Baden in Klamotten – Samuel in der Höhle

6. September 2021

In Klamotten badet man nicht! Das sagt nun bestimmt der eine oder andere und das stimmt, das tut man nicht. Aber in diesem Fall ist es nötig. Wir, Papa und ich, wollen eine Höhlentour machen. Wir bezahlen die erforderliche Summe und bekommen ein Armband aus Papier. Zwei Pärchen kommen auch noch dazu. Da es in der Höhle dunkel ist und wir keine Lampen mithaben, kaufen wir uns vor Ort „formschöne“ orange-farbige Kopflampen. Sie sehen aus wie echte Höhlenlampen. Dazu noch Rettungswesten und einen Sturzhelm. Fertig. Aber natürlich geht es nicht ohne, selbstverständlich auf Spanisch, gehaltene Einweisung. Wird schon werden.

Wir sind bereit!

In der Höhle gibt es eine spezielle Vogelart, die wie ich später herausfand „Fettschwalm“ heißt. Sie sind nachtaktiv und sehen ähnlich aus wie ein Skua aus der Antarktis. Auch die Größe passt ungefähr. Der Fettschwalm (Steatornis caripensis), den es nur in Südamerika gibt, ist zwar ein wenig größer, aber das sieht man in der Höhle kaum.

Aber weiter. Wir gehen los. Nach 10 Minuten Fußmarsch erreichen wir unsere Unterkünfte. Und lassen sie links liegen. Wir laufen weiter. Fünf Minuten später sehen wir riesige Stalaktiten und Stalagmiten, die unter einem Bergüberhang von oben bzw. von unten wachsen. Einer der beiden Führer nimmt uns beiseite und erklärt uns in langsamem Spanisch die Entstehung von ihnen. Auch langsam verstehe ich Spanisch nicht… ;-) Plötzlich entdecke ich einen Stein, der aussieht wie ein Totenkopf. Cool.

Wir erreichen die zweite Badestelle am Fluss nach weiteren fünf Minuten, aber zum Baden bleibt keine Zeit. Die Höhle wartet. Wir biegen vom Weg ab und laufen über eine Brücke, die über den schnell fließenden Fluss verläuft, in dem wir gestern an der ersten Badestelle gebadet haben. Die Brücke ist mehr schlecht als recht und wird nur von zwei Stahlseilen gehalten, die die drei dünnen Eisenstangen stabilisieren, auf denen sich ein Maschendrahtgitter befindet. Auf letzterem laufen wir. Es ist wohl überflüssig zu erwähnen, dass die Brücke schaukelig ist und ich einmal an einer Eisenstange hängengeblieben bin. Die Haltegriffe an den Seiten sind übrigens noch weniger vertrauenswürdig als die Brücke selbst.

Aber weiter geht es. Es geht durch den Regenwald hoch, runter, hoch noch höher und wieder runter. Aktuell sieht das hier nach einer Wanderung aus, und von der Höhle fehlt jede Spur.

Die Temperaturen, die im Regenwald herrschen sind ja bereits bekannt. Aber trotzdem läuft allen Anwesenden der Schweiß hinunter. Plötzlich rutscht Papa aus und flucht. Als ich mich umdrehte, liegt er auf dem Boden. Sein linkes Bein ist abgerutscht und aufgeschrammt. Zum Glück ist er nicht den Abgrund hinunter gefallen. Nach einer kurzen Schrecksekunde laufen wir weiter. Es dauert noch gut 20 Minuten bis wir den Höhleneingang erreichen. Papa hat sein Handy aus der wasserdichten Tasche geholt und ist bereit für die ersten Fotos. Leider war es in der Höhle wirklich viel zu dunkel für viele Fotos. Die Guides erzählen uns irgendetwas auch von Bakterien, aber alles wieder nur auf Spanisch. Wir haben uns ausgeruht nach dem 50 minütigen Marsch und betreten nun die Höhle.

Durch diesen Berg führt die Höhle

Die Steine sind glatt und feucht. Am letzten Tagen hat es viel geregnet. Unsere Laufschuhe aber finden guten Halt. Das Wasser, was in die Höhle fließt, ist kalt und bräunlich von der Erde und dem Schlamm, die der Regen in die Flüsse gestoßen hat.

Wir dringen tiefer in die Höhle ein und sehen ein Tier an der Wand hängen, was den freundlichen Namen Skorpionspinne trägt. Die zurückgebliebenen Familienmitglieder wären nicht glücklich gewesen. Wir gehen weiter. Das Tageslicht lassen wir bald völlig hinter uns und erreichen eine Engstelle von ca. einem Meter Höhe. Das Wasser reicht uns nun bis zu den Knöcheln. Wir gehen weiter und kämpfen manchmal um das Gleichgewicht. Der Anblick in der Höhle ist atemberaubend. An den Wänden sind abstrakte Strukturen aus dem Stein geschliffen, die Farben der Gesteine ändert sich fortwährend und die ersten Fettschwalmnester sehen wir in Nischen zwischen den Steinen. Dann machen wir eine Fotopause, wo der Führer die Fotos macht.

Nach den Fotos, gehen wir weiter. Aber ohne Licht! Wir wurden gebeten die Lampen aus zu schalten und den Vordermann an den Schultern zu fassen. Unheimlich. Es ist stockdunkel, absolut finster als Papa, an dessen Schultern ich mich hänge, los läuft. Nicht an die Skorpionspinnen denken. Ich rutsche zweimal fast aus und dem Augenlicht beraubt, bin ich voll auf meinen Vordermann angewiesen.

Nach ein paar dutzend Metern machen wir die Lampen wieder an und sind in einer hohen Raum. Dort machen wir ein zweites Mal Fotos. Auch dort ist es wunderschön! Stalaktiten kommen von der Decke und die Formen der Steine an den Wänden sind wieder unfassbar. Uns wird geraten, alles wasserdicht zu verpacken und das tun wir natürlich auch mit Papas Handy.

Die Schuhe sind von dem Sand in der Höhle sandig geworden, was das Halten auf den rutschigen Steinen zunehmend erschwerte. Wir müssen eine kleine Wasserrutsche hinunterrutschen, um weiter zu kommen. Dabei wird der Sand glücklicher Weise abgewaschen. Die erste Hälfte der Rutsche ist glatter Stein, die andere ist freier Fall. Aber schon nach eineinhalb Metern ist wieder das Kalte Wasser und der Felsboden da. Ich stehe auf der Kante zum freien Fall, suche Halt mit dem Fuß, finde ihn, halte mich mit beiden Händen fest und suche nun auch mit dem anderen Fuß einen Halt. Ich komme nicht dazu ihn zu finden, weil mein erster Fuß abrutscht. Meine nassen Hände halten mich nicht und ich falle die eineinhalb Meter … Ich werde von glattem Stein abgefangen und rolle ins flache Wasser. Der Führer hilft mir hoch und fragt auf Spanisch ob alles in Ordnung ist. Ich nicke und es geht weiter, nun aber mit nassen Sachen. Für einen kurzen Schreck bleibt keine Zeit.

Ich habe meine Klamotten lange trocken halten können, doch nun war ich nass! Allerdings wäre ich eh nicht mehr lange trocken geblieben. Als nächstes folgen nämlich weitere kleine Wasserfälle, die man herunterspringen muss. Manche waren so flach, dass das Wasser nur bis zum Bauchnabel reichte. Andere waren so tief, dass ich dort nicht stehen kann. Zum Glück kann ich schwimmen. Und ungefähr hier hat der Gestank nach Kloake begonnen. Als ich in die Ausbuchtungen des Flusses leuchte, sehe ich Plastikmüll und noch mehr Nester des Fettschwalms.

Leider können wir selbst keine Fotos dieser schönen Vögel machen.

Kurz nach Einsetzen des Gestanks setzt ein Geschrei ein! Es war nur Eines! LAUT! Sehr laut. Erst der Geruch, der den Geruchssinn betäubt und nun das Geschrei der Fettschwalme, der das Trommelfell zum Platzen bringt. Dann sehe ich den Ersten. Sie sitzen in den Nestern und kreischen. Wir sollen sie nicht direkt anleuchten, aber wir sehen sie trotzdem, weil wir sie mit den Lampen indirekt anleuchten konnten. Es sind durchaus hübsche Tiere und sie sind auch dazu noch laut. Erwähnte ich das schon. Nach diesem Genuss gehen wir Richtung Ausgang.

Ein Wasserfall!!! Was auch sonst. Er wurde uns bereits auf dem Hinweg gezeigt, doch ich hielt es für einen Witz. War wohl doch keiner. Papa war der letzte, der an die Reihe kam und ich davor. Ein Gitter aus Seilen, wie man es vom Spielplatz kennt, wird angehoben und ich steige drauf. Das Wasser prasselt mir ins Gesicht und drückt mich herunter. Unten angekommen stelle ich mich hin und rutsche fast aus. Es ist wieder sehr glatt. Hätte ich mir eigentlich denken können! Kenne ich doch schon. Nun sind wir zwar unten, aber auf der falschen Flussseite.

Fast geschafft!
Jetzt nur noch hinüberhangeln

Eine Sicherungsleine für die Badegäste ist dort aufgespannt und an genau dieser sollen wir uns rüber hangeln. Die Hauptströmung war ziemlich am Anfang und die lustigste Etappe der ganzen Hängepartie. Mit Rettungsweste und Helm und Lampe hangeln wir uns hinüber. Die beiden Pärchen hatten deutlich mehr Probleme, als Papa und ich. Wir gehen zurück und uns werden die Papierarmbänder abgenommen. Bei unserer Lodge warten die Frauen bereits auf uns und sind gespannt auf unsere Abenteuergeschichte.

Höhlenausgang von der anderen Flussseite

Aber wir haben nur wenig Zeit. Eine Stunde später gehen wir, diesmal alle vier, zu einer zweiten Aktivität, die aber von Maila geschrieben wird.

Trotz des Geruches und des Lärms und der unbequemen Rettungsweste war der Trip super!!! Wir haben zwei Tierarten gesehen, die ich sonst nie gesehen hätte und in einer Höhle mit Klamotten zu „Baden“ war auch ein Erlebnis, das ich wahrscheinlich nie vergessen werde.

Samuel

Samuel schnorchelt schon wieder

12. Juli 2021

Schon wieder schnorcheln? Langsam wird es echt langweilig will man meinen, aber nichts da! Wir sind in Coco Banderas und lassen die Badeplattform ins Wasser. Anfangs spielen wir ein wenig mit der Badeplattform und fahren später mit dem Dinghy zu einem der uns umgebenden Riffe. Dort angekommen schlage ich den Anker in den drei bis vier Meter tiefen Boden. Mama und Maila kommen aus dem Dinghy und der Schnorchelausflug beginnt.

Wir sehen einige Tiere, die wir auch schon vorher gesehen haben. Zum Beispiel den Braunpelikan oder die Hirnkoralle. Auch Tannenbaumwürmer und eine Seenadel sehen wir wieder. Die gelb gestreiften Grunzer und die rot-schwarzen, gefährlich aussehenden Fische sind ebenso wieder da wie Papageifische und Blaukopfjunker. Wir haben auch einen Fisch gesehen, der meine Kamera angegriffen oder zumindest versucht hat, sie zu verscheuchen.

Es gibt aber auch wieder einige neue Fische. Beginnen wir mit einem grauen Fisch. Er ist sehr dünn und an der Hinterflosse ganz gelb. Von oben bis unten verläuft auf Augenhöhe eine schwarze Linie. Im ganzen ist er ca. 5 cm hoch würde ich sagen.

Ein anderer Fisch, den wir gesehen haben, ist ganz gelb und die Schwanzflosse ist durchzogen von braunen Streifen. Die sich vom oberen bis zum unteren Teil hinziehen

Auch neu ist ein Fisch, der ganz blau ist und nur in der Mitte des Körpers zwei hellere von oben zur Mitte verlaufende Streifen hat. Alle Flossen sind ein wenig dunkler als die Streifen von oben aber heller als der Körper. Ein ähnlich großer Fisch, aber deutlich moppeliger, ist am Grund. Seine Haut ist hellbraun mit lauter dunkelbraunen Streifen, die willkürlich über den Körper verlaufen.

Sehr viel kleinere, auf den Hirnkorallen lebende Fische haben wir bislang auch noch nicht gesehen. Sie sind ganz golden und heben sich kaum vom Untergrund ab.

Das nächste Ziel ist eine Sandbank zwischen zwei Inseln. Ich schwimme, Mama und Maila fahren mit dem Dinghy. Dort angekommen sehen wir haufenweise riesige Muscheln. Auch den Damselfish sehen wir dort wieder.

Ich hole eine solche Muschel hoch und Mama nimmt das Monsterding in die Hand. Wir hätten sie gern mitgenommen, wenn dieser Gestank von Tod und Verderben und noch mehr Tod und einer großen Menge Verwesung nicht wäre. So fliegt sie wieder ins Wasser.

Wir fahren zurück zum Boot und unser Schnorchelausflug ist zu Ende.

Samuel

Samuel schnorchelt im Swimming Pool

3. Juli 2021

In einem Swimming Pool sieht man doch keine Tiere. Werdet ihr vielleicht denken. Das stimmt auch, nur liegt die Samai ja nicht in einem Swimming Pool sondern in einer Bucht. Sie heißt ganz zufälligerweise Swimming Pool. In Buchten gibt es auch mehr Tiere, über die ich berichten kann als in einem Swimming Pool.

Begonnen hat alles mit dem ersten Schnorcheln. Ich steige ins Wasser und tauche die drei Meter bis zum Grund. Dort liegen riesige Muscheln.

Als Maila und Mama ebenfalls reinkommen wollen, sehe ich eine Bewegung. Ich drehe mich zu ihr um und mein Puls wird schneller. Das Adrenalin durchflutet meinen Körper und ich kriege nur noch schwer Luft. Äußerlich lasse ich mir nichts anmerken, aber meine Gedanken rasen. Vor meinen Augen schwimmt ein Hai entlang. Er hat eine lange Schnauze und einen sehr dicken Bauch. Sein Schwanz wird dann wieder dünn. Er sieht äußerst unförmig aus und gar nicht wie die Haie auf Galápagos. Dort wurde uns auch gesagt, dass die Haie nichts tun würden. Hier weiß ich das nicht.

Der Hai umkreist unser Boot. Ich habe bereits ein paar Bücher über Haie gelesen und weiß, dass man sich ruhig verhalten soll. Genau das tue ich auch. Die Kamera habe ich leider nicht mit unter Wasser, sodass ich kein Bild machen kann. Als die Kamera endlich da ist, ist der Hai wie vom Meer verschluckt. Papa kommt auch noch mit rein und findet den Hai. Er erzählt uns im Nachhinein davon. Währenddessen bin ich immer wieder hinuntergetaucht um die Muscheln und die dort lebenden Fische zu fotografieren.

Als wir von Land abgewiesen wurden, sind wir zu einem Korallenriff gefahren, das auch noch im „Swimming Pool“ liegt. Papa und ich wurden von den Frauen zu dem Riff gebracht und sind abgesprungen. Uns empfängt ein eher trostloser, sandiger Anblick. Das Korallenriff liegt ja auch noch etwa 20 Meter neben uns. Die Kamera ist bei diesem Schnorchelgang fast im Dauereinsatz. Wir sehen Fische, die zur sogenannte Gruppe der Grunzer gehören. Auch viele andere kleinere Fische.

Wir schwimmen gegen die Strömung und entdecken plötzlich einen Rochen. Maila hat auch schon am Vortag einige Rochen am Meeresgrund gesehen, aber die waren mehr bräunlich. Der jetzt war schwarz mit hunderten weißen Punkten. Einen solchen Rochen haben wir schon mal gesehen. In der Mangrovenfahrt auf Galápagos. Maya hat in dem Zusammenhang den Namen Adlerrochen erwähnt. Einen solchen Rochen haben wir auch jetzt vor uns. Er gleitet elegant durch das Wasser. Am Anfang seines Schwanzes befindet sich ein Giftstachel, der deutlich zu sehen war. Ich knipse Fotos und mache Videos.

Großer Rochen vom Boot aus
Adlerrochen beim Schnorcheln

Als er uns wieder verlassen hat, lassen wir uns mit der Strömung zurücktreiben. Plötzlich sehe ich eine Koralle am Boden, die die Form eines Riffhais hat. Ich deute darauf und die Koralle bewegt sich. Es war offenbar doch keine Koralle sondern ein echter Riffhai, der sich auf dem Meeresboden ausgeruht hat.

Er schwimmt weg und wir tun es ihm gleich. Der Weg zur Samai ist nicht so weit, weshalb wir zurück schwimmen. Auf dem Rückweg sehen wir einen Schwarm kleiner Kalmare sowie am Boden einige Seegurken oder so etwas in der Art.

Zum Schluss dieses Artikels möchte ich noch einige Informationen über die Tiere geben, die wir ohne Zweifel identifizieren können.

Adlerrochen: Der Adlerrochen zählt zur Gattung der Aetobatus und zu dem Stechrochenartigen. Das Verbreitungsgebiet der Adlerrochen ist Weltweit in allen tropischen und subtropischen Meeren

Riffhai: Es gibt vier Arten von Riffhaien. Den Grauen Riffhai, Karibischen Riffhai, den Weiß- und Schwarzspitzen-Riffhai. Alle Arten bis auf den Weißspitzen-Riffhai gehören zur Gattung der Carcharhinus. Der Weißspitzen-Riffhai gehört zur Gattung der Triaenodonen und wie die anderen drei Riffhaiarten zur Ordnung der Grundhaie. Sie alle werden auch zur Familie der Requiemhaie gezählt.

Unser Schnorchelgang im Swimming Pool war also durchaus mit einigen Schockmomenten verbunden, aber das Gefühl mit einem Hai zu Schwimmen ist einmalig!

Samuel

Samuel schnorchelt am Wrack

30. Juni 2021

Ist das nicht gefährlich? Und solche Wracks liegen doch normalerweise tief auf dem Meeresboden wie man es aus Filmen kennt, oder? Doch, es kann schon gefährlich sein, aber nein, das Wrack ist nur wenige Meter unter der Wasseroberfläche. Es ist 1925 gesunken, als es einen Wassereinbruch gab. Die Pumpen haben das Wasser nicht mehr abpumpen können. Der Kapitän des Schiffes hat Vollgas gegeben und das Schiff auf den Strand gesetzt. Die Fracht konnte dann noch gerettet werden, das Schiff war gesunken. Aber das nur nebenbei.

In dem Reiseführer, den wir gekauft haben, steht ein Ankerplatz, der Papa nicht gefällt. Wir umrunden die Insel und sehen eine Einfahrt. Allerdings ist die Einfahrt eng und wir haben keine Wegpunkte. Ich werde wieder auf die Saling geschickt und wir fahren hinein. Mama ist die ganze Zeit am Meckern, weil das für uns zu eng wäre. Wir zirkeln uns durch die Engstelle, werfen den Anker in einem tieferen Bereich und gehen mit Schnorchelausrüstung ins Wasser. Die neue GoPro9 ist auch dabei.

Vorher hat Papa eine Bewegung im Riff querab von uns wahrgenommen. Er fotografiert und wir denken, dass es ein Krebs ist. Maila ist nicht begeistert. Später stellt sich heraus, dass es doch nur eine Pflanze ist.

Danach sind wir dann zum Wrack geschnorchelt. Auf dem Weg tauchen wir über ein Korallenriff. Es ist recht einfarbig, aber immerhin entdecken wir erste Hirnkorallen und einige Fische. Rund um das Wrack ist es sandig. Wir tauchen über die Sandstrecke und erblicken das Wrack. Es ist übersät mit Hirnkorallen und auf den Hirnkorallen sind haufenweise Weihnachtsbaumwürmer. Maila ist begeistert. Mama kennt die gar nicht. Um die Korallen herum schwimmen lauter Fische in den verschiedensten Farben.

Plötzlich bewegt sich etwas. Ich schaue genauer hin und zücke die neue Unterwasserkamera. Es ist eine große Krabbe. Sie sieht fast aus wie eine Königskrabbe, ist aber wahrscheinlich doch keine. Ich zeige sie Maila. Sie erschrickt und weicht zurück. Als ich mich wieder zurückdrehe um die Krabbe zu fotografieren, ist sie wie vom Erdboden oder vom Wrack verschluckt. Sie war rot mit Auswüchsen. Ich schätze ihre Beinweite auf ca. 30 cm.

Wir sehen auch noch viele andere Fische. Die meisten kenne ich nicht. Nur den Zebrafisch erkenne ich. Es ist grau gelb gestreift und ich habe ihn bereits beim Abkratzen der Schraube in Ecuador gesehen.

Wir umrunden das Wrack mehrmals und entdecken einen Fisch am Boden, der vorne am Kopf hornartige Auswüchse hat. Vor seiner Schwanzflosse sind auch noch zwei. Seine Färbung ist gelblich mit in der Sonne blau leuchtenden Streifen.

Kuhfisch / kleiner gehörnter Kofferfisch

Ein anderer Fisch, der gut getarnt ist, liegt regungslos am Boden. Er ist langgestreckt und hat eine gescheckte Färbung. Seine Grundfarbe ist die des Sandes mit braunen Punkten. Super Tarnung.

Eidechsenfisch

Wir sehen außerdem kleine Fischchen, die gerade mal zwei Zentimeter lang sind, einen gelben Bauch und einen blauen Rücken haben.

Damselfish

Ein etwas größerer Fisch ist ganz gelb mit blauen Augenringen.

Grunzer

Dann arbeiten wir uns in der Größe mal hoch. Ein etwa fünf Zentimeter großer Fisch hat einen grell hellblauen Kopf, dahinter einen schwarzen Streifen, wieder einen Stelle mit diesem blau und dann noch ein schwarzer Streifen. Der Rest des Fisches ist schillernd türkis. Ein echt überaus hübscher Fisch. Man muss aber sagen, dass es einen Hübscheren gibt!

Blaukopfjunker

Ein ähnlich großer, aber deutlich höherer Fisch ist dunkelblau mit hellblauen Flossen, die in der Sonne schimmern.

Doktorfisch

Wieder in der Größe gibt es einen Schwarmfisch, der hier wohnt. Es handelt sich um graue Fische mit einer gelben Schwanzflosse und einem gelben Seitenlinienorgan.

Yellowtailsnapper

Kommen wir nun zu den großen Fischen. Sie haben ein deutlich sichtbares Schuppenmuster und einen knallroten Bauch. Ihre Rückenflosse war auch leicht rötlich.

Papageifisch-Weibchen (Stoplight-Parrotfish)

Auf dem Rückweg habe ich auch noch eine Seenadel gesehen, die sich in einem Strauch versteckt hat, den man eher an Land vermutet.

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Das waren die hübschesten der Fische die wir gesehen haben. Noch mehr will ich jetzt nicht beschreiben. Wie sagt man so schön? Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.

Blaurücken-Stachelmakrele
Vieraugen-Falterfisch

Ein Hinweis zum Schluss: Wir würden uns sehr über Kommentare freuen, in denen wir erfahren, welche Fischarten genau wir gesehen haben. Auch über andere Kommentare freuen wir uns natürlich!

Samuel

Samuel über (unnütze?) Neuanschaffungen auf der Samai

Was? Keine Tiere? Richtig! In diesem Artikel spielen Tiere keine Rolle. Aber nun zum Thema. Wieso sollte sich die Samai Sachen anschaffen, die sie nicht braucht? Das ergibt doch keinen Sinn! Wieder richtig! Das macht keinen Sinn. Sie sind auch nicht direkt unnütz. Sie sind einfach nicht wichtig für das Boot, wie zum Beispiel eine Funkantenne.

Aber mal wieder zum Anfang. In der Nähe unseres Hafens liegt die Albrook Mall mit mehr als 700 Geschäften. Dort gibt es auch Apple Geschäfte. Maila hat vor circa eineinhalb Jahren in Brasilien meinen iPad Mini aus der Hängematte fallen lassen und das Display ist gesprungen. Wir haben ihn in eine wasserdichte Hülle gelegt, um das Display später reparieren zu lassen. Dies gelang, bis wir nach Panama gekommen sind, nicht.

In den Apple Geschäften in der Albrook Mall in Panama heißt es erstaunlicherweise, dass man nur umtauschen könne, dafür aber nur 80 Prozent des Preises für ein Neugerät bezahlen muss. Am darauf folgenden Tag wollen wir ihn nach einem Backup umtauschen, aber nichts da! Uns teilte man mit, dass es mindestens 10 Tage dauern würde, eines aus der USA herzubestellen. Aber wir können das neue iPad Air hier sofort kaufen. Das ist mir aber viel zu klobig und auch einen ganzen Zacken teurer. Die 10 Tage sind natürlich zu viel, wenn wir in etwa einer Woche durch den Panamakanal durch wollen.

Direkt gegenüber gibt es ein anderes Geschäft mit Elektronik und wir fragen dort nach. Auch sie haben keinen iPad Mini. Was für eine Überraschung! Allerdings sehen wir dort GoPros. Die Ausgaben 6 bis 9. Wir erinnern uns, dass Stefan, den wir in Galápagos kennen gelernt haben, auch eine hat, die von sich aus wasserdicht ist. Das ist sehr praktisch. Da fragen wir nach und kaufen schließlich die GoPro 9 für einen heruntergesetzten Preis. Super! Korallenriffe ich komme!

Das war unsere erste unnütze Anschaffung.

Zwar eine sehr coole, aber sie ist trotzdem irgendwie unnütz, weil wir ja auch noch eine alte GoPro haben. Zwar ist sie weder so gut noch ohne Schutzhülle wasserdicht, aber sie funktioniert trotzdem.

Uns wird in dem Laden noch ein anderer Shop empfohlen, in dem wir vielleicht den iPad Mini bekommen. Er heißt Panafoto. Alles in allem sind wir nicht begeistert und gehen erst einmal in den Supermarkt.

Danach gehen wir zur Straße, um uns Uber zu bestellen, als wir einen großen Laden an der Ecke sehen, mit den dicken Buchstaben PANAFOTO. Natürlich bitte ich Papa noch mal hineinzuschauen und er willigt ein. Wir gehen mit unserem Gepäck hin und schauen uns darin um. Sie haben zwei verschiedene iPads aber keinen Mini. Panafoto hat sehr viele Elektronik. Von Handys bis zu großen Waschmaschinen und Kühlschränken. Um das unterzubringen, sind zwei Etagen nötig.

Wir schauen mal zu den Tablets von Samsung und sehen dort zwei Modelle. Das S6 lite und das S7. Das S6 ist nicht sehr viel älter, aber nur halb so teuer. Nach einer kurzen Überlegung entscheiden wir uns für den. Er macht einen guten Eindruck und ist blau. Es muss ja nicht immer Apple sein.

Da also die zweite unnütze Anschaffung auf der Samai.

Papa schaut sich noch einmal um, bevor er zum Bezahlen geht. Dabei sieht er auch ein Fernrohr. Es ist wie das, was die Birdwatcher immer benutzen oder generell die Guides. Damit kann man unter einer tollen Vergrößerung super Fotos von Vögeln machen. Papa und ich grübeln ob wir eine der drei Möglichen mitnehmen sollen. Anfangs ist gleich klar: wenn dann das kleinste für nur knapp 160 Dollar. Die der Birdwatcher kosten über 1000 Dollar.

Nach einiger Grübelei ist die Entscheidung für das Fernrohr gefallen. Es hat einen 15-45 fachen Zoom. Cool!!!

Die dritte und letzte unnütze Neuanschaffung.

Wir bezahlen und bestellen dann unser Uber-Taxi. Wieder auf der Samai zeigen wir es dem Rest der Crew und sie freuen sich auch über die Neuanschaffungen. Bis zum heutigen Zeitpunkt haben wir das Fernrohr bereits oft verwendet und mein neues Tablet sowieso. Die GoPro ist eingerichtet und aufgeladen und wartet auf ihren ersten Einsatz unter Wasser auf den San Blas Inseln. Schon bald geht es los zu den Korallenriffen.

Samuel