Fotochallenge 34 – Boot

Aruba, 17. Oktober 2021

Immer sonntags gibt es im Projekt „Wöchentliche Fotochallenge“ von ROYUSCH-UNTERWEGS den Aufruf, zu einem Thema (genau) ein Foto zu verlinken. Aktuell geht es um „Boot“.

Die Vorgabe zeigt ein altes Walfängerboot auf Deception Island. Ein sehr schönes Motiv, dass bei diesem Thema auch bei uns in die engste Auswahl gekommen wäre. So fliegen unsere Fotos der Whalers Bay als erstes raus.

Für einen Segler ist das dankenswerter Weise ausdrücklich weit gefasste Thema natürlich eine besondere Versuchung, das eigene Boot in Szene zu setzen. Tatsächlich überlegen auch wir kurz, welches Bild unserer Samai wir zeigen könnten. Doch dann widerstehen wir der Versuchung.

Letztlich gewinnt ein Motiv, das wir auch vor zwei Wochen beim Thema „Ruine“ gerne gezeigt hätten… doch ein Wrack ist halt doch etwas anderes als eine Ruine. Aber ein ehemaliges 😉 Boot ist es allemal.

Ende Juni 2020. Wir befinden uns in Patagonien. Der etwa 96sm lange Canal Smyth ist ein gut geschützter Wasserweg von der Magellanstraße weiter nach Norden die chilenische Küste entlang. Hier ist man zwar vor Wellen sicher, doch der Wind kann ordentlich wehen. Aufmerksame Navigation ist unabdingbar. Gerade im sich windenden, ca. 8sm langen Abschnitt Paso Shoal (=Untiefenpass) ist der Name Programm…

Im Jahr 1904 läuft der Dampfer Hazel Branch auf eine der gefährlichen Flachstellen. Von ihm ist heute jedoch nichts mehr zu sehen. Auch die Überreste der Dampfschiffe Moraleda, Magada, Ponte Verde und Recreo verbergen sich vor unserem Auge. Ganz anders das Wrack der US-amerikanischen SS Santa Leonor. Sie havariert am 31. März 1968 und ist noch heute zugleich Mahnmal wie Erinnerung an den Respekt, den jeder der Natur entgegenbringen sollte, der auf einem schwimmenden Untersatz egal welcher Größe auf Reise ist… mit anderen Worten auf einem Boot!

SS Santa Leonor

P.S. Der ausführliche, zweiteilige Bericht über unsere Reise durch den Canal Smyth findet sich hier und hier.

Fotochallenge 33 – Landschaft

Santa Marta, 10. Oktober 2021

Immer sonntags gibt es im Projekt „Wöchentliche Fotochallenge“ von ROYUSCH-UNTERWEGS den Aufruf, zu einem Thema (genau) ein Foto zu verlinken. Aktuell geht es um „Landschaft“.

Eine passender Alternativtitel lautet sicher „Qual der Wahl“. Wir haben in den letzten zwei Jahren so viele unterschiedliche Landschaften sehen dürfen. Und ich wage zu behaupten, dass da auch das ein oder andere schöne Foto bei rausgekommen ist. Die erste Frage lautete also: welche Landschaft wollen wir zeigen?

Natürlich kommt schnell die Antarktis in den Sinn. Aber aus diesem Fundus haben wir uns nun schon einige Male für die Fotochallenge bedient. Da wollen wir doch lieber mal etwas Abwechslung bieten. Aktuell wären Impressionen aus Kolumbien. Alternativ kommen die verschiedenen Landschaftstypen Ecuadors in Frage… Galápagos, Sierra, Nebelwald und natürlich Regenwald. Oder Costa Rica oder Panama… wie gesagt eine landschaftlich schöne Qual der Wahl.

Die Entscheidung fällt schließlich auf ein Motiv, das wahrscheinlich noch seltener fotografiert wird, als die Eiswüsten ganz im Süden. Wir befinden uns in Patagonien, genauer gesagt am westlichen Ende der berühmten Magellanstraße. Fast auf den Tag genau vor 501 Jahren fand der mutmaßlich erste Weltumsegler (tatsächlich starb er ja im April 1521 auf den Philippinen) die östliche Einfahrt zu dieser Passage. Wären wir Ende November 1520 hier gewesen, könnten wir seine Schiffe dort hinten auf dem Weg in den Pazifik segeln sehen.

Wir schreiben dagegen den Juni 2020. Kein anderes Schiff weit und breit. Nur unsere Samai liegt sicher in der Bahía Wodsworth, während die Crew am Ufer herumkraxelt… und den atemberaubenden Ausblick auf eine wunderschöne Landschaft genießt:

Ausführliche Berichte zu diesem imposanten Zwischenstopp finden sich hier, sowie aus Samuels (schmerzhafter) Sicht hier. Dem aufmerksamen Beobachter wird dabei nicht entgehen, dass wir offensichtlich nicht ganz so abwechslungsreis sind, wie vorgegeben. Ausgerechnet in dem allgemeinen Beitrag zur Bahía Wodsworth findet sich schließlich auch unser Foto zu einer anderen, blauen Fotochallenge… :-)

Fotochallenge 32 – Ruine/n

Santa Marta, 03. Oktober 2021

Immer sonntags gibt es im Projekt „Wöchentliche Fotochallenge“ von ROYUSCH-UNTERWEGS den Aufruf, zu einem Thema (genau) ein Foto zu verlinken. Aktuell geht es um „Ruine/n“.

Wir leben aktuell ja auf einem Segelboot und da ist ein gewisser maritimer Bezug natürlich naheliegend. Ein Wrack ist schließlich auch nichts anderes als eines Schiffsruine. Doch im Aufruf wird so deutlich auf die landseitige Interpretation hingewiesen, dass wir den Gedanken dann doch verwerfen. Auch Festungen und ähnliches fallen letztlich raus. Was bleibt?

Na mal überlegen, was für „klassische Bauwerksruinen“ wir in letzter Zeit so gesehen und besucht haben. Da bleibt erstaunlicherweise gar nicht so viel übrig. Vielleicht das Nationalmonument Guayabo in Costa Rica? Die größte archäologische Stätte des Landes zeigt unter anderem Überreste einer präkolumbianischen Stadt. Allerdings wollten uns bei unserem regnerischen Besuch keine wirklich schönen Fotos gelingen.

Nun gut, dann erinnern wir halt an Panamá City. Die klassischen Ruinen von Panamá Viejo haben wir zwar verpasst. Dafür zeigte sich bei unserem Spaziergang in der Altstadt Casco Viejo ein ebenso malerisches wie ruinöses ;-) Motiv der Iglesia de la Compañía de Jesús

Die Mitte des 16. Jahrhunderts in Panama gegründete Kongregation der Jesuiten hat ein lange Bildungstradition. Nach dem Umzug der Stadt beginnen sie im Jahr 1741 an dieser Stelle mit dem Bau Ihres Konvents und nur acht Jahre später wird darin die erste Universität des Landes gegründet. Leider nur bis 1767 der spanische König Karl II. die Jesuiten aus dem Land vertreiben lässt. Daher wird der eigentliche Kirchenbau auch wahrscheinlich nie beendet. Und dann kommt 1781 ein großes Feuer. Und dann kommt 1882 ein Erdbeben. Fast schon ein Wunder, dass da überhaupt noch etwas steht. Kein Wunder dagegen, dass das was noch steht nurmehr eine Ruine ist…

Fotochallenge 31 – gut

Cartagena, 26. September 2021

Immer sonntags gibt es im Projekt „Wöchentliche Fotochallenge“ von ROYUSCH-UNTERWEGS den Aufruf, zu einem Thema (genau) ein Foto zu verlinken. Aktuell geht es um „gut“.

Na toll… was sollen wir dazu denn nur nehmen? Wir sind inzwischen von der Rundreise zurück und haben damit noch mehr die Qual der Wahl. Die Familie diskutiert. Die Gedanken gehen zurück in besonders gute Zeiten. Irgendwann fällt das Wort „Eis“… dann „guter Whisky“… und schon steht das Motiv fest.

Wir gehen heute wieder einmal zurück in den Februar 2020. Unser Segelausflug in die Antarktis läuft wirklich gut. Auch mit dem vergleichsweise guten Wetter haben wir Glück. Wir liegen an einem guten Ankerplatz vor Port Lockroy. Die Aussicht ist schon mehr als gut. Da holen wir schließlich einen guten Tropfen Whisky raus und genießen ihn mit gutem, ehrlich gesagt perfektem, frisch aus dem Wasser geholten Gletschereis. Alles gut!

Fotochallenge 30 – hinten

Cartagena, 19. September 2021

Immer sonntags gibt es im Projekt „Wöchentliche Fotochallenge“ von ROYUSCH-UNTERWEGS den Aufruf, zu einem Thema (genau) ein Foto zu verlinken. Aktuell geht es um „hinten“.

Heute machen wir es uns mal richtig leicht. Kein verzwickter Blickwinkel, kein Perspektivenwechsel, einfach nur platt von hinten

Der 1932 in Medellin geborene Maler und Bildhauer Fernando Botero war mir bis vor kurzen kein Begriff. Das hat sich in Kolumbien geändert. Der nach eigener Aussage „kolumbianischste aller kolumbianischen Maler“ ist hier berühmt und sehr präsent. Ein eigenes Museum in Bogotá, eine ganze Etage im Museo de Antioquia in Medellin. Dazu immer wieder mehr oder weniger seiner großen Bronzestatuen im Stadtbild. Allen voran natürlich in seiner Geburtsstadt Medellin, aber auch in Bogota, Cali oder hier in Cartagena. Auch international gehen seine Werke gerne auf Reisen, beispielsweise 1998 in Bamberg oder 2007 sogar in unserer Heimatstadt Berlin.

Langer Rede kurzer Sinn… im Botero Museum von Bogotá bekommen wir einen guten Eindruck von dem kreativen Schaffen dieses Mannes mit seiner ganz speziellen Wahrnehmung (nicht nur) menschlicher Körperproportionen. Bei ihm sind sogar ein Skelett, der Gekreuzigte und die Mona Lisa vorsichtig gesagt „moppelig“. So auch dieses Paar mit Hintern… ähem… von hinten.

Bronze von Fernando Botero im Museo Botero Bogotá