Ausrüstungsprobleme auf Langfahrt (6): Sch….!!!

Auf einer Langfahrt gehen Dinge kaputt, die sich jedoch entweder mit Bordmitteln oder Unterstützung von Land wieder reparieren lassen… einige davon sind mehr als nur ärgerlich, sondern so richtig Sch….!!!

  • Autopilot: Eines Nachts in Brasilien gab er einfach so den Geist auf. Zwei Ritzel eines Zahnrades waren gebrochen. Das Ersatzteil kam aus Dänemark nach Buenos Aires und wurde dort auch gleich eingebaut.
  • Seitenfenster Salon: In Deseado drückte es uns ganz schön an den Pier. Als ich uns mit dem Rücken an das Fenster gelehnt davon wegdrücken wollte um einen weiteren Fender dazwischen zu bekommen machte es knack. Wenigstens geht der 35cm lange, inzwischen mit Silikon abgedichtete Riss nicht ganz durch die Scheibe sondern ist nur auf der Innenseite.
  • Kutterfock: Die schon länger vorhandene Delle im Rollreff wurde in der Antarktis bei Plénau Island bis fast zur nicht mehr Nutzbarkeit der Kutterfock verstärkt. Die Reparatur (so man das so nennen kann) erfolgte in Ushuaia.
  • Schimmel: Man kann gar nicht so viel wischen, wie es unter Deck feucht ist. Gerade morgens tropft es von Decke und Wänden. Wen wundert es da, dass sich der ungeliebte Schimmel wohlfühlt. Ein steter Kampf in kalten Gegenden.
  • Batterien: Vor der Abfahrt hatten wir noch neue Verbraucherbatterien gekauft. Diese sollten uns sicher um die Welt bringen. Doch deren Verhalten in den chilenischen Kanälen lassen aktuell arge Zweifel daran aufkommen… vielleicht bessert es sich ja in wärmeren Gefilden.
  • Sprayhood: Das mittlere Fenster können wir öffnen. Nur scheint die eingenähte, flexible Schreibe nicht für kalte Temperaturen ausgelegt zu sein. Beim Schließen des Fensters ist sie (ohne geknickt zu werden!) schlichtweg auf der gesamten Breite gebrochen. Wir haben es jetzt erst einmal mit Segeltape zusammengeklebt.
  • Leine in der Schraube: Das darf eigentlich nicht passieren. Ist uns aber trotzdem passiert. Wir trösten uns mit dem Gedanken, dieses Privileg nicht exklusiv zu haben. Letztlich musste ich mit Trockentauchanzug in das dem Gefrierpunkt nahe Wasser und die Leinenreste rausholen. Der ausführliche Bericht folgt in den Chile-Beiträgen.

Ausrüstungsprobleme auf Langfahrt (5): Ärgerlich

Auf einer Langfahrt gehen Dinge kaputt, die sich jedoch entweder mit Bordmitteln oder Unterstützung von Land wieder reparieren lassen… viele davon sind mehr als nur Kleinigkeiten, sondern grenzwertig ärgerlich.

  • Skipper-Handy: Nach Wasserschaden in den Niederlanden ließ sich das Handy nicht mehr aufladen. Ein Reparaturversuch in England schlug fehl, daher gönnte sich der Skipper ein neues Handy in Lissabon (Happy Birthday to me ;-)
  • Aquarium: Im Salontisch haben wir eine im Grunde gut abgedichtete Sichtluke zum Schwert. Auf der Atlantiküberquerung wurde diese jedoch undicht es kam Wasser rein. Die Abdichtung ließen wir in Cabedelo (Brasilien) erneuern.
  • Shunt: Die Information über den Ladezustand sowie die aktuellen Verbrauchs- bzw. auch Ladedaten ist insbesondere für die Verbraucherbatterien sehr hilfreich. Für die Messung ist ein sogenannter Shunt zuständig, der sich jedoch kommentarlos in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet hatte. Ersatz kam aus Deutschland in Ushuaia an und wurde sogleich eingebaut. In der Zwischenzeit behalfen wir uns mit Spannungsmessung direkt an der Batterie.
  • Kühlschrank: Der Rahmen, in dem der Kühlschrank hängt, wurde nur von vier kleinen Schrauben gehalten. Die verrichteten ausgesprochen lange Ihren Dienst, doch bei starkem seitlichen Wellengang kam der Kühlschrank dann doch einmal raus (und wurde zum Glück vom Niedergang aufgehalten. Die alten Schrauben wurden durch längere Exemplare ersetzt und bekamen Unterstützung durch zwei weitere Schrauben. Ach ja, in Chile haben wir dann festgestellt, dass das obere Kühlschranklicht auch dann leuchtet, wenn die Tür geschlossen ist… warum auch immer es das tut.
  • Markierungsboje: Wir haben eine aufblasbare Markierungsboje. Einfach den an der Reling angebrachten Kasten öffnen und der Rest geschieht von selbst. Als diese Boje mal im Werkraum verstaut war, löste sie leider aus. Wieder zusammenlegen ist kein Thema, Ersatzpatrone ist auch an Bord… alleine die genaue Inbetriebnahme letzterer muss ich mir nochmal anschauen.
  • Großsegel: Wenn das Großsegel vor dem Wind weit offen ist, scheuert es bei noch so großer Achtsamkeit gerne mal an den Salingen. Dabei können mit der Zeit kleine Löcher entstehen. Diese hatten wir vor Abfahrt in Deutschland fachmännisch flicken lassen, aber das wirkt natürlich nicht vorbeugend. Segeltape ist an Bord. Aber allerspätestens zurück in Deutschland wird es wohl ein neues Großsegel geben…
  • Vorsegel: Während der nächtlichen Aktion bei Plénau Island (Antarktis) haben auch die Vorsegel etwas abbekommen. Der UV-Schutz wurde in Ushuaia, wenn auch leider nicht mit Kreuzstich, wieder genäht. Der kleinen Riss in der Kutterfock haben wir mit Segeltape geklebt. Aber allerspätestens zurück in Deutschland wird es wohl neue Vorsegel geben…
  • Wasserpumpe: Sie musste natürlich in der Antarktis ihren Geist aufgeben. Nun gut, Ersatz war an Bord und die Pumpe dementsprechend auch sogleich getauscht. Erneuter Ersatz wurde uns nach Valdivia geschickt.
  • Bordfahrrad (Pedale, Reifen): Schon in Lissabon knackte es komisch im Pedal. Beim Auseinandernehmen zeigte sich ein kaputtes (Plastik-)Kugellager. Es ist nun zwar locker, funktioniert aber noch halbwegs. Ersatz ist auf dem Weg. Des Weiteren war dann in Ushuaia noch der Hinterreifen platt, aber Flickzeug ist an Bord…
  • Außenborder: Bei seinem ersten Einsatz nach längerer Zeit war die Familie auf dem Weg zu einer chilenischen Gletscherkante. Da klang der Außenborder plötzlich komisch. Bei höheren Drehzahlen stotterte er und es kam etwas Benzin raus. Der erste Gedanke vermutet eine aufgefallene Zündkerze. Doch darum kümmere ich mich in Valdivia, bis dahin wird gepaddelt.
  • Antennenadapter Satellitentelefon: Das dünne Kabel an diesem Adapter war uns schon von Anfang an etwas suspekt. Das soll dauerhaft halten? Nun ist es passiert: Kabelbruch. Nur mit viel Liebe und zarter Hand bekam man noch eine funktionierende Verbindung hin und auch nach dem provisorischen Kleben sollte man SEHR vorsichtig damit umgehen. Mal sehen, wann wir dafür einen Ersatz beschaffen können.

… to be continued :-)

Ausrüstungsprobleme auf Langfahrt (4): Kleinigkeiten

Auf einer Langfahrt gehen Dinge kaputt, die sich jedoch entweder mit Bordmitteln oder Unterstützung von Land wieder reparieren lassen… einige davon sind einfach nur Kleinigkeiten.

  • Türklinken: Schon vor längerer Zeit hatte uns ein Mitsegler die Türklinke vom Bad abgerissen ( da hält man sich bei Seegang ja auch nicht fest ;-). Inzwischen sind drei der vier Klinken durchgebolzt und reißen so bald nicht mehr aus.
  • Herdgriff: Auch diesen hatten wir eines Tages in der Hand. Die zwei kleinen Schräubchen hatten nicht mehr gehalten. Ich nutzte die Gelegenheit, die teilweise angegriffene Lackierung abzuschleifen, das Holz zu imprägnieren und mit zwei dickeren Schrauben wieder anzubringen.
  • Motorpositionslicht backbord: Vor Rio de Janeiro wurde es am Bug plötzlich einfarbig grün. Die rote Posi blieb dunkel. In Buenos Aires wurde Ersatz gefunden und eingebaut.
  • Reffleine: Das 1. Reff im Großsegel wird schon hin und wieder mal benutzt und dann scheuert immer die gleiche Stelle an der Umlenkung. Einmal hatte ich die Leine schon gedreht, nun war der Mantel auch auf der anderen Seite in Mitleidenschaft gezogen. Neue Leine wurde in Buenos Aires besorgt, die alte leisten dreigeteilt als kürzere Tampen weiterhin gute Dienste.
  • Lazybag: Da verhakt sich einmal eine Reffleine hinten im Lazybag und schon reißt es aus. Wurde mit Segeltape wieder zusammengeklebt.
  • Bootshaken: Wir fahren an den Achterstagen zwei teleskopierbare, schwimmbare Bootshaken. So muss man nicht lange überlegen, auf welcher Seite er hängt, sondern kann einfach zugreifen. Doch dann war ich beim Entfernen von Kelp etwas zu enthusiastisch. Durchgebrochen… einfach so. Eine Hälfte liegt nun dauerhaft im Dinghy (beim Hochholen von Fischerleinen aus dem Wasser oder auch den Eisbrecheraktivitäten der Kinder sehr hilfreich…) Die Lücke an Bord wurde mit einem alten Bootshaken gefüllt. Dieser lässt sich zwar kaum noch ausziehen, ist aber immer noch besser als der Griff ins Leere.
  • Dinghy-Paddelhalterung: Es hatte sich schleichend angedeutet und dann hatte sich der Skipper wohl zu sehr in die Riemen geschmissen. Die Halterung brach aus. Ich habe einen Flicken aus dem eigentlich für die Schwimmkörper gedachten Reparaturset drüber geklebt und es hält wunderbar.
  • Windanzeige: Oben im Masttop ist ein Windex genannte Anzeige für die Windrichtung. Diese hat auch zwei normaler Weise fest Begrenzungsanzeiger für segelbaren Wind. Diese Anzeiger drehen sich nun schon seit Monaten munter umher. Immerhin wird die eigentliche Funktion, also das Anzeigen der Windrichtung davon nicht beeinträchtigt. ja sogar eine neue Windx an Bord… ich müsste sie halt nur bei Gelegenheit endlich mal anbringen.
  • Funkantenne: Auch unsere UKW-Funkantenne im Masttop wackelt schon seit einer halben Ewigkeit umher, ist nach zweifacher Sichtprüfung aber nicht vom Absturz bedroht. Auch hier müsste mich bei Gelegenheit endlich mal darum kümmern.

… to be continued :-)

Ausrüstungsprobleme auf Langfahrt (3): Dauerbrenner

Es gibt Themen, bei denen ist es mit einem Mal nicht getan. Sie kommen immer und immer wieder…

  • Toilette: Das Bordklo ist ein Quell wenn schon nicht steter, so doch stets wiederkehrender Freude. Das regelmäßig auftretende Quietschen wird wahlweise mit Öl in der Schüssel (schnell gemacht, aber nur kurzfristig) oder Vaseline am Gummiring (aufwändiger, aber dauerhafter) behoben. Manchmal, beispielsweise wenn Wasser aus der Spülung kommt, muss man zum Service-Kit greifen. Immer mal wieder muss der Klodeckel festgeschraubt werden und ein besonderes Ereignis war natürlich die in Brasilien notwendig gewordene Rohrreinigung.
  • Umleimungen Bodenbretter etc.: Klebstoff sollte kleben. Tut es oft auch. Aber irgendwann ist manchmal auch Schluss damit. Bei uns betrifft das nicht oft, aber doch mehr als einmal die seitlichen Umleimungen der Bodenbretter sowie auch am Arbeitstisch im Werkraum… da, wo man gerne mit der Schublade gegen kommt.
  • Schrankknöpfe: Inzwischen haben drei der schiffstypischen Druckknöpfe den Geist aufgegeben. Ersatz kommt aus Deutschland nach Chile.
  • Cockpit-Plotter Steuerbord: Irgendwann ging er mal nicht. Da hatte ich ausgebaut und die teilweise korrodierten Kabelvebindungen erneuert. Beim nächsten mal wurde der korrodierte Sicherungshalter gewechselt. Das half… jeweils eine Weile. Inzwischen bleibt er wieder schwarz. Ich werde mich voraussichtlich in Valdivia das nächste Mal darum kümmern.
  • Doradenlüfter Steuerbord: Wir haben im Salon zwei Doradenlüfter (übrigens benannt nach dem Namen des Bootes, das erstmals vergleichbare Lüfter hatte). Der an Backbord machte noch nie Probleme. Der an Steuerbord war dagegen schon vor unserer Abfahrt undicht und daher erneuert worden. Doch nur wenige Monate und noch weniger Benutzungen später ist er schon wieder undicht. Bei Sonne oder leichtem Regen kein Problem. Wenn dagegen Wellen überkommen sollte man tunlichst ein Tuch von innen reingesteckt haben. Inzwischen haben wir ihn von außen zugeklebt und rundum neu abgedichtet. So können wir ihn zwar nicht mehr seiner eigentlich (bei uns ohnehin seltenen) Nutzung zuführen, aber dafür kommt durch ihn auch kein Salzwasser mehr rein.

… to be continued :-)

Ausrüstungsprobleme auf Langfahrt (2): Verluste

Immer mal wieder gehen Sachen irreparabel kaputt, einfach nur über Bord oder werden auch partout nur nicht mehr gefunden.

  • Taschenlampe: Sie ist weg. Einfach nur weg. Keine Ahnung wohin. Schade! Wenigstens haben wir noch eine starke Tauchtaschenlampe als Ersatz dabei.
  • Dinghy-Paddel: Beim Anladen in der schönen Sunny Cove machte es plötzlich laut Knack und schon war eines der Paddel gebrochen. In Plymouth konnte Ersatz beschafft werden.
  • Toaster: Ja, er war alt und hatte sich seine Rente eigentlich schon längst verdient. In Südamerika wollte er dann gar nicht mehr so recht. In Buenos Aires wurde ein neuer Toaster gekauft und der argentinische Stromanschluss durch einen europäischen Schuko-Stecker ersetzt. Und der Brötchenaufsatz ist, nachdem La Skipper den Hebel abgebrochen hatte, nun mit Bordmitteln oben festgesetzt.
  • Harken-Umlenkrolle: Mit der Rolle wurde eine Schot des Parasailor umgelenkt. Beim Abbauen war der Skipper kurz unkonzentriert und es machte Platsch. Ersatz wurde in Buenos Aires erworben.
  • Kugelschrauben Bimini/Kuchenbude: An diesen (ich nenne sie mangels Wissen um den korrekten Namen mal) Kugelschrauben werden die Seitenteile der Kuchenbude zusätzlich am Bimini-Gestänge befestigt. Bei einer Durchsicht fiel auf, dass derer drei fehlten. Einfach so weg. Die restlichen Schrauben wurden mit Locktite behandelt und Ersatz ist auf dem Weg.
  • Kugelfender: Einer unserer zwei großen Kugelfender hatte es bei starkem auflandigen Wind am AFASyN-Steg in Ushuaia erwischt. Das große Loch ließ sich auch nicht mehr flicken.
  • Fendersocken: Wenn schon die Fender leiden, was sollen da erst die Fendersocken groß von sich geben als ein leises Adieu?!
  • Dinghy-Stöpsel: Am Heck eines Dinghy ist ein Wasserablauf, der sich mit einem Stöpsel verschließen lässt. Natürlich ist dieser Stöpsel befestigt. Die Knoten muss man nicht einmal selbst machen, das kommt fertig aus der Tüte. Und eben so ein Knoten hatte sich spontan gelöst. Zum Glück hatten wir noch einen zweiten Stöpsel an Bord. Eigentlich nur aus Versehen… mir war mal ein kleines Plastikteil kaputt gegangen und da kam dann gleich ein komplettes Ersatzset an Bord…
  • Opferanoden am Propeller: Im Zuge meines Badespaßes in chilenischen Buchten stellte ich verwundert fest, dass das da am Propeller schon etwas komisch aussah. Kein Wunder, schließlich glänzten die Opferanoden komplett durch Abwesenheit. Nun gut, ein Jahr ist vorüber und für diese Zeit stand ohnehin deren Erneuerung auf der Liste… wird in Valdivia erledigt.

… to be continued :-)