Ostern 1: Bimini-Kuchenbude in Lübeck

Spätestens wenn es ein Segelboot in die niedrigen Breitengrade zieht, auf denen die Sonne bevorzugt direkt von oben und sehr beständig scheint, sollten die Gedanken auch mal um das Thema „Bimini“ kreisen. Doch wir wollen ja nicht nur in die Sonne, sondern auch ins Eis. Und nach unserer Rückkehr wird die Samai sicher auch nicht im Mittelmeer, sondern wieder in nördlichen Gewässern segeln. Damit sind wir dann auch ganz schnell beim Thema „Kuchenbude“.

Aber ich habe ganz ehrlich keine Lust, in unserem ohnehin überladenen Boot beides mitzuschleppen… da muss es doch auch eine Kombination geben? Und tatsächlich, die gibt es! Wie es der Zufall so will, kommt diese auch noch von dem Segelmacher, der u.a. unsere Sprayhood zu verantworten hat. Nach langem Vorgeplänkel, Angebot, Treffen und Messen an Bord ist es nun endlich soweit!

Zu Ferienbeginn fährt also die ganze Familie auf das nur halbwegs ausgewinterte Boot, zieht schnell noch die Fock hoch und am Sonntag geht es los. Eine angenehme Raumschotsbrise um die 6 Bft. baut die Wellen im Laufe des Tages auf bis zu drei Metern auf und treibt uns nur unter Vorsegel Richtung Travemünde. Dann noch den Fluss hoch bis zur direkt vor Lübeck liegenden Teerhofinsel und die Kollegen von der Segelmacherei Z-Line können kommen. Machen Sie am Montag auch und bauen sogleich das Bimini auf. Sozusagen die Pflicht. Dann beginnt die Kür. Sorgfältig werden Maße für die individuell angepassten Seitenteile genommen.

Nebenbei werden noch ein paar Extrawünsche erfüllt… Leesegel, Schutzüberzüge für die fliegenden Backstagen der Kutterfock, Anpassungen der Dinghy-Abdeckung und schließlich auch noch die Durchsicht und ggf. Reparatur unserer Segel… nach 4 Jahren kann man sich das durchaus mal gönnen.

Dann ist es soweit. Die Seitenteile werden das erste Mal angebracht. Also eigentlich ist es ein Vorderteil, zwei Seitenteile und drei Rückteile, die unabhängig voneinander verwendet werden können… und sind alle dran, haben wir so etwas ähnliches wie eine Kuchenbude… nur größer. Rundum geschützt wird der Salon zu einer Erweiterung des Lebensraumes. Wohlgemerkt mit Stehhöhe und Platz zum Tanzen (zumindest für unsere Steuerfrau ;-).

Schon kurz danach hat sich die Flexibilität bewährt. Im heimatlichen Liegeplatz bläst es ordentlich von Achtern. Also Bimini auf, die drei Rückteile angebracht und bei nahezu Windstille im Cockpit gefrühstückt. Wieder mal ein größerer Punkt unserer Liste abgehakt.

An was man nicht alles denken muss!

Losseglertreffen in Laboe

Und noch ein Quasi-Pflichttermin, für den man gerne auch mal eine längere Fahrstrecke auf sich nimmt: das alljährliche Trans-Ocean-Losseglertreffen in Laboe war wieder einmal gut besucht, ja mit ca. 80 Teilnehmern ausgebucht! Im Mittelpunkt stand das Kennenlernen und der persönliche Austausch angehender Langfahrtsegler. Farbliche Punkte an den Namensschilern signalisierten den geplanten Abfahrtstermin und es waren wirklich viele grüne Punkte zu sehen, die – wie auch bei uns – ein „Leinen los“ noch in diesem Jahr anzeigten. Viele wollen zunächst Kurs auf die Karibik nehmen, oft mit dem Ausblick weiter auf der Barfußroute zu segeln. Beneidenswert auch die immer wieder zu hörende Aussage, dass man so schnell nicht zurück kommen wolle. Diese zeitliche Flexibilität haben wir (… zumindest noch ;-) nicht.

Anfangs standen die im Vorfeld eingeschickten und nun ausgehängten Steckbriefe der teilnehmenden Crews und Boote im Mittelpunkt des Interesses, eine ausführliche Vorstellungsrunde schloss sich an. Unterbrochen von langen, natürlich intensiv genutzten Pausen gab es interessante Vorträge, in denen nicht zuletzt Bert Frisch und Dierk Ott gewohnt kurzweilig und interessant Ihre Erfahrungen, Tipps und Tricks teilten.

Schließlich klang der Tag bei leckerem Essen (zumeist Pizza) und Trank gemütlich aus. Ja, es war wirklich schön und wir würden auch gerne wieder kommen… aber wenn alles klappt, dann wird das die nächsten Jahre wohl nichts. Dafür vielleicht auf ein vorerst letztes Wiedersehen beim TO-Sommertreffen 2019 am 25. Mai im Hafen Orth auf Fehmarn?!

Auch auf diesem Weg wünschen wir allen anwesenden und nicht anwesenden Losseglern für ihr großes Abenteuer alles Gute, Fair Winds uns möge die Realität immer ein bisschen besser sein, als die Vorstellung in unseren Köpfen.

Die Woche der Kündigungen

Mit Kündigungsfristen ist das ja so eine Sache. Bei den Mobiltelefonen muss man schon genau schauen um nicht versehentlich noch ein weiteres Jahr drinzuhängen. Und wie nicht bestellt kommt auch unmittelbar nach Eingang der Kündigung der obligatorische Marketinganruf des Anbieters. Der nette junge Mann verkündete euphorisch, dass er mir die besten Angebote überhaupt machen könne… besser noch als Prepaid! Aber dann müsste ich für einen Monat nicht-telefonieren doch noch Geld rausbekommen? Das hatte er sich wohl nicht so richtig überlegt. Immerhin wandelt sich die SIM-Karte bei Vertragsende auf magische Weise von selbst zu Prepaid, so dass zumindest die langjährigen Telefonnummern nicht verloren gehen.

Für das heimische Internet gibt es zwar ein Sonderkündigungsrecht bei Auszug. Allerdings darf man dann noch bis zu drei Monate weiter bezahlen. Wohlgemerkt ohne eine Gegenleistung zu erhalten. Das ist von der Rechtsprechung sogar abgesegt, da der Auszug ja durch uns und nicht den Anbieter zu verantworten ist. Das solle man unter den ohnehin anfallenden „Umzugskosten“ verbuchen. Wow! Ist es da ein Wink des Schicksals, dass das Modem genau jetzt den Geist aufgibt und wir kurz vor Schluss noch einen Ersatz bekommen müssen?

Die Abonements von Zeitschriften und Zeitungen sind da schon deutlich unkomplizierter wenn man sich rechtzeitig meldet. Wir behalten lediglich die National Geographic (zu meinen Eltern) sowie die online-Ausgabe der Yacht… der Rest läuft rechzeitig vor uns aus.

Und dann ist da noch die Wohnung. Über neun Jahre haben wir hier gelebt. Die Tochter kennt gar keine andere heimische Wohnung und der Sohn kann sich an den Vorläufer nicht erinnern. Nun ist sie also zum 30. Juni gekündigt. Unnötig zu betonen, wie sehr wir uns schon darauf freuen, sie für die Übergabe aufzuhübschen. Aber auch das ist ja wie alles andere ein selbstgewähltes Schicksal.

Auch der LKW für den Möbeltransport zum angemieteten Lagerraum ist schon bestellt. Für sowas gibt es ja – zumindest in und um Berlin – Anbieter wie Sand am Meer, die sich preislich nicht viel nehmen. Eine Ausnahme liegt in Großbeeren südlich der Stadttore. Günstiger und für uns gut erreichbar wird also in Brandenburg eingelagert. (Rainald Grebe lässt grüßen ;-)

An was man nicht alles denken muss!