Praia da Vitória

Mitte Juni 2022

Der nach wörtlicher Übersetzung Strand des Sieges war im 15. Jahrhundert die erste Siedlung sowie Hauptstadt und ist heute nach Angra do Heroísmo die zweitwichtigste Stadt auf Terceira. Der ehemals lange Strand war tatsächlich Schauplatz mancher Auseinandersetzung. Den Beinamen erhielt er jedoch erst 1837 in Anerkennung der siegreichen Schlacht am 11. August 1829 im Zuge des portugiesischen Bürgerkrieges.

Der 1km lange Stadtstrand galt als der schönste der Insel, wenn nicht der Azoren. Das ändert sich ab 1981 mit der Verleihung der Rechte einer Stadt (Cidade) an Praia. Die große Bucht wird durch fast ebenso große Dämme vom offenen Meer abgetrennt. Im Süden entsteht der heute wichtigste Handelshafen der Insel sowie ein Industriepark. Im Norden dagegen wird mitten in den Strand die kleine Marina gebaut, in der wir nun mit unserer Samai liegen. Tatsächlich führt die enge Zufahrt direkt an der Begrenzung des Badebereichs vorbei.

Kleine Marina.
Sissi findet leider keinen Platz und muss ankern.

Direkt hinter der Marina wacht die Gottesmutter über Praia da Vitória. Nachts hell erleuchtet stahlt sie vom Miradouro da Facho. Gerne teilen wir ihren schönen Ausblick über die Stadt. Hier oben steht auch ein Modell des Telégrafico Ótico. Zur Zeit des portugiesischen Bürgerkrieges wurden mit den drei verstellbaren Signalen und einem 6-stelligen Code Nachrichten zwischen Praia und Angra ausgetauscht.

Rechts der Telégrafico Ótico
Tolle Aussicht
Große Dämme schützen die große Bucht

Die Uferpromenade präsentiert sich aufgeräumt und herausgeputzt. Ein paar Restaurants und Bars, ein gut sortierter Souvenirladen und hin und wieder schmücken Blumen die Mauer.

Am zentralen Rathausplatz Praca Francisco Ornelas da Câmara beginnt die kleine Fußgängerzone. Hier finden wir dann auch endlich mal wieder einen Frisör für die Jungs. Nach über einem halben Jahr wird es echt mal wieder Zeit!

Blick auf den Rathausplatz
Kleine Fußgängerzone

Ein paar Schritte weiter findet sich gegenüber vom Stadtpark Jardim Silvestre Ribeiro ein netter kleiner Markt. Vor allem ein Fisch- und ein Gemüseladen bieten ihre frische Ware als Alternative zum auch nicht weit entfernten Supermarkt. Ein Grundproblem bleibt jedoch: die lokalen Zwiebeln sehen hier wie dort unterirdisch aus.

Jardim Silvestre Ribeiro

Natürlich hat Praia da Vitória auch seine Kirchen. Die Igreja Matriz de Santa Cruz überragt mit ihren weiß-gelben Türmen die Umgebung. Schon Mitte des 15. Jahrhunderts begonnen, wurde der Bau erst 1517 eingeweiht. Innen präsentiert sie sich mit einem schönen, harmonischen Eindruck zwischen reich geschmückten Altären und Nischen sowie nüchternen Wänden und Säulen überspannt von einer Geborgenheit gebenden Holzdecke.

Igreja Matriz de Santa Cruz

Die nach einem Brand im 20. Jahrhundert vollständig wiederaufgebaute Igreja de Senhor Santo Cristo finden wir leider nur geschlossen vor. Wir begnügen uns mit der schönen blau-weißen Fassade. Damit sind wir in Gesellschaft der Büste des bedeutenden portugiesischen Vitorino Nemésio, berühmtester Sohn der Stadt.

Igreja de Senhor Santo Cristo

Das war es dann eigentlich auch schon. Klein und fein. Praia da Vitória hat sein lange Zeit geltendes Image als graue Maus neben Angra do Heroísmo abgestreift und bietet gerade auch Seglern eine schönen Stopp auf den Azoren. Wir sind jedenfalls froh, hier zu sein.

Carpe Diem

9. Juli 2022

Ich habe lange überlegt, ob und wenn ja wie ich diesen Beitrag schreiben soll. Gestern habe ich mich dafür entschieden…

Irgendwie fühlen wir Blauwassersegler uns ja schon wie eine große Familie. Eine sehr große Familie, in der es natürlich nicht immer nur harmonisch und einvernehmlich zugeht. Trotzdem wünscht man keinem etwas Schlechtes und glücklicherweise passiert ja auch erstaunlich selten etwas wirklich Schlimmes. Wenn, dann ist in den allermeisten Fällen ohnehin nur das Boot betroffen. Vom banalen Kratzer beim verunglückten Anleger bis zum seglerisch durchaus herausfordernden Mastbruch auf dem offenen Ozean.

Der schlimmste Fall, der uns in unserem „näheren Dunstkreis“ zu Ohren kommt, ist ein Katamaran, der auf der Fahrt von Santa Marta nach Cartagena in kolumbianischen Gewässern gesunken ist. Grund war ein krasser Bedienfehler des frisch gebackenen Eigners, der mit seiner Crew aber von einem befreundeten Begleiter sicher abgeborgen wurde.

Und dann kommt der 19. Juni 2022. Wir lesen einige Blogs anderer Segler, stehen teilweise in Kontakt und mehr oder weniger regelmäßigem Austausch. So auch mit den deutschen, untereinander gut befreundeten Booten Flora und Escape. Zwei sehr nette Paare unter Segeln. An diesem Tag lesen wir bei der Flora einen Beitrag mit dem Titel „Abschied“. Sie berichten von der Escape. Bei der Überfahrt von Bermuda nach Halifax ist am 12. Juni ein Unglück passiert. Ein Albtraum!

Der genaue Hergang wird noch untersucht. Das traurige Ergebnis ist bekannt. Annemarie und Volker werden schwer verletzt von der Küstenwache abgeborgen und können an Land nur noch für tot erklärt werden. Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie und ihren Freunden. Unsere Gefühle sind kein Vergleich mit ihrem Schmerz.

Warum schreibe ich davon? Zunächst weil es ein Thema ist, dass uns an Bord der Samai sehr beschäftigt. Die Escape ist ein großes und stabiles Segelboot. Die zwei waren wie wir seit 2019 unterwegs. Sie waren nur ein paar Jahre älter als wir. Sie lebten ihren Traum, genossen das Leben, ihr Schiff und hatten noch so viele Pläne. Vorbei. Einfach so.

Blauwassersegeln ist vergleichsweise sicher. Jede Straßenüberquerung in einer Großstadt birgt statistisch mehr Risiko. Trotzdem kann auch an Bord etwas richtig schief laufen. Jedes Jahr erwischt es einige, zum Glück nur sehr wenige von uns Blauwasserseglern. Das erinnert daran, dass jeder Mensch dankbar sein sollte für jeden Tag, den er in Frieden und Gesundheit genießen darf. Es gibt nicht wenige Menschen, die Pläne machen und sie in die Zukunft schieben. Doch niemand weiß, wie viel Zeit noch bleibt. Traurige Anlässe wie dieser erinnern, nein ermahnen uns, die Zukunft nicht als gesichert zu sehen. Aktuelle Ereignisse in Europa geben davon ebenso Zeugnis.

Wir hatten das Privileg, unseren Plan umzusetzen. Anders als gedacht. Die Gründe sind bekannt. Trotzdem durften wir in den letzten drei Jahre Erfahrungen machen, die uns ein Stück weit geprägt haben. Wir sind dankbar für die Zeit, die hinter uns liegt… wollen sie im Herzen behalten. Und wir sind dankbar für die Zeit, die vor uns liegt… sie mit einem Lächeln auf den Lippen nutzen.

Jeden Tag!

Wanderung PRC 8 TER… mit Roller

22. Juni 2022

Schon auf Faial sind wir den gelb-roten Markierungen der offiziellen Azoren-Wanderwege begegnet. Auf Terceira sind derer acht eingerichtet. Nun sind wir keine eingefleischten Wander-Profis, sondern eine Familie mit Kindern. Man mag es als Ausrede nehmen, doch damit fallen einige Varianten für uns weg. Heute entscheidet sich La Skipper für den kleinen, leichten Rundweg PRC 8 TER.

Start und Ziel ist der Grillplatz bei São Brás. Die ersten Meter führen über die Straße. Für die Mädels ist das Argument genug, den Roller mitzunehmen. Sie halten das für eine herausragende Idee. Den Skipper überkommt dagegen eine Vorahnung, bei der das Tragen eines Rollers im Zentrum steht. Alle sollen Recht behalten.

Bald schon biegt der Weg auf einen Feldweg Richtung Wald. Der steinerne Boden ist von den Spuren unzähliger Ochsenkarren durchzogen. Die ältesten stammen aus der Zeit vor 1820. Nägel in den Rädern sorgten nicht nur für besseren Halt, sondern auch schmale tiefe Furchen im weichen Vulkanstein. Die breiteren Furchen sind dagegen jüngeren Datums.

Weiter geht es in den Wald hinein. Immer wieder säumen überwucherte Mauerreste den Wegesrand und zeugen von Zeiten anderer Vegetation. Wir passieren die kleinen Fonte do Cão (Hundequelle) für die treuen Begleiter der Karren und genießen die Natur.

Nach gut der Hälfte des Weges erreichen wir eine unbefestigte Straße. Mailas Augen beginnen zu leuchten. Roller Marsch!

Links der dichte Wald, rechts die hügelige Weidelandschaft spazieren wir weiter, genießen die Umgebung, das Wetter und die gute Luft.

Es gibt auf Terceira wirklich viele Kühe. Diese geben nicht nur eine sehr schmackhafte Milch, sondern sorgen für ein abwechslungsreiches und unheimlich leckeres Käsesortiment. Kein Wunder, wenn man sich die Kühe mal aus der Nähe betrachtet. Das Fell glänzt über einem wohlgenährten Körper. Neugierig kommen sie näher und lassen sich bewundern.

Damit nähert sich diese kleine Wanderung auch schon ihrem Ende zu. Oder war es doch nur ein Spaziergang? Schließlich konnte fast die Hälfte des Weges gerollert werden. Und für den Rest hat man ja seinen Papa… ;-)

Wanderung mit Roller

Terceira von oben

Terceira ist (wie jede der Azoreninseln) vulkanischen Ursprungs und dementsprechend hügelig. Dazu kommt eine schöne Küste. Das macht die Insel (wie jede der Azoreninseln) zu einem nahezu perfekten Ort für Aussichtspunkte. Ganz viele Aussichtspunkte, auf portugiesisch Miradouro genannt, von denen man bei entsprechendem Wetter einen schönen Blick von oben hat.

19. Juni 2022

Mit dem Monte Brasil haben wir heute schon den ersten Miradouro abgehakt. Doch wir wollen mehr. Auf dem Rückweg von Angra do Heroísmo nutzen wir die vergleichsweise hohe Wolkendecke für einen Abstecher zum Miraduro da Serra do Cume. Von dem 542m hohen Bergrücken bietet sich ein toller Blick in alle Himmelsrichtungen.

Im Westen erahnt man den kollabierten Vulcão dos Cinco Picos. Mit durchschnittlich 7km Durchmesser ist es der größte Krater der Azoren.

Blick nach Westen

Nach Osten schweift der Blick über Praia. Unsere Samai können wir allerdings beim besten Willen nicht ausmachen.

Blick nach Osten
Praia

20. Juni 2022

Heute erkunden wir vor allem das Inselinnere von Terceira. Lohnenswert ist ein Stopp am Logoa das Patas bzw. Ententeich. Die Enten sind ganz offensichtlich an Menschen gewöhnt. Viele strömen jedem Neuankömmling aus allen Ecken des kleinen Sees entgegen. Andere dagegen genießen unerschütterlich ihre Ruhe.

Von der etwas höher gelegenen, kleinen Kapelle bietet sich ein schöner Blick über den im dichten Zedernwald gelegenen See.

Samuel bleibt jedoch lieber unten und füllt die Speicherkarte der Kamera mit Bildern der Moschus- und Stockenten…

Der Serra de Santa Bárbara ist mit 1021m die höchste Erhebung der Insel. Natürlich findet sich dort oben auch der höchste Aussichtspunkt der Insel. Wir sind skeptisch. Werden wir etwas zu sehen bekommen oder hängen die Wolken zu tief. Zumindest Richtung Küste haben wir jedoch Glück. Immer wieder reißen die dicht über uns ziehenden Schwaden auf und bieten einen tollen Ausblick auf die Südküste von Terceira.

Am Fuß des Berges liegt ein kleines, aus EU-Mitteln finanziertes Informationszentrum. Die zwei freundlichen Mitarbeiter genießen die Abwechslung ihrer Einsamkeit und geben Auskunft über Flora, Fauna und Wanderwege.

Ein Abstecher bringt uns noch bis an die Ostküste. Hier lockt der idyllisch gelegene Grillplatz Mata da Serreta. Solche Grillplätze finden sich oft (nicht nur) auf dieser Insel. Sei es auf dem Monte Brasil, am Ententeich oder halt auch hier. Zwischen den Bäumen stehen ausreichend Grillstationen mit Tischen und Bänken zur Verfügung. Keiner muss sich um die Plätze prügeln, wie es in anderen Ländern ja wohl zur Gewohnheit wird. Ein kleiner Kinderspielplatz ist auch immer dabei, ebenso wie sanitäre Anlagen und ausreichend Mülleimer. Vorbildlich und ein schöner Platz zum Verweilen, sei es nur für ein paar Kekse.

25. Juni 2022

Neuer Tag, neue Fahrt. Unter anderem schauen wir uns heute an der Südküste um. Auf dem Weg dorthin stolpern wir zufällig über ein kleines Fest. Die Straßenränder sind zugeparkt, die Polizei schaut zu, auf einer kleinen Bühne wird gesungen und die kleine Stierkampfarena vorbereitet. Später wird hier wohl auch ein Tourada à Corda veranstaltet. Doch von dieser Inseltradition berichten wir an anderer Stelle. Heute ziehen wir weiter.

Erwähnte ich schon, dass es ziemlich viele Aussichtspunkte auf Terceira gibt? Immer wieder unterbrechen wir unsere Fahrt für einen Blick in die Ferne und für das Detail.

In Cinco Ribeiras liegt die Vorzeigekäserei der Insel. Laut Reiseführer lädt die Queijaria Vaquinha zur Besichtigung mit Käseprobe ein. Besichtigen lässt sich jedoch nur das kleine Restaurant, in dem man sich natürlich auch eine Käseprobe bestellen kann. Eine kleine Enttäuschung.

Die Käserei war Käse…

Gleich neben Angra do Heroísmo liegt São Mateus da Calheta am dicht bebauten Küstenabschnitt. Über dem Ort thront die Pfarrkirche aus dem 16. Jahrhundert. Nach dem großen Erdbeben von 1980 wurde beschlossen, einen ihrer vom Einsturz bedrohten Türme wegzusprengen. Eine grandiose Idee. Der Turm begrub dabei zwei vom Erdbeben verschonte Häuser unter sich. Das nennt man wohl Kollateralschaden?!

Schließlich besuchen wir den kleinen, ebenfalls mit EU-Mitteln ausgebauten Hafen. Für die Fischer ist er ein Segen. Für die Touristen liegt hier eines der besten (und trotzdem bezahlbaren!) Fischrestaurants der Insel. Auch jetzt, kurz vor der Nachmittagspause, ist es voll und laut. Wir reservieren einen Tisch für morgen Abend. Eine gute Idee

26. Juni 2022

Fast überall stehen Reservado-Schilder. Für uns ist ein Tisch am Fenster vorgesehen, doch auf Bitte können wir auf die Terrasse wechseln. Auch das eine gute Idee. Der Laden füllt sich schnell und bei unserem Besuch der Fischtheke klingeln schon im noch nicht ganz voll besetzten Innenraum die Ohren.

Der Andrang erklärt sich mit der gebotenen Qualität. Samuel möchte Oktopus essen. Der Kellner antwortet jedoch, dass dieser heute etwas trocken sei und er ihn daher nicht anbieten könne. Das wäre in vielen Restaurants sicher anders verlaufen. So genießen wir bei unserem ersten Restaurantbesuch seit Monaten ein tolles (nachträgliches Maila-Geburtstags-)Essen mit frischem Fisch. Fast so frisch und mindestens so lecker, wie selbst gefangen… ;-)

NOS… ein chaotisch-großzügiger Internetanbieter

Heutzutage ist die Verfügbarkeit von Internet auch unter Seglern ein immer wieder spannendes Thema. Neues Land – neues Glück… oder Pech. Für die Azoren haben wir Hilfe. Jörg von der SY Sissi hat uns schon eine Prepaid-Karte von NOS besorgt. Die bieten nach seiner Erfahrung schnelles und günstiges Internet.

6. Juni 2022

Wir legen die Karte ins Handy und haben umgehend Internet. Mit der Karte für 2€ kommt ein Tag gratis. Die zusätzlichen 15€ sollen für zwei Wochen reichen. Wohlgemerkt reden wir hier von einer 5G-Flatrate! Die ganze Familie aktualisiert Podcasts und Zeitschriften und was sonst noch so anfällt Ich ziehe ein paar Filme und Serien aus der Mediathek. Schnell saugen wir die ersten paar Dutzend Gigabyte runter.

Natürlich installiere ich mir auch die NOS-App. Die Anmeldung ist simpel. Auch die Sprachauswahl ist simpel: So portugues! Interessant ist die Anzeige unter „Internet móvel – Diponívels“: 0MB. Nun gut, wir haben ja auch eine Flatrate. Die „Internet móvel – Usados“ rauschen hoch.

Als Ablaufdatum ist aktuell der 20. Juni angegeben. Das passt ungefähr. Trotzdem wundere ich mich, dass noch das gesamte Guthaben als verfügbar angezeigt wird. Komisch.

14. Juni 2022

Im NOS-Laden von Horta (Faial) möchte ich Guthaben nachkaufen. Jörg meinte, dass 5€ für 5Tage Flatrate ausreichen. So wurde ihm das kürzlich von einer netten Dame verkauft. Der nette Herr hinter dem Schalter sieht das heute anders. Mindesteinsatz sind 10€. Nun gut, so soll es sein. Ach ja. Bei jedem Kauf werden zusätzlich 80Ct. Fällig. Warum und wofür? Keine Ahnung. Immerhin schnellt mein in der App angezeigtes Guthaben von 15,80€ auf 26,20€ hoch. Ablaufdatum ist weiterhin der 20. Juni.

20. Juni 2022

Das Internet funktioniert weiterhin tadellos. Am späten Nachmittag schaue ich mal wieder in die App und reibe mir verwundert die Augen. Nicht nur ist mein Guthaben unverändert. Zusätzlich steht als Ablaufdatum nun der 27. Mai… im Jahr 2024!!! Das nenne ich mal großzügig. ;-)

21. Juni 2022

Das Internet funktioniert nicht mehr. Ich muss mich im NOS-Netz anmelden und bekomme dann eine Preisübersicht angezeigt. 10€ für 5 Tage – 15€ für 15 Tage – 30€ für 30 Tage. Eigentlich sollte sich das vom Guthaben automatisch nachkaufen. Bei Jörg klappt das problemlos. Ich prüfe die NOS-App. Das Ablaufdatum zeigt nun wieder den 20. Juni 2022 an. Mein Guthaben hat sich dafür sang- und klanglos auf 0€ verpulvert. Das nenne ich mal ärgerlich.

23. Juni 2022

Im NOS-Laden von Praia (Terceira) frage ich nach, was da mit meiner Prepaid-Karte los ist. Der nette Herr schaut gleich mehrfach ungläubig. Zunächst wundert er sich über die mir angezeigte Preisstaffel. Bei ihm sieht die ganz anders aus. Demnach bezahlt man 10€ für 3 Tage und 15€ für 8 Tage. Auch seine vorbei eilende Kollegin scheint das alles nicht zu verstehen. Das nenne ich mal chaotisch!

Ich zeige ihm meine Screenshots aus der NOS-App. Seine Verwunderung über ein Ablaufdatum in 2 Jahren wird weg gelächelt. Offensichtlich weiß er nicht weiter, greift zum Telefon und ruft seine eigene Hotline an. Er erläutert mein Problem und scheint auch seiner Verwunderung Ausdruck zu verleihen. Soweit reicht mein Portugiesisch dann doch aus. ;-)

Dann geht es erstaunlich schnell und unkompliziert. Plötzlich bittet er mich zu prüfen, ob es jetzt funktioniert. Freudig verwundert bejahe ich. Ich schaue in die NOS-App und sehe zwar weiterhin kein Guthaben, allerdings ein neues Ablaufdatum: 23. Juli 2022. Da hat mir das Backoffice wohl ohne weitere Bezahlung oder kritische Rückfrage einen ganzen Monat freigeschaltet. Man braucht schon sehr viel Fantasie, um sich so etwas im heimischen Vodafone- oder Telekom-Laden vorzustellen. Das nenne ich mal großzügig.

6. Juli 2022

Das Internet funktioniert weiterhin tadellos. Unsere Datennutzung hat inzwischen die 300GB überschritten… Tendenz steigend. Kaum verwunderlich, wenn das Handy als Hotspot für die gesamte mobile und stationäre Bordelektronik dient. Wir hoffen, dass sich das Ablaufdatum nun nicht mehr ändert. Dann hätten wir für unter 30€ tatsächlich gut 6 Wochen mobile Internetflatrate bekommen. Bei dem chaotisch-großzügigen Internetanbieter NOS. Ein klare Empfehlung! ;-)

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