Große Aruba-Tour (3) – Norden

13. November 2021

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New Natural Pool

Das tut gut! An Samuels Geburtstag war es uns hier noch zu voll. Heute sieht es viel besser aus. Nur wenige Busse, Quads und V-Autos stehen auf der Parkfläche. Am Pool ein paar wenige Menschen, die gerade ihre Sachen zusammen packen. Jetzt oder nie. Wir klettern die Leiter runter und kraxeln über die Steine bis in die geschützte Ecke mit dem kleinen Pool.

Hier sollen wir baden???
Kommt mit, ich kenne da eine Ecke ;-)

Draußen branden die Wellen an die Felsen. Gischt spritzt in die Luft. Dort wäre es lebensgefährlich, jetzt zu baden. Hier drinnen ist das kein Problem. Also kein größeres. Natürlich ist der Pool mit dem Meer verbunden und die Brandung sorgt für ordentlich Strömung. Immer wieder treibt es uns meterweise hin und her. Samuel macht das nichts aus. Er ist als Erster im Wasser. Maila ziert sich anfangs noch ein bisschen. Sie ist halt vorsichtiger als ihr Bruder. Schließlich sind wir dann aber doch alle im kühlen Nass. Erwähnte ich schon, dass das gut tut?

So, da geht es rein!
OK!!! :-)

Wir haben Schnorchelsachen und die GoPro dabei. Damit macht sich Samuel auf Unterwasserexpedition. Erstaunlich viele Fische schwimmen mit uns hier rum. Einige besonders wagemutige trauen sich auch zum Knabbern an die Füße. Nur die kleine Muräne, die hier im Felsen wohnt, versteckt sich tief in ihrer Höhle. Schade… Samuel hätte sie wirklich gerne gesehen.

Fundstücke!

Dafür entdeckt er etwas anderes. Plötzlich hält mein Sohn mir einen Ring entgegen. Er sieht aus wie neu. „Habe ich gefunden. Kannst Du den für mich einstecken?“. Klar doch. Nur nicht verlieren. Das hat schon jemand vor uns geschafft. Skurril wird es dann einige Minuten später, als Samuel mit einem zweiten Ring in der Hand auftaucht. Haben Touristen denn kein anderes Hobby, als hier ihre Ringe zu verlieren? Zumindest bei einem der zwei Ringe kann ich mir gut vorstellen, dass ein Pärchen da einen Abend mit leichten Disharmonien verbracht hat.

Draußen…
… drinnen
Maila ist schon wieder oben…
… Samuel kommt auch noch :-)

Natural Bridge

Schön erfrischt erreichen wir ein paar Minuten später die Natural Bridge. Das war einmal eine der größten, nicht von Menschenhand geschaffenen Brücken weltweit. 30m lang und bis zu 7,6m über dem Meeresspiegel. Ein Wahrzeichen von Aruba. Vergangenheit. Am 5. September 2005 brach das Naturdenkmal ein. Heute bleiben nur mehr die Ruine, sowie noch eine kleinere Brücke daneben. Trotzdem ist es weiterhin ein touristischer Pflichtbesuch.

Die große Brücke ist 2005 eingestürzt.
Eine kleine Brücke hält sich tapfer.
Achtung!
Ach was!!!

Der Tag schreitet voran und es kommt, wie es kommen muss. Heute liegen zwei Kreuzfahrer im Hafen. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir deren Bussen begegnen. „Best of Aruba 1“ kündet das Schild im großen Bus. Na dann wird er wohl nicht alleine sein. Nun gut, wir haben alles gesehen und inzwischen auch schon mal ein wenig Hunger bekommen.

Lionfish Snack Aruba

Im Grunde ist es nur eine Imbissbude. Mit kleiner Karte. Es gibt nicht einmal Bier. Und dann hat die auch nur an einem Tag der Woche auf. Doch der Besuch lohnt sich. Hier bekommt man Feuerfisch! Wir entscheiden uns fast geschlossen für einen Lionfish-Wrap. Nur Maila nimmt die Platte mit Pommes. Wer weiß, was da so in einem nicht selbst gedrehten Wrap drin ist. ;-) So hat es uns alles sehr gut geschmeckt.

Alto Vista Kapel

So langsam neigt sich der lange Tag und damit auch unsere große Aruba-Tour dem Ende zu. Als vorletzte Station besuchen wir die kleine Alto Vista Kapel. Schon 1750 wurde an dieser Stelle die erste Kapelle der Insel errichtet. Keine 70 Jahre später waren es nur noch Ruinen. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurde ein Neubau beschlossen und 1952 fertig gestellt. Erwähnenswert ist der Kreuzweg. Diesen muss man nicht einmal laufen, man fährt ihn ab. Die Kreuze stehen am Rand der Zufahrtsstraße. Nur die letzte Station findet sich direkt an der Rückseite der kleinen Kapelle.

Heute ist die Alto Vista Kapel für Arubaner wieder ein wichtiger, oft besuchter Ort des Gebets und der Medition. Bei Gottesdiensten reicht der kleine Raum sicher selten aus. Dafür sprechen zumindest die Steinbänke vor der Tür.

California Lighthouse

Morgens sind wir an der Südspitze der Insel gestartet. Nun haben wir uns bis an die Nordspitze voran gearbeitet. Das California Lighthouse ist eine weithin sichtbare Landmarke und aktiver Leuchtturm. Natürlich wollen wir da rauf. Doch „Best of Aruba 4“ ist vor uns hier. Und da kommt auch schon „Best of Aruba 5“. Hmm… kann das was werden? Kein Problem, denn von den Kreuzfahrern besteigt keiner den Leuchtturm. Zu teuer? Zu eng? Keine Zeit? Keine Kondition? Keine Ahnung… ist uns aber auch egal! Wir zahlen den kleinen Obolus und 117 Stufen später sind wir oben… im Hühnerkäfig.

Zwischendurch schaut auch „Best of Aruba 1“ nochmal vorbei.

Wir wurden gewarnt, die Mützen festzuhalten. Aber hier kommt nichts weg. Ja klar, der Ausblick ist damit schon ein wenig getrübt. Trotzdem ist es ein toller Abschluss für den Tag. Der Blick reicht fast über die gesamte Insel. Hinter uns die brandungsumtoste Nordspitze der Insel. Vor uns ein Golfplatz und die Hotelburgen des arubanischen Touristenzentrums auf der geschützten, windabgewandten Seite der Insel. Dahinter erahnen wir noch Oranjestad und den Flughafen. Direkt daneben liegt unsere Samai. Und zu der geht es jetzt auch zurück.

Nordspitze von Aruba
Blick Richtung Süden

An dieser Stelle noch einmal vielen lieben Dank an Jörg von der Sissi, dass Du die Tour mit uns gemacht hast. Hinter uns liegt ein langer, anstrengender und unglaublich schöner Tag.

Aruba – One Happy Island!

Große Aruba-Tour (2) – Mitte

13. November 2021

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Cas di Luz

Wir haben zwar erst Mitte November, doch Weihnachten wirft seine Schatten voraus. Oder vielleicht doch seine Lichter? In Aruba ist es in jedem Fall die Zeit des Weihnachtshauses Cas di Luz. Lichterketten schmücken Häuschen und Kakteen. Ok, mitten am Tag ist es vielleicht nicht sooo stimmungsvoll, aber wir werden sicher noch einmal am Abend wieder kommen. Heute gehen wir einfach mal den Rundgang und bewundern die Aussicht ebenso wie den Einfallsreichtum lokaler Elektriker.

Lourdes Grotto

Lourdes ist einmalig. Also zumindest der Wallfahrtsort in Frankreich. Weltweit dagegen nennen sich inzwischen hunderte Grotten mit Marienbildnis „Lourdesgrotte“. Die meisten befinden sich im deutschsprachigen Raum. Doch eine gibt es auch hier in Aruba. Beidseits der Straße ziehen sich Stufen zu etwas höher im rauen Stein gelegenen Höhlen. Umrahmt von der kargen Kakteenlandschaft strahlen blumengeschmückte Marienfiguren und die Weihnachtskrippe. Ein kleiner, im Dunkeln gelegener Altar bezeugt eine aktive, religiöse Nutzung. Einmal im Monat wird hier Gottesdienst gefeiert.

Weihnachtliche Wespennester…

Donkeys

Wenn Jörg eine Rundfahrt macht, dann dürfen die Esel Arubas natürlich nicht fehlen. Im Süden, dem Reich der letzten wild lebenden Exemplare haben wir keine gesehen. Und auch das Donkey Santuary wird ausgelassen. Schließlich sind wir hier ohnehin Stammgäste. Was bleibt sind die sieben Esel, die aufgrund ihres Temperaments nicht im Sanctuary, sondern dem Garten seiner Managerin gehalten werden. Für ein kurzes Hallo und etwas durch gereichtes Gras ist immer Zeit.

Balashi Goldmühle bei der Spanischen Lagune

Goldrausch in Aruba. Ab dem Jahr 1824 kann man das für bare Münze nehmen. In den folgenden 90 Jahren werden aus den Minen etwa 1,5 Mio kg Erz geschürft und in den zwei Mühlen zu immerhin gut 1,7 t Gold verarbeitet. Wir besuchen die Reste der Balashi Goldmühle. Viel ist zugegebener Maßen nicht mehr zu sehen. Ein paar Reste wuchern immer mehr zu. Lediglich das auf einem kleinen Hügel liegende Haupthaus wurde wohl mal teilrestauriert. Inzwischen sind die Wände beschmiert. Herumliegende Glasscherben lassen vermuten, dass es sich hier um einen beliebtem Treffpunkt der einheimischen Jugend handelt.

Im Grunde ist das aber auch verständlich. Der Blick über die Spaans Lagoen ist wirklich schön. Die 12ha große, im Innern dicht mit Mangroven bewachsene Salzwasserlagune ist ein kleinen Paradies für Vögel und Reptilien… und Moskitos. Der Blick streift über sattes Grün, wie es sonst selten auf Aruba zu sehen ist.

Von unten ein Zwitschern, am Himmel kreisen Raubvögel. Bei fast jedem Schritt schrecken Eidechsen auf und wuseln davon. Besonders hat es uns eine hungrige Aruba-Eidechse angetan. Heroisch trotzt sie den Stacheln des großen Kaktus, der seine Frucht vergeblich zu schützen sucht.

Casibari Rock Formations

Es geht felsig weiter. Eigentlich ist Aruba ja relativ flach. Umso mehr verwundern die hier und da wie von lustlosen Riesen hingeworfen wirkenden Felsformationen. Nein, die monolithischen Formationen sind nicht riesig im eigentlichen Sinne, aber doch beeindruckend. Zuerst statten wir den Casibari Rock Formations einen Besuch ab. Dabei handelt es sich um eine Touristenattraktion und ganz offensichtlich ist man gut auf zahlende Kundschaft eingestellt. Obwohl der Eintritt an sich frei ist.

Empfangsbereich…

Wir haben Glück. Es ist halbwegs leer. Nur ein paar kleinere Busse und Mietwagen stehen vor den Touristenfallen. Die großen Busse der Kreuzfahrer erfreuen gerade durch Abwesenheit. So sind wir auf dem über Treppen recht gut erschlossenen Felsen zwar nicht ganz alleine, können die Aussicht aber trotzdem entspannt genießen. Wobei die Aussicht Richtung Oranjestad wieder einmal eindrucksvoll zeigt, wie groß die Vergnügungspaläste der Ozeane inzwischen geworden sind…

Ayo Rock Formations

Was für ein Kontrast sind die Ayo Rock Formations. Abgesehen von unserem Auto ist der Parkplatz verwaist. Das offene Tor lädt zur Erkundung einer besonderen Felsformation ein. Das sahen die indigenen Arawak ganz ähnlich. Sie kamen oft hierher und haben sich auch bei religiösen Riten verewigt. Die ältesten in Aruba erhaltenen Felszeichnungen geben davon stummes Zeugnis.

Der Orangetrupial mag Kakteen

Hier ist es viel schöner, aber auch etwas zeitaufwändiger als bei Casibari. Nicht einfach mal nur hoch und wieder runter. Ayo Rock müssen wir uns auf einem kleinen, teils durch enge Stellen in den Felsen führenden Rundweg erschließen. Unter der hoch stehenden Sonne ist das anstrengend, aber es lohnt sich. Wir begegnen nur Vögeln, Eidechsen und (harmlosen) Wespen. Der Ausblick reich vielleicht nicht so weit, ist aber noch einmal entspannter. Wirklich ein besonderer Ort in Aruba.

Es ist heiß. Die Sonne brennt. Eine kleine Abkühlung wäre jetzt nicht schlecht. Da passt es gut, dass uns die große Aruba-Tour weiter in den Norden zunächst wieder an die Küste führt. Badepause. Doch davon das nächste Mal mehr.

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Große Aruba-Tour (1) – Süden

13. November 2021

Heute ist es endlich soweit. Mit Sissi-Skipper Jörg als Guide machen wir eine große Inselrundfahrt zu den bekannten und unbekannteren Höhepunkten Arubas. Und damit wir die auch von Kreuzfahrern besuchten Street Art von San Nicolas nicht nur für uns, sondern auch noch vor der großen Mittagshitze erleben können, müssen wir relativ früh los. Kurz vor halb neun sitzen wir fünf also im Auto Richtung Süden.

San Nicolas

Die mit gerade einmal gut 15.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt der Insel findet sich ganz im Süden. Von 1924 bis 1985 wird hier eine große, US-amerikanische Ölraffinerie betrieben. Arbeiter aus Amerika und 50 anderen Nationen werden angelockt. Irgendwann aus dieser Zeit stammt auch die auf der Insel einzigartige Erlaubnis von Prostitution in San Nicolas. Die hat sich – wenig überraschend – auch über das endgültige Ende der Raffinerie vor etwa 10 Jahren hinaus gehalten. Das ist aber natürlich nicht der Grund für unseren Besuch.

Mauer der ehemaligen Ölraffinerie

Touristisch bekannt ist San Nicolas vor allem für seine Street Art. Um den Niedergang ohne Öl aufzuhalten, werden 2016 historische Gebäude restauriert und die inzwischen jährliche „Aruba Art Fair“ ins Leben gerufen. In diesem Zusammenhang finden sich jedes Jahr neue, noch leere Wände, die von Künstlern neu gestaltet werden. Der halbe Ort ist ein großes Freilichtmuseum.

Wir schlendern durch die Straßen und bewundern die Kunst. Jeder findet seine Favoriten. Dem Skipper haben es besonders die Meeresbewohner angetan.

Einsiedlerkrebs mit Geschmack ;-)

Samuels Augen leuchten besonders hell bei seinen gefiederten Freunden.

Nottreppe ins Leere

La Skipper begeistert sich neben den bunten Wänden insbesondere für die liebevoll gestalteten Bänke.

Das Lieblingsbild von unserem Muschelengel Maila ist zugleich auch das von Jörg.

Mailas Lieblingsbild!

Es finden sich auch viele, teils politische Portraits, wobei die Fassade eines Farbengeschäfts besonders passen bemalt ist.

Ein über die Grenzen Aruba hinaus durchaus bekanntes Highlight ist das rot-blaue Wandbild, dessen Motiv sich je nach Farbfilter ändert… Mensch und Skelett stehen sich immer abwechseln gegenüber.

So lassen wir uns treiben, sehen einen Sänger beim kleinen Video-Dreh, nostalgische Feuerwehrautos, die Bibliothek, Straßenlaternen als Reminiszenz an die Zeit des Öls, natürlich auch eine Kirche und andere Details. Überall gibt es etwas zu entdecken.

Durch ein verfallenes Zollhaus, …
… am Filmset, …
… vorbei an Feuerwehr…
… und Bibliothek, …
… zurück zur zentralen Kirche.

Baby Beach

Nach dem ausgiebigen Stadtrundgang fahren wir weiter zum sehr beliebten Baby Beach an der Südspitze von Aruba. Im Gegensatz zu vielen anderen schönen Stränden der Insel wuchtet sich hier keine Hotelburg in die Höhe. Also noch nicht… ein großes Plakat kündet von entsprechenden Plänen. Doch bis es soweit ist, ragen nur die Überreste der Ölraffinerie im Hintergrund gen Himmel.

Während Samuel bei Jörg am Auto bleibt und auf Vogelpirsch geht, spaziert der Rest der Crew den bei Einheimischen und V-Autos gleichermaßen beliebten Strand entlang. Einziger Wermutstropfen für Maila sind die zwei neugierigen uns umtobenden Strandhunde. Nein, ihr Lieblingsstrand wird das nicht.

Pet Cemetery

Die meisten Touristen machen am Baby Beach kehrt Richtung Norden. Wir fahren noch eine kleine Runde am Ufer entlang. Was ist das? Wir stutzen. Ein Meer von Kreuzen wogt über sanfte Hügel. Sieht aus wie ein Friedhof. Hier am Strand?

Tatsächlich. Es ist ein großer Haustierfriedhof. Viele Hunde, aber augenscheinlich auch Katzen und andere ehemalige Gefährten, finden hier ihre letzte Ruhe. Meist nur ein Kreuz mit Name und Jahren. Manches Mal sind es aber auch richtige Grabstätten, die am Wegesrand verlorener Freunde gedenken.

Raue Küste

Nach kurzem Stopp an einem Aussichtspunkt mit großem, roten (Original-)Anker können wir noch ein kleines Stück die raue Südostküste entlangfahren. Rechts rollen die vom steten Passatwind getriebenen Wellen heran. Links zeugen schroffe Steine von der Kraft der Natur. Bald kommen Windräder in Sicht. Wir erfahren, dass diese ihren Strom ausschließlich dafür generieren, um damit den Wasserstoff für die Brennzellen der Straßenbahn in Oranjestad zu produzieren.

Die Windräder der Straßenbahn!

Hier zwingt die beginnende Sandpiste unseren Wagen zum Abbiegen auf den Asphalt. Wir wenden uns ab von der Südspitze Arubas und steuern die Inselmitte an. Doch davon ein anderes Mal mehr.

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Donkey Sanctuary Aruba

17. Oktober 2021

Ein Warnung vorweg. Das hier ist unser erster Artikel über das Donkey Sanctuary Aruba, aber es wird sicherlich nicht der letzte bleiben. Dank Jörg, der hier seit Monaten als Volunteer mithilft, werden wir weniger als Gäste denn als Familie empfangen. Fast ein Dutzend Mal besuchen wir in wechselnder Zusammenstellung die Esel, aber die Kinder sind immer dabei. Und natürlich wollen sie auch selbst noch über ihre Erlebnisse berichten. An dieser Stelle daher nur ein paar einleitende Informationen und Impressionen von unserem ersten Besuch…

Willkommen bei den Eseln!
Erste vorsichtige Annäherung

Vor etwa 500 Jahren bringen die Spanier Esel auf die Insel, die fortan als Transportmittel für Waren, Wasser und Menschen eine wichtige Rolle in der Wirtschaft Arubas spielen. Am Anfang des 20. Jahrhunderts gibt es etwa 1.400 von ihnen. Doch dann kam das Automobil und die Esel werden zunehmend überflüssig. Letztlich bringen sie ihren Besitzern nurmehr Kosten und werden schlichtweg freigelassen. Auf einer Insel mit karger Vegetation und ohne natürliche Wasservorkommen ist es selbst für sie schwer. Dazu kommt eine schwere Krankheit, die Verwendung als Tigerfutter im Aruba besuchenden Zirkus (sic!) sowie letztlich sogar eine offizielle Anordnung zum Abschuss. Anfang der 1970‘er Jahre zählt man nur noch 20 Esel auf Aruba.

Erfolgreiche Bestechungsversuche
Mutige Maila

Danach erholen sich die Bestände, geraten aber zunehmen in Konflikt mit der wachsenden Zivilisation. Manch ein Vorgarten leidet und immer wieder kommt es zu Verkehrsunfällen. Auch Esel schätzen die planierte Bequemlichkeit einer Straße. Es muss etwas passieren.

Gruppenbild ;-)

Im April 1997 wird die „Fundacion Salba Nos Burico“ zum Schutz der Esel gegründet. Erst noch auf drei Standorte verteilt, hat die Nachfolgeorganisation dank einer Spende inzwischen ein 4ha großes Gelände, auf dem aktuell 126 Esel leben. Nur einige wenige werden an anderer Stelle untergebracht, da sie mit ihrer Neigung zu Biss und Tritt nicht „besucherkompatibel“ sind. Im Gegensatz zur großen Mehrheit. In freier Wildbahn leben noch etwa 30-35 Esel vor allem im dünn besiedelten Inselsüden. Hier stellen sie keine Gefahr für sich und andere dar.

Erste Erkundung des Geländes…
… mit Eseln!

Die meisten Besucher des Donkey Sanctuary bleiben nicht sehr lange. Sie bekommen nur einen kleinen Eindruck. Wir verbringen schon bei unserem ersten Besuch fast vier Stunden vor Ort. Anfangs noch mit einer gehörigen Portion Respekt gegenüber den Eseln schwindet schnell die Scheu. Schließlich haben wir als kleine Bestechung Karotten mitgebracht. Auch Maila wird immer mutiger beim Füttern aus der Hand. Nebenbei müssen noch die ansässigen Katzen ausgiebig gestreichelt, umherlaufende Pfauen bewundert und die Hühner vom Eselfutter vertrieben werden.

Katzen nicht vergessen!

Im Zentrum stehen aber natürlich immer und immer wieder die Esel. Aber davon erzählen wir ein anders Mal mehr…

Sissi & Samai

Happy Birthday Samuel

19. Oktober 2021

Heute ist mein Geburtstag. Maila ist wieder 100x aufgeregter als ich und auch früher wach. Ich werde durch eine Hand geweckt, die gegen mein Gesicht patscht. Diese Hand gehört – 3x dürft ihr raten – richtig: Maila! Glücklicherweise kann ich wieder einschlafen. Zumindest so halb.

Doch kaum beginne ich irgendetwas zu träumen, als Mama, Papa und Maila singend mit zwei Kuchen in den Händen herein kommen. Einer ist ein superlecker aussehender Erdbeerkuchen, voll und ganz mit Erdbeeren übersät. Der Andere ist ein Schokokuchen, mit Blaubeeren, Himbeeren und Kiwis dekoriert. Auf dem Schokokuchen ist eine Kerze in Form einer 14 und auf dem Erdbeerkuchen eine Handvoll normaler Kerzen. Ok, es sind natürlich genau 14!

Ich ziehe mich an und quäle mich aus dem Bett. Obwohl ich noch leicht verschlafen bin, bekomme ich mit, dass der Salon schön geschmückt mit Luftballons ist. Die Kuchen stehen auf dem Tisch, direkt neben den Geschenken. Dazu gehören unter anderem die drei Smaragde, die ich mir in Kolumbien ausgesucht habe. Gerade die Rohsmaragde sind erstaunlich billig, aber trotzdem sehr hübsch. Noch einmal ganz vielen lieben Dank an meine Großeltern in Kladow und Kritzmow!

Als der Kuchen angebrochen wird, essen sich alle schnell satt. Der Kuchen ist einfach so super lecker! Darum verzichten wir auf das fürs Frühstück angedachte Omelett… fürs Erste.

Wir setzen uns ins Auto und fahren los. Das Ziel ist ein natürlicher Pool. Die Strecke hat Papa sich zuvor schon angesehen, weshalb wir problemlos den Pool erreichen. Nur leider stehen auf dem „Parkplatz“, der mehr aus pflanzenloser Landschaft besteht, dutzende Strandbuggys. Ich ahne schlimmes, gehe aber trotzdem mit zur Kante, wo eine Leiter auf die Höhe des Pools hinunterführt. Nur sind in dem Pool, wie ich es schon befürchtet habe, eine große Menge an Menschen.

Später erzählt uns Jörg, der uns den Pool empfohlen hatte, dass wir einfach hätten warten müssen. Es sei nur eine geführte Gruppe gewesen, die nach ca. 15 Minuten weitergefahren wäre. Vielleicht war es am Ende aber doch nicht schlimm, dass wir heute hier nicht baden können. Ein andermal holen wir das noch nach. Und dann lohnt es sich doppelt!

Wir kommen wieder!

Doch nun weiter. Ich bin leicht enttäuscht, weil in dem Pool eine Muräne leben soll, die ich gern gesehen hätte. Aber keine Angst, Jörg meinte, dass sie nicht größer als 30 cm lang sein soll. Zwar kann ich die Muräne nicht sehen, aber immerhin der Wunsch des Badens lässt sich erfüllen. Direkt um die Ecke des Hafens, nur zehn Fahrminuten entfernt, ist ein kleiner Strand wo wir noch hingehen. Der Strand, mit dem enorm flachen Wasser trägt den Namen Mangel Halto. Auf dem Strand finde ich auch zwei schöne große Korallenstücke.

Wir baden noch ein paar Schritte entfernt im tieferen Wasser, wo eine Treppe in das Wasser führt. Das Wasser reicht mir etwa bis zum Hals und dort kann man schwimmen.

Der Rest des Tages verläuft entspannt. Sobald wir auf der Samai zurück sind, macht Papa uns das gewünschte Frühstücksomelette und am Abend gibt es eine leckere Scharfe-Würstchensoße. Es ist trotz der kleinen Enttäuschung beim Pool ein sehr schöner Geburtstag.

Samuel