Casco Viejo

16. Juni 2021

Panamá City wurde im Jahr 1519 als erste spanische Kolonie an der Pazifikküste gegründet und wuchs schnell zu einer wichtigen Handelsstadt heran. Bis 1671 der Freibeuter Henry Morgan kam. Die Reste der durch den Überfall fast komplett zerstörten Stadt sind heute als „Panamá Viejo“ zu besichtigen, doch außer ein paar Ruinen ist nicht viel übrig geblieben.

Zwei Jahre später im Jahr 1673 wurde etwas weiter westlich eine neue Siedlung errichtet. Diese sogenannte Casco Viejo, historischer Kern der heutigen Metropole Panamá City, wurde zusammen mit mit den Ruinen ihres Vorläufers im Jahre 1997 zum Weltkulturerbe erklärt. Ein touristischer Pflichtbesuch.

Am besten lässt sich die Altstadt in einem Spaziergang erkunden. Wir beginnen am nach einem General des 19. Jahrhundert benannten Plaza Herrera am Rand des eigentlichen, historischen Kerns. Schon in der erste Kirche bekommen wir dann auch für nur einen Dollar einen Faltblatt-Führer. Der zweisprachige Hinweis „gratuita / free“ wurde von Hand sorgfältig durchgestrichen. Sehen wir es als Spende an.

Die Iglesia de San José ist aber auch wirklich gleich mal ein ersten Höhepunkt. Insgesamt eher nüchtern gehalten, fällt sofort der große, vergoldete Barock-Altar auf. Die zweite Attraktion verpassen wir fast. Eine nette Dame führt uns durch ein unscheinbare Tür vorbei an alten Holzstatuen in einen weiteren Raum. Dort erwartet uns eine große Miniaturwelt. Mit einer fast unglaublichen Detailverliebtheit werden hier wichtigen Stationen des neuen Testaments dargestellt. Da stecken viele Stunden Arbeit drin.

Die dritte, von der ganzen Familie genossene Attraktion der Kirche ist die Klimaanlage. Ja, hier in Casco Viejo ist praktisch jedes Gotteshaus klimatisiert. An einem sonnig-heißen Tag wie heute ist das eine wahre Wohltat. So gerne haben auch die Kinder noch nie Kirchen besucht. Doch vor der nächsten Abkühlung spazieren wir erst an der Ruine einer Jesuitenkirche, zugleich Panamas erster Universität vorbei.

Am Plaza Mayor, bzw. dem in süd- und mittelamerikanischen Ländern gerne so genannten Plaza de la Independencia (Unabhängigkeitsplatz) bewahrheitet sich unser offensichtlicher Touristenstatus. Von einem älteren Herrn werden wir konsequent darauf angesprochen. Helle Haut und kurze(!) Hosen… Gringo?!?

Plaza Major im Panorama

Wir flüchten zunächst in ein kleines historisches Museum. Hier bekommen wir als aktuell einzige Besucher dann auch eine kleine Privatführung. Der Mitarbeiter genießt offensichtlich die seltene Abwechlsung.

Gegenüber lockt mit der wohl klimatisierte Kathedrale der Stadt das wichtigste katholische Gotteshaus de Stadt. Ein Déjà-vu. Wieder stehen sehr nüchterne, weiß verputze Säulen und die hierzulande anscheinend typisch schlichte Holzdecke einem prunkvollem Altar gegenüber. Davor die Flaggen Panamas und des Vatikan.

Durch eine Straße der Gegensätze von alt und neu spazieren wir vorbei am besterhaltenen Kolonialhaus des alten Quartiers bis zu den Ruinen von Santo Domingo mit ihrem Arco Chato genannten, ehemaligen Stützbogen des Kirchenchores. Eine Touristenattraktion schon seit dem 19. Jahrhundert, 1941 zum nationalen Monument erklärt, verkörperte er nach mehreren überstanden Erdbeben überdauernde Beständigkeit. 2003 stürzte er dann ganz unerwartet doch noch ein… und schnell wieder rekonstruiert.

Gegensätze
Besterhaltenes Haus der Kolonialzeit
Arco Chato im Panorama

Nach einer weiteren kurzen Abkühlung im kleinen benachbarten Museum für religiöse Kunst spazieren wir um die das Casco Viejo abschließende Halbinsel mit alten, dicken Verteidigungsanlagen, darunter die dicken Mauern von Las Bovedas (ehemaliges Stadtgefängnis), vorbei am Monumento al canal zurück über die Esteban Huertas Promenade mit Panoramasicht auf das neue Panamá City.

Monumento al canal
Der Skipper ist auch dabei ;-)

Den Abschluss der Besichtigungstour bildet der Plaza Bolivar mit dem Teatro Nacional sowie der 1810 umgestalteten (und natürlich klimatisierten ;-) Iglesia San Francisco de Asis.

Plaza Bolivar
Iglesia San Francisco de Asis

Dann haben wir für einen tropischen Sommertag aber auch wirklich genug Weltkurlturerbe für einen Tag besichtigt. Zum Ausklang genießen die Kinder noch ein leckeres, hausgemachtes Eis, La Skipper einen Eiskaffee und der Skipper – na was wohl – ein Balboa(-Bier ;-).

Ok, auf dem Weg zur Fußgängerzone nebst großen Supermarkt schauen wir dann doch noch in die Iglesia Nuestra Señora de la Merced. Diese endgültig letzte Kirche auf unserem Spaziergang hat als einzige im alten Quartier noch Holzdecke und -säulen im Original aus der Kolonialzeit. Ansonsten fällt ein kleiner Seitenaltar auf, an dem die Panamaer offensichtlich Segen für das eigene Heim erbitten.

Iglesia Nuestra Señora de la Merced

Nach einem kleinen Einkauf bestellen wir (insbesondere für die Kinder: endlich!) den Uber zurück zur Marina. Kaum eingestiegen staunen wir jedoch nicht schlecht über die Gegend, durch die wir gleich neben Casco Viejo fahren. Vorsichtig ausgedrückt sind die Mieten, so denn überhaupt gezahlt, hier ganz offensichtlich nicht besonders üppig. Nur gut, dass wir uns hier nicht zu Fuß rein verirrt haben. Da weiß ich allerdings noch nichts über meine Irrwege am nächsten Tag… doch davon in einem anderen Beitrag mehr.

Gruß aus Kolumbien

7. August 2021

Neues Land – neues Glück. Bei unserer Abfahrt aus Deutschland vor gut zwei Jahren hatten wir einige exotische Ziele auf unserer Liste. Viele davon werden wir nicht sehen. Dafür sind wir jetzt wieder einmal in einem Land, das wir aber so überhaupt nicht im Fokus hatten…

Saludos de Colombia!

Fast schon da!
Kleiner Gast auf der Samai.

Nachdem wir fast sechs Wochen durch San Blas / Guna Yala getingelt sind, schaffen wir endlich den Absprung aus Panama. Wir haben bis zuletzt überlegt, ob wir wirklich nach Kolumbien oder doch lieber daran vorbei fahren sollen. Verschiedene Gründe sprechen dafür als auch dagegen. Letztlich wird uns die Entscheidung abgenommen. Als Segler kann man einiges erleben. Positiv wie negativ. So ein Erlebnis – auf das wir gerne verzichtet hätten! – führt uns letztendlich nach Cartagena.

Cartagena am Horizont…
… und aus der Nähe.

Jetzt ankern wir erst einmal vor dem hiesigen Club Nautico. Es ist Wochenende. Time to party! Immer wieder fahren insbesondere Moorboote vollbesetzt mit feierwütigen Kolumbianern umher. Mal kommen sie dicht, mal schnell und mal mit (sehr) lauter Musik an uns vorbei. Manchmal auch alles zusammen. Zur Rushhour brodelt das Wasser. Entspanntes Ankern ist anders. Doch es gibt ja auch die ruhigeren Momente.,

Vor Anker zwischen Containerhafen…
… und Hochhauskulisse….
… mit wenig rücksichtsvollem Verkehr!

Von diesen ruhigeren Momenten erhoffen wir uns ab Montag noch mehr. Da wollen wir uns an den Steg des Club Nautico verlegen. Der Müll muss von Bord, Internet wäre schön und eine ausgiebige Dusche täte uns allen auch mal wieder gut. Natürlich stehen auch Ausflüge (nicht nur) in Cartagena auf dem Programm. Wenn wir schon mal hier sind, muss das natürlich werden. Wann kommt man schon nach Kolumbien?!

SY Samai in Kolumbien :-)

Bürokratie in Mittelamerika: Panama

Juni / August 2021

Für Schiffe aller Art ist Panama vor allem ein Transit-Land. Darauf ist man hier eingestellt. Bleibt das Boot nur maximal 72 Stunden in panamaischen Gewässern, ist im Grunde keinerlei „Standard-Bürokratie“ notwendig. Mit entsprechender Vorbereitung reicht das locker für einen Kanaltransit zwischen den Ozeanen. Genau dafür ist diese Regelung gedacht. Wir kleinen Segler kommen dagegen meist nicht um das normale Prozedere herum.

Einreise in Panama City (La Playita Marina auf der Pazifikseite)

Doch was heißt in diesen Tagen schon „normal“?! Immerhin, das Land hat offene Seegrenzen. Alles andere ist in Hinblick auf den Kanal wohl auch nicht darstellbar. Als erstes müssen wir alle einen PCR-Test machen. Glücklicherweise kümmert sich und Trans Ocean Stützpunktpunktleiter Rogelio, zugleich unser Agent für den Panamakanal, um die Einreise gleich mit. Dazu gehört, dass er uns zu dem Test fährt. Die Vorfreude hält sich nach der Erfahrung aus Ecuador in Grenzen. Dort hatten wir ja das Gefühl, dass mit dem Teststäbchen eine kleine Rundreise durch den Frontallappen unternommen wurde. Besonders Maila wird vor dem Test ganz still. Doch dann die Erlösung. Hier ist das ganz entspannt. Das Stäbchen kommt natürlich in die Nase, aber bei weitem nicht so tief wie befürchtet. Das schafft auf unsere tapfere Maila ohne Probleme!

Warten auf den Test

Nach Erhalt der negativen Ergebnisse geht es zum Hafenkapitän (hier: Autoridad Maritíma de Panamá). Der sitzt gleich um die Ecke in der Flamenco Marina. Während Rogelio Papierkram sortiert und vorbereitet, beantworte ich geduldig alle Fragen des Hafenkapitäns. Damit füllt er seine „Declaración General“ aus. Ganze sechs Durchschläge in verschiedenen Farben hat der überlange Zettel. Vier davon schlummern noch in unseren Unterlagen. Das Original unseres international Zarpe aus Costa Rica hat er dagegen einbehalten.

Am nächsten Tag fahren wir wieder rüber zur Flamenco Marina. Dieses Mal geht es zwei Türen weiter zur Immigration. Dort werden unsere Pässe gestempelt. Das hätte ich sicher auch alleine hinbekommen, aber Rogelio besteht darauf mitzukommen. Er möchte zu 100% sicher stellen, dass alles seine Ordnung hat.

Der dritte Anlaufpunkt beim sogenannten Einklarieren ist normalerweise der Zoll (Customs, Aduana). Nicht so im Transitland Panama, wo jedes Schiff automatisch eine Art Sonderstatus bekommt. Das hat wieder mit dieser 72 Stunden-Regelung zu tun. Darüber hinaus muss der Segler dann aber doch tätig werden und sich ein sogenanntes Cruising Permit besorgen. Das erlaubt die freie Navigation in panamaischen Gewässern gleich für ein ganzes Jahr. Für uns besteht der Aufwand lediglich darin, die obligatorische Gebühr von aktuell 185$ zu bezahlen. Eine Stunde später bringt Rogelio das Papier vorbei.

Cruising Permit

Ausreise in Obaldia (Atlantikseite)

Die Ausreise gestaltet sich theoretisch einfach. Lediglich zwei Stationen sind abzuarbeiten. Als erstes geht es für die Stempel in den Pässen zur Immigration. Dort erwartet mich zunächst ein Dämpfer. Die Grenze (zum benachbarten Kolumbien?!) sei geschlossen. Wie jetzt? Da ist der zur Sicherheit kontaktierte Agent in Cartagena aber ganz anderer Meinung. Das Problem sei auch nicht dort, sondern hier. Die Dame telefoniert mit einem Vorgesetzten in Panamá City. Geht wohl doch. Ein Kollege tippt seelenruhig im Computer rum und holt schließlich auch den Stempel raus. Geschafft… wir dürfen ausreisen!

Immigration in Obaldia

Danach brauchen wir nur noch noch das in Süd- und Mittelamerika obligatorische internationale Zarpe. Darum kümmert sich die Autoridad Maritíma. Wieder sind die Kopien von Pässen, Schiffszertifikat und Cruising Permit selbst beizubringen. Danach geht alles seinen bürokratischen Gang. Pflichtbewusst wird jeder der bis zu sieben (sic!) Durchschläge gestempelt. Die für diesen Service anfallenden Gebühren sind nicht landesweit geregelt. Mal zahlt man mehr, mal weniger. In Obaldia werden für die Ausreise alles in allem lediglich günstige 12$ berechnet. Das war im Grunde schon alles.

Schon wieder so ein „Zarpe“…

Wenn man in Obaldia aus Panama ausreist, bietet sich laut Revierführer ein weiterer Besuch an. Das hier ansässige kolumbianische Konsulat stempelt angeblich eine vorläufige Einreise in die Pässe. Damit dürfe man auf dem Weg liegende Häfen ohne offizielles Einklarieren anlaufen. Auch wenn das nicht geplant ist, so gäbe es doch eine gewisse Sicherheit. Der Kollege erklärt mir jedoch, dass sie das nicht machen und wir zum Einklarieren in den nächsten kolumbianischen Ort fahren sollen. Nein danke! Wir setzen lieber direkten Kurs Nordost…

Das kolumbianische Konsulat ist keine Hilfe!

Kosten in Guna Yala

Juli/August 2021

Wie sagt man so schön makaber? Umsonst ist nur der Tod! Natürlich wollen wir hier nicht ins Philosophische abdriften. Daher folgt auch nur eine kleine Übersicht der uns gegenüber in Guna Yala aufgerufenen Begehrlichkeiten monetärer Art. Also letztlich nichts anderes, als wir uns selbst als ersten Anhaltspunkt gewünscht hätten. Gerade bei von Kuna-Kanus gemachten Angeboten darf dabei natürlich gerne gehandelt werden.

Eintritt: Wir haben gehört, dass jeder Guna Yala besuchender Segler eine allgemeine Gebühr zu entrichten hat. So eine Art „Eintritt“. Ein amerikanischer Skipper erzählte von 20$ für das Boot plus 20$ pro Person, die bei Ihnen gerade paar Tagen zuvor am aktuellen (Hotspot-)Ankerplatz eingetrieben wurden. Wir bleiben davon verschont, haben aber auch die administrative Hauptinsel Porvenier an Steuerbord liegen lassen.

Ankern: Insbesondere vor größeren Ortschaften kommt es vor, dass ein Obolus für das Ankern erhoben wird. So beispielsweise vor Achutupu. Meist sind das 10$ pro Schiff die dann der Dorfkasse zufließen. Offiziell können auch dünner besiedelte Inselgruppen („Cays“) solch eine, freilich bar jeder Gegenleistung daherkommende Gebühr erheben. Außer im Segel-Hotspot BBQ-Island (Holandes Cays) bleiben wir davon verschont.

Strandnutzung: Diese (in unseren Augen Un-)Sitte scheint glücklicherweise nicht sehr verbreitet zu sein. Es konzentriert sich tendenziell auf die beliebten und gern frequentierten Segel-Hotspots wie Chichime Cays (2$) oder BBQ-Island (3$). Die Preise verstehen sich pro Person.

Kokosnüsse: In Guna Yala hat jede Kokosnuss einen Besitzer. Selbst, wenn sie noch an der Palme baumelt. Selbst pflücken ist tabu! Dementsprechend oft werden sie angeboten. Im touristischen Westen zahlt man 1$ pro Nuss. In Achutupu sind es 60Ct.

Ananas: Die wohl am häufigsten angebotene Frucht kommt frisch geerntet an Bord. Manchmal ist sie noch grün, dann aber nach ein paar Tagen verzehrbereit und soooooo lecker! Im touristischen Westen handeln wir von 3$ pro Stück auf 5$ für zwei Stück. Im traditionelleren Achutupu kostet sie 2$.

Kochbananen: Diese süd- und mittelamerikanische Spezialität eignet sich auch an Bord hervorragend für selbst gemachte Bananen-Pommes. In Achutupu bekommen wir sie für 50Ct. pro großem, grünen Stück. Sie werden aber auch vom Kanu angeboten. Achtung: Nicht mit den kleinen, süßen „Snack-Bananen“ verwechseln. Diese werden oft auch noch grün angeboten, reifen aber an Bord schnell nach.

Limetten: Die Zitrusfrüchte sind wichtiger Bestandteil der Kuna-Küche und entsprechend oft im Angebot. Uns wurden sie vor Achutupu als kleine Geschenke gemacht, so dass wir hier keine Preisvorstellung haben.

Brot: Das kleine, schmackhafte Kuna-Brot sollte man unbedingt probieren. Für 10Ct. pro Stück ist das auch kein großes Risiko. Die größeren, süßen Brötchen in Obaldia sind ebenfalls sehr lecker, kosten aber immerhin schon 25Ct. Pro Stück.

Zwiebeln: Im Laden in Achutupu 75Ct. pro Stück. Dafür frisch und recht groß.

Eier: Im Laden in Achutupu knapp 5$ für eine 30‘er-Palette. Achtung: Bevor die Eier an Bord kommen, sind Inspektion und (Salzwasser-)Reinigung sowie Entsorgung der Pappe dringend angeraten.

Hühnchen: Im Laden in Achutupu 6,50$ für ein ganzes Hühnchen aus der Kühltruhe. Dafür frisch und recht klein (… der Skipper hatte ein vegetarisches Abendessen ;-). Am Ankerplatz bei Tupbak wird uns Geflügel sogar direkt am Schiff angeboten. Eine Tüte mit fünf großen Hähnchenschenkeln für 9$. Verkauft von einem Schnellboot voller Kühlboxen. Frisch aus Kolumbien! Wir verkneifen uns Rückfragen und freuen uns über die Abwechslung auf dem Speiseplan. Déjà-vu in der Bahía Carreto, nur dass die etwas besser gefüllte Tüte dieses Mal abgewogen wird und 11$ kostet.

Fisch: Im Gegensatz zu Langusten oder auch großen Krebsen ist frischer Fisch eher selten im Angebot. In unserer (allerdings Abseits vom Hotspot gelegenen) Ankerbucht in den Lemmon Cays haben wir einem alten Mann 5$ für drei nicht allzu große Fische gegeben. Bei Green Island kostete ein von zwei jüngeren Männern (faktisch auf Bestellung) gebrachter großer Fisch 10$. Das war sicher etwas zu viel, ist im Vergleich zu Deutschland aber immer noch günstig.

Langusten: Gerade für dieses immer wieder gemachte Angebot haben wir leider keine Info. Der Skipper liebt sie zwar, der Rest der Familie (insbesondere die Mädels) schmecken das jedoch anders. Wir handeln lediglich eine kleine Languste als Zugabe zum größeren Fisch raus.

Bier: Die 4xSixpack-Palette „Balboa“ kostet in Achutupu direkt vom Versorgungsschiff erstaunlich günstige 18$. Achtung: Bei uns versteckt sich darin eine kleine Kakerlake. Inspektion und Entsorgung von Pappverpackung noch im Dinghy sind wie immer Pflicht! In Olbadia wird ein ganzer Dollar für eine kleine Dose Leichtbier fällig.

Mola: Sie sind DAS Souvenir aus Guna Yala. Mehrlagige, je nach Fertigkeit der Künstler(in) wunderschön bestickte Applikationen. Sie gehören zur traditionellen Kleidung der Kuna-Frauen, gefallen aber auch so. Im touristischen Westen bekommen wir gleich zweifach Besuch von „Mola-Meister(innen)“. Je nach Aufwand der traditionell-abstrakten oder modern-figürlichen Motive schwanken die Preise zwischen 10$ und 30$. Wir können bei „Mola Lisa“ (sic!) jedoch einen kleinen Mengenrabatt raushandeln. Alternativ bekommt man sie auch in praktisch jedem Ort angeboten.

Guide: Bei Río Diablo kommt der örtliche Guide zwar vorbei. Allerdings dürfe er uns nur Einkäufe vorbei bringen. Darauf verzichten wir. Auch das Angebot zur Müllmitnahme lehnen wir mit Ausblick auf die landseitigen Strand-Deponien ab. In Achutupu kommt der örtliche Guide mit Bananen und Limetten als Willkommensgeschenk an Bord. Er führt uns ausgiebig und informativ durch die Siedlung. Wir besuchen seine Familie und er hilft beim Einkauf. Bei meiner abschließenden Frage nach der Gegenleistung druckst er etwas herum. Mit 30$ scheinen wir beide zufrieden auseinander zu gehen.

Isla Pinos (Tupbak) (1) – … und der blitzende Wal

29./30. Juli 2021

Zugegeben, die Überschrift erinnert doch sehr an an eine in Deutschland ebenso bekannte wie langlebige Hörspielreihe. Tatsächlich haben wir vor einiger Zeit damit angefangen, alle(!) Abenteuer der „Drei Fragezeichen“ von Anfang an durchzuhören. Der Skipper hat im Elternhaus aus seiner frühen Jugend noch die ersten gut 30 Geschichten als Erstausgabe auf MC. Für die jüngeren Leser: das sind Musikkassetten… so richtig mit Magnetband, das an einem Tonkopf vorbeigeführt wird! Obwohl das letzte Hören für mich schon in Jahrzehnten zu bemessen ist, so habe ich bei den ersten Fällen doch immer wieder Déjà-vu Erlebnisse. Inzwischen sind wir aber schon fast bei der Nummer 50… von mittlerweile über 200! Wir haben also noch eine Weile zu tun. Doch zum Thema…

Nach gut einer, von einem sehr interessanten Besuch des Ortes Achutupu gekrönten Woche holen wir endlich wieder den Anker auf und fahren weiter. Wenn wir denn vorankommen. Genau in der engen Ausfahrt zwischen Inseln und Korallenriffen treiben braune Teppiche. Vor allem sind es pflanzliche Reste, doch auch der allgegenwärtige Plastikmüll mischt sich darunter. Wir haben keine echte Wahl. Wir müssen da durch. Klappt zunächst auch ganz gut. Bis die Motordrehzahl runter geht. Wir bleiben genau an der engsten Stelle fast stehen. Rückwärts volle Drehzahl, dann wieder vorwärts, klappt… wir kommen voran. Für wenige Sekunden. Dann beginnt das Spiel von vorne. Mehrmals. So hangeln wir uns durch, bis endlich wieder freies Wasser den Rumpf umspült.

Diese großen, braunen (vor allem) Pflanzenteppiche scheinen hier eine lokale Spezialität zu sein. Bisher noch nicht gesehen, zeigen sie sich auf der heutigen Fahrt immer wieder in erstaunlichen Ausmaßen. Dazu kommen noch ein paar gar nicht so kleine Extras. Teilweise sind es ganze Baumstämme, die da größtenteils dicht unter der Wasseroberfläche umhertreiben. Da hilft nur ein guter Ausguck.

Pflanzenteppiche…

Voraus taucht unser Tagesziel auf. Die gut 150m hohe Isla Pinos erinnert mit ihrer geschwungenen Form an den auftauchenden Kopf eines großen Meeressäugers. Da ist der Kuna-Name „Tupbak“ nur richtig. Er bedeutet „Wal“. Doch dieser Wal zeigt sich nur schemenhaft. Erst scheint es nur diesig, dann ziehen an der Küste dunkle Wolken auf. Blitze zucken über und in die Berge an Steuerbord und voraus sieht es auch immer ungemütlicher aus.

Ankerplatz voraus…

Die schmale, nur knapp 5m tiefe Engstelle zwischen zwei rechts und links in die Einfahrt ragenden Riffe treffen wir dank Wegpunkt und sichtbarer Brandung problemlos. Dahinter wird das Wasser ruhiger und noch flacher. Dafür zeigt sich der Himmel immer unruhiger. Über der Küste suchen sich die Blitze den direkten Weg zum Boden. Wir zählen Sekunden. Einige Kilometer können so nah erscheinen. Wir vertrauen darauf, dass die im Revierführer gegebenen Koordinaten ausreichend Schwoikreis bieten und werfen direkt den Anker… auf erwarteten 2,5m Wassertiefe. Dann passiert es.

Laut!!! Man beachte die kurze Bildstörung vor dem Donner… ;-)

Die Familie sitzt im Cockpit unter dem Bimini. Der Skipper steht mit der Fernbedienung der Ankerwinsch etwa zwei Meter hinter dem Bug der Samai. Ein grelles Leuchten. Maila sieht den Blitz direkt neben uns im Sendemast auf der Wal-Insel einschlagen. Der Skipper sieht nicht den Blitz, sondern den aus Aluminium gefertigten Bugspriet (… die vordere Bootsspitze, über den auch die Ankerkette läuft). Ein Knistern erreicht mein Ohr und ich sehe kleine Funken über das Metall tanzen. Sekundenbruchteile später folgt der laute Donner.

So ein Schauspiel haben wir vorher auch noch nicht erlebt. Ok, einen Blitz in solcher Nähe ist ehrlich gesagt nicht neu. Aber knisternde Funken auf dem Bugspriet? Wow! Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass nichts weiter kaputt gegangen ist.

Die Nacht bringt Nachschlag. Gegen drei Uhr wecken uns der Wind einer Wolkenfront und die damit einhergehenden „Propellergräusche“ unseres Windgenerators. Erinnerungen an die Drake Bay in Costa Rica werden wach. Immer wieder leuchtet der Himmel grell auf. Meist bleibt es still. Nur manchmal grollt auch dumpfer Donner, denn man unter Deck nicht nur hört, sondern auch spürt. Trotz dicht bewachsenem Grund und „nur“ 30m Kette hält der Anker zuverlässig. Regen prasselt auf das Deck. Nach gut einer Stunde ist der Spuck vorbei. Als wenn nichts gewesen wäre, schaukelt die Samai sanft in der Nacht.

Als wäre nichts gewesen :-)

So auch jetzt. Am „Morgen danach“. Es ist kurz vor 9 Uhr. Der Skipper genießt seinen Kaffee. Die Familie liegt noch im Bett. Draußen ist es grau. Doch das ist es morgens oft. Mal schauen, was der Tag noch bringt… hier vor Anker… neben dem „blitzenden Wal“… ;-)