit diesem lauen Lüftchen bekomme zumindest ich ein tonnenschweres Fahrtenboot praktisch nicht auf drei Knoten Fahrt. Jetzt lass noch etwas Gegenstrom und einen immer noch hinreichend bewachsenen Rumpf dazukommen. Langer Jammerrede kurzer Sinn. Von Costa Rica nach Panama haben wir knapp 340sm runter gerissen. Komplett unter Motor. Toll!

Wenigstens der Sonnenuntergang…
… weiß mal wieder zu beeindrucken!

Über andere Geschehnisse (der Nacht) habe ich schon ausführlicher berichtet. Unser kleiner, gefiederter Gast ist wirklich süß, wie er da so eingekuschelt döst. Aber dann ist da ja auch noch die wenig erbauliche Begegnung mit so einem unerwünschten Sechsbeiner. Brauch ich nicht wirklich. Ebenso wenig wie Kurswechsel wegen wetterleuchtender Blitze. Herrlich!

Neu dagegen ist der Müll. Ok, wir haben schon in der vermeintlichen Einsamkeit Chiles verschmutze Strände gesehen und leider entdeckt man auch sonst immer mal wieder etwas auf dem Wasser treiben, das dort definitiv nicht hingehört. Doch so schlimm wie vor der Pazifikküste von Panama haben wir das noch nicht sehen müssen. Flaschen, Tüten, Badelatschen und sonstiges Zeug schwimmt hier rum. WARUM???

Der unbestrittene Höhepunkt dieser Erfahrung deutet sich mit Geschwindigkeitsabfall und einer leichten Vibration an. Haben wir uns was in die Schraube geholt? Aufgestoppt, zurück, vor, enge Kurven, zurück… und plötzlich treiben kleine blaue Plastikfetzen vom Heck weg. Ein wenig „Aktion“ später sind es dann die angefetzten Überreste einer großen Plastiktüte gleicher Farbe. Immerhin läuft der Motor nun wieder rund. Doch zu welchem Preis?

Im weiteren Verlauf der Fahrt bemerke ich das Fehlen weiter entfernter AIS-Signale. Dieses ausgesprochen hilfreiche „Automatic Identification System“ kommuniziert über Funk. Auch auf dem Anrufkanal 16 ist es erstaunlich ruhig. Und das, wo wir hier im Einzugsbereich des Panamakanals sind. Moment mal. Kann das sein? Ein spontaner Blick zur Mastspitze klärt auf. Da wo eigentlich unsere Funkantenne sein sollte, herrscht gähnende Leere. Sie ist weg. Einfach so. Na super!

Doch ich möchte positiv enden. Kurz vor Panama City durchfahren wir die gut gefüllte Reede der großen Pötte und bekommen trotz fehlender Antenne zumindest die AIS-Signale der Umgebung zu sehen.

Anfahrt auf die Reede
Hier ist was los (wir sind das schwarze Schiffchen am unteren Rand)

Bei Anfahrt auf unseren geplanten Ankerplatz für die erste Nacht werden wir nicht schlecht überrascht. Das auf die Karte gelegte Radarbild (rot) zeigt unzählige Echos… ganz offensichtlich sind wir hier nicht alleine. Trotzdem finden wir recht schnell ein vernünftiges Eckchen für uns und genießen entspannt den Ausblick auf die nächtliche Skyline von Panama City.

Ganz viele kleine rote Radarecheos…

Insofern ein fast schon versöhnliches Ende der Überfahrt von Costa Rica nach Panama… nicht wahr?! ;-)

Samuels tierische Überfahrt nach Panama

Anfang Juni 2021

Es geht los nach Panama! Der Tank war voll und wenig Wind angesagt. Wir rechneten mit einer langen Motorfahrt. Die Angel ließen wir wie immer im Wasser und hofften auf Fische. Direkt an der Einfahrt von unserem Hafen hatten wir auch einen Biss! Nur leider löste er sich vom Haken, ehe ich bei der Angel war. Der Motor dröhnte, während ich mich an die Schule setzte. Den Tag über sahen wir noch einige Braunpelikane. Mehr aber nicht.

Vor dem ersten vollen Tag auf See, gegen 23Uhr nachts, hatten wir einen Vogel. Nein! Nicht im Kopf, sondern an Bord. Es handelte sich um einen Galápagossturmtaucher.

Wir hatten noch weitere neue Tierarten, zum Beispiel die grünen Meeresschildkröten! Schon morgens um 7:10 Uhr hat Mama eine gesehen. Ich machte Schule, während Maila wieder neben dem Cockpit saß und Musik hörte. Am Abend hatte sie bei der hiesigen Sonne einen Sonnenbrand! Doch um einen Sonnenbrand geht es nicht. Maila sah immer wieder eine Flosse aus dem Wasser kommen. Natürlich mussten wir dort hin. Wir fuhren zu den Flossen und sahen immer wieder grüne Meeresschildkröten. Sie waren etwa 50 cm lang. Als wir bei ihnen waren, sahen wir auch ab und zu ein paar Quallen, die die Schildkröten wahrscheinlich essen wollten.

Gleich die erste muss die Samai natürlich umfahren. Also die Samai die Schildkröte. Das Wasser ist glasklar und die Schildkröte gleitete knapp an unserem Rumpf vorbei. Maila machte sich Sorgen, dass sie unter das Boot gekommen ist und dann vom Propeller verletzt wurde, dem war aber nicht so. Wir fuhren an drei weiteren Schildkröten vorbei, die aber schnell Reißaus nahmen. Die Samai hatte offenbar den Spitznamen Schildkrötenschreck verdient, den wir ihr dann auch gaben.

Mama und Maila sagten, dass eine Libelle bei uns an Bord sei. Kurze Zeit später fanden wir sie tot unter einer Leine liegen.

Kurz darauf sagte Maila: „Delfine voraus!“ wir sahen die Schule und fuhren hin. Die Tiere spielten und wir bestaunten sie. Sie hatten kleine weiße Punkte auf einem dunkeln Körper. Auch einige kleine waren dabei. Aber die waren ausschließlich grau. Als sie weggeschwommen waren, schaute Maila in unserem Delfinbuch nach. Die gepunkteten Delfine waren Schlankdelfine, während die kleinen eher zu einer Große Tümmler Gruppe gehörten, die nicht weit weg von unserem Boot entfernt schwamm.

Es gab dort aber nicht nur Delfine, sondern auch weitere Vögel! Ganz viele Weißbauchtölpel! Wie die, die es in Galápagos gab, nur mit einem weißen Bauch, einem weißen Gesicht und Schnabel und braunem Gefieder. Also im Grunde doch ganz anders, aber es sind Tölpel. Das reicht doch als Gemeinsamkeit.

An diesem Tag sahen wir auch noch eine weitere Delfinschule, die ausschließlich aus Großen Tümmlern bestand. Die begleiteten uns dann eine ganze Weile.

Der Galápagossturmtaucher, der die ganze Strecke hinter unserem linken Steuerrad gesessen und Brot sowie Wasser nicht angerührt hat, wurde von Papa sanft auf einen Teller geschoben und dann hoch genommen. Papa hielt den Teller über Bord und wartete. Der Vogel, der anfangs noch aufgeregt gewankt war setzt sich wieder. Daraufhin wackelte Papa ein wenig mit dem Teller auf und ab. Der Vogel wippt mit und fällt schließlich über Bord. Er gleitet aufs Wasser und treibt nun dort ein wenig. Wir waren nah an einer Inselgruppe dran er hatte also super Chance. Es handelte sich bei dem Vogel ja um einen Hochseevogel.

Der zweite Tag verlief ruhig und langweilig. Die Angel bleib ruhig, nur ein paar Delfine, aber keine Schildkröten waren in Sicht.

Tag drei brach an und die Samai fuhr durch dreckige Gewässer mit viel Plastik. Plötzlich die Angel! Ich stürmte von der Schule an Deck zur Angel und riss den Motorhebel nach hinten. Ich verstärkte die Bremse und holte Leine ein. Der Fisch zog gleichmäßig, aber nicht sehr stark. Ich wunderte mich, weil ich ein solches Verhalten noch nicht kannte. Ich sah hinten wo sich der Hacken befand etwas Schillerndes. Ich holte die Leine schneller ein. Als die Leine ganz eingeholt ist erkenne ich, was wir geangelt haben. Es war kein schwacher Fisch. Es war… eine Plastiktüte. Wir hatten eine Plastiktüte geangelt. Na toll! Aber etwas Gutes hatte dieser Fang schon. Das Meer muss nun mit einer Plastiktüte weniger klar kommen.

Manchmal mache ich auch Spiegeleier zum Frühstück!

Der vierte und letzte Tag unserer Motorfahrt nach Panama brach an. Dort sahen wir auf dem Weg kaum etwas. Fische bissen auch keine an. Schon von weitem sahen wir Panamas Hochhäuser und merkten, wie die Luft schlechter wurde. Dann, kurz bevor wir die auf Reede liegenden Frachter und das eine Kreuzfahrtschiff erreichten… die Angel! Sie zog wieder. Dann hörte sie plötzlich auf. Ich schaute hin und die Angel war gebogen! Der Fisch war definitiv noch dran! Aber wieso wurde keine Leine mehr gezogen? Ich schaltete den Motor runter und der Fisch löste sich vom Haken! Schon wieder nichts. Mist!

Nach genauerer Betrachtung der Angel und besonders der Rolle stellte ich eines missmutig fest. Der Fisch hatte keine Leine mehr ziehen können, weil die Bremse die Angelleine verhakt hatte. Das tat sie seit Neuestem häufiger! Die Bremse an sich hätte den Fisch nicht halten können, aber wenn die Leine verhakt ist, schafft es kein Fisch Leine zu ziehen. Eine sehr gefährliche Angelegenheit für die Angel, die der Kraft vielleicht nicht standhält.

Wieso genau bei der Verhakung die Leine so stark gehalten wird ist mir unbekannt. Ich löste sie und hole die Leine ein. Während des Einholens verhakte sie sich ständig und ich löste auch sie jedes mal. Dann, wo nur noch wenige Meter Leine draußen waren, endgültig. Ich konnte die Verhakung nicht mehr lösen. Papa schaltete den Motor wieder an und schaute sich die Angel an. Die Bremse hatte sich verdreht und ist so dann unlösbar geworden. Er hatte sie wieder richtig hingedreht und befestigt.

Ein paar Pelikane begleiteten unseren Weg noch bis zu unserem Ankerplatz. Dort schalteten wir den Motor aus und erfreuten uns an der Stille!!!

Samuel

Shelter Bay Marina (Bahía Limón)

19. – 22.06.2021

Jedem Segler, der vom Pazifik durch den Panamakanal kommt oder meist dann doch eher eben dorthin fahren will, ist die Shelter Bay Marina ein Begriff. Sie ist am atlantischen Ende des Kanal schlichtweg konkurrenzlos, seit Anfang 2009 der Hafen des traditionsreichen, damals immerhin 81 Jahre alten Panama Canal Yacht Club abgerissen wurde. Auch für uns ist es nach dem erfolgten Transit die logische Anlaufstelle.

Angekommen in der Karibik
… mit Boot!
Blick nach vorne :-(
Blick nach hinten :-)

Positiv anzumerken ist die uns hier entgegenschlagende Professionalität. Die Mitarbeiter sind auf UKW-Kanal 74 empfangsbereit und weisen den Liegeplatz zu. Als wir beim Einfahren gesichtet werden, kommt sofort die Rückfrage, ob wir ein Aluminiumboot sind. Eigentlich wollte man uns neben ein Stahlboot legen, plant das nun jedoch sofort um. Jetzt liegen wir gegenüber einer älteren, wie unsere Samai in Cherbourgh gebauten (Alu-)Garcia. Eddi begrüßt uns überaus freundlich. Er findet sogar einen 220V/16A-Eurostecker-Anschluss für unseren Landstrom. Den Check-In können wir morgen machen. Kein Problem. Letztlich reicht sogar der darauf folgende Montag. Dazu bekommen wir nach dem Check-In sogar noch ein T-Shirt geschenkt!

Die Ausstattung kann sich im Vergleich zu unseren Erfahrungen der letzten Monate auch sehen lassen. Es gibt ein Restaurant, Pool, Minimarkt, kleinen Bootshändler und noch ein paar Dinge mehr. Wir bekommen sogar unseren dringend gesuchten Panama Cruising Guide (… doch davon ein anderes Mal). Uber-Fahrer gibt es hier in der recht abgelegenen Gegend zwar nicht, aber Eddi kümmert sich gerne um zuverlässige(!) Taxifahrer.

Pool und Restaurant
Minimarkt und Chandler

Der Preis für all das ist jetzt nicht gerade günstig. Zumindest für kürzere Aufenthalte. In den ersten sechs Tagen zahlen kleine Einrümpfer wie wir immerhin 1,25$ pro Tag und Fuß… wie immer in Panama plus Steuern. Inklusive Wasser, zuzüglich Strom. Das ist aber immer noch billiger als jede Liegeoption an einem Steg auf pazifischer Seite. Dazu geben lange Liegezeiten Rabatt. Würden wir über 90 Tage bleiben, wären es „nur“ noch 45Ct. pro Tag und Fuß.

Voller Steg…

Dementsprechend viele Langzeitlieger sind hier auch versammelt. Denn der Hafen ist wirklich groß. Zumindest im Vergleich zu unseren Erfahrungen der letzten Monate. Wir haben den äußeren Liegeplatz E47… alleine an unserem (fünften von sechs) Steg(en) haben also fast 50 Boote Platz. Auch wenn es einige freie Boxen gibt, spüren wir die Nachteile solch großer Anlagen. Auf dem Nachbarboot rauscht nahezu 24/7 eine Klimaanlage, um 8 Uhr geht ein anderer Nachbar mit dem Hochdruckreiniger an seine Segel und am Pool werfen rücksichtsvolle Menschen gerne mal ihre Soundanlage an. Wer es mag…

Badespaß!

Natürlich hätten wir in diesem Hafen die Gelegenheit zum Austausch mit anderen Seglern. Schnell wird uns berichtet, dass an den Stegen ein paar deutsche Boote liegen. Hier ein Pärchen, dort ein Pärchen… und damit wird ein Grundsatzproblem deutlich. Wir sind nun mal nicht das typische segelnde (Ehe-)Paar, das ihre ein- bzw. zweisamen Tage an Bord (Achtung: Vorurteil!) mit Lesen und Müßiggang verbringt und daher regelmäßige Abwechslung, Unterhaltung und Austausch mit anderen segelnden Paaren sucht… die man möglichst noch in den nächsten Häfen und Buchten wiedertreffen kann. Wir sind nun mal eine Familie. Das sorgt einerseits dafür, dass uns hier an Bord rund um die Uhr nicht so schnell langweilig wird. Andererseits wäre es unserem Nachwuchs gegenüber alles andere als nett, wenn sich die Eltern regelmäßig für „langweiliges Erwachsenenzeug“ von Bord schleichen. Irgendwie sind das dann wohl doch zwei Welten?!

Dieses Motto kann der Skipper bedenkenlos unterschreiben!

Drei Tage halten wir es hier aus. Obwohl das natürlich etwas zu negativ klingt. Die Kinder gehen mit La Skipper in den Pool und der Skipper schont seinen leider angeschlagenen Fuß. Doch dann reicht es auch. Wir werfen die Leinen los… weiter an Panamas Atlantikküste Richtung Osten.

Abfahrt aus der Shelter Bay Marina vorbei an Mangroven.
Adiós!