Nicht ohne meine Thermoskanne

„Schau mal, der Mann da vorne hat ja eine Thermoskanne unter dem Arm.“ – „Ja… lustig… die Frau da drüben auch!“ – „Stimmt… und selbst in der Gruppe Jugendlicher am Strand hat jeder Zweite eine Thermoskanne dabei.“ – „Und dann noch so einen Becher mit Strohhalm!“ – „Was ist das???“

Dieser Dialog ist zugegebener Maßen erfunden, hätte sich aber genau so abspielen können. Denn die darin geschilderte Beobachtung machten wir wirklich erstmals in Piriápolis. Egal ob jung oder alt, Thermoskannen und Becher (vereinzelt sogar in Form von Kuhhufen… mit Fell!) nebst oft metallenem Strohhalm waren überall zu sehen. Die Becher grundsätzlich randvoll mit grünem Zeug gefüllt, in das immer mal wieder Wasser aus der Thermoskanne nachgefüllt wurde.

Unsere erste Ahnung wurde auf freundliche Nachfrage bestätigt: Mate! Dieser nette Mann ließ mich auch gerne mal probieren: lauwarm und verdammt kräftig, sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht.

Spätestens in Montevideo zeigten dann die in praktisch jedem Souvenierladen erhältlichen Becher, dass es sich hierbei ganz offensichtlich um eine uns bisher unbekannte, nationale Eigenart handelt. Auch Thermoskannen gibt es in jeder Preislage nahezu überall zu kaufen. Am beeindruckendsten aber war die Mate-Auswahl in den einschlägigen Supermärkten nicht nur in Uruguay, sondern auch noch in Buenos Aires.

Kleine Mate-Auswahl.

Allerdings war die Tradition im Argentinischen Straßenbild bei weitem nicht so präsent wie beim kleineren Nachbarn, wo einem selbst in der Hauptstadt Montevideo immer wieder dieses Bild begegnet. Einzig der Umstand, dass durch Thermoskanne und Becher für die sonstigen Verrichtungen praktisch nur noch ein Arm zur Verfügung steht, scheint etwas unpraktisch zu sein. Eigentlich verwunderlich, dass hier noch keine alltagstaugliche Halterung erfunden wurde. Aber das ist wahrscheinlich viel zu deutsch gedacht und würde diese liebenswerte Tradition nur zerstören. In diesem Sinne: „Prost-Mate!“

Republica Oriental del Uruguay

Ja, bei „Republik östlich des Uruguay“ handelt es sich tatsächlich um den offiziellen Namen diesen netten, kleinen Landes. Von der Fläche her knapp halb so groß wie Deutschland hat es etwa so viele Einwohner wie Berlin. Und davon wohnt die Hälfte in der Hauptstadt Montevideo.

Der Hafen von La Paloma ist eher selten besucht, wirkt an so mancher Ecke auch noch nicht fertig gestellt. Auch die Klampen und Poller am Steg waren wohl gerade erst kürzlich weiß gestrichen worden. Jedenfalls haben unsere schwarzen Festmacher seitdem so komische helle Markierungen…

Sieht fast aus, wie am Berliner Flughafen?!

Aber es ist ein offizieller „Port of Entry“. Somit können wir hier einklarieren und dürfen den Hafen vom Ausland kommend anlaufen. Die Formalitäten bei der Prefectura Naval waren kurz und schmerzlos. Hier erfuhren wir auch, dass gerade die Funkantenne erneuert wird und sie deshalb nur eine sehr eingeschränkte Reichweite hatten… Grund für die vielen unbeantworteten Funkrufe von der Grenze.

Schon bald machte sich die Familie auf einen Spaziergang in den knapp 2km entfernten Ort. Was für ein Unterschied zu Brasilien. Am besten lässt es sich mit dem Wort „leer“ zusammenfassen. Augenscheinlich ein Ferienort, in dem die Saison trotz Südsommer noch nicht begonnen hat. Oft geschlossene Hotels und Souvenirläden, leerer Strand, wenig Menschen auf der Straße… Stadt im Dornröschenschlaf oder Ruhe vor dem Touristensturm?!?

Als wir dort waren bot sich uns somit ein Ort ohne echte Höhepunkte, aber durchaus schönen Impressionen:

Der Strand bietet noch Platz.
Das Wahrzeichen.
Die Armada präsentiert ihre modernsten Torpedos.
Hier fährt kein Zug mehr.

Wenigstens konnten wir hier das Problem lösen, dass wir bisher keine Gastlandflagge von Uruguay an Bord hatten. Schließlich war der Besuch hier nicht geplant. Nett in einem der wenigen geöffneten Läden nachgefragt eilte die Damen hinaus und kam wenige Minuten später mit zwei dieser Flaggen zurück, die man (bei uns insbesondere zu WM-Zeiten) am Autofenster festklemmen kann. Leichter Stoff und umgerechnet weniger als 2 Euro stimmten wenig optimistisch, aber in der Tat hat die Flagge unter der Saling jedem Wind problem- und schadlos standgehalten.

Und dann waren da noch die breiten Straßen, auf denen jedoch kaum Autos fuhren. Und die paar bewegten sich dann derartig defensiv und rücksichtsvoll, wie man es von so mancher Berliner Spielstraße nicht kennt. Mehr als einmal ist es uns hier wie auch in Piriápolis passiert, dass wir am Straßenrand standen und ein Auto einfach angehalten hat um uns durchzuwinken. Ohne Ampel oder Zebrastreifen… einfach so! Was für ein Kulturschock.

Piriápolis ist neben Punta del Este der beliebteste Hafen des Landes. Nicht unbedingt ein Argument, das uns anlockt, aber Wetterwelt hatte mal wieder Gewitter vorausgesagt, so dass wir es weiter nicht schaffen würden. Leider kamen wir genau an dem Wochenende an, wo die Preisliste von Nebensaison (durchaus erschwinglich) auf Hauptsaison (3x so viel!) wechselt. Aber eine echte Wahl hatten wir nicht. Außerdem gibt es eine regelmäßige Busverbindung nach Montevideo.

Ausblick von der Bushaltestelle.

Wie nach allgemeiner Informationslage in Uruguay erwünscht, funkten wir den Hafen rechtzeitig vor unserer Ankunft an, erhielten aber wieder mal keine Antwort. Erst direkt vor der Einfahrt kam ein leicht hektisches „Who is calling Piriápolis Port Control?“. Erwähnte ich schon, dass wir mal wieder nachts ankamen? Im Hafen empfing uns dann ein netter Platzanweiser und Leinenhelfer. Auf der Hafen-Rambla fand gerade ein von lauter Musik begleitetes Straßenfest statt, das (im häufigen Gegensatz zum Kühlungsborner Wochenendprogramm) allerdings schon mal was vom Konzept „Nachtruhe“ gehört hatte. Und die angesagten Gewitter begnügte sich mit einer erst am nächsten Abend durchziehenden Front mit Starkwind. Also das mit dem Wetterbericht ist hier in der Gegend wirklich eher Glücksspiel als Prognose!

Pragmatisches Winterlager.

Der einen kleinen Spaziergang entfernte Ort ist mit seinem breiten, bei unserem Besuch allerdings noch sehr leeren Strand offensichtlich auf Touristen ausgelegt. Eine schöne Promenade, viele Souvenierläden sowie Restaurationen, das ehrwürdige Casino-Hotel wird gerade runderneuert …

… und auch sonst sieht es gerade am Wasser sehr ordentlich aus.

Ob der bei uns noch TÜV bekommen würde?!?

Doch schon ein paar (auch hier ausgesprochen wenig und wenn, dann sehr rücksichtsvoll befahrene) Straßen landeinwärts verblasst der Glanz ein wenig.

Eisenbahnmuseum

Immerhin findet sich in Reichweite ein vernünftiger Supermercado und sogar Gasflaschen lassen sich nach einem längeren Spaziergang nachfüllen. Und schließlich kommen wir mit dem Überlandbus entspannt nach Montevideo… davon ein anderes Mal mehr.

Alltagsprobleme an Bord: Stecker

In einer idealen Welt wäre vieles genormt. Das mag vielleicht etwas Vielfalt nehmen, das praktische Leben reisender Menschen jedoch deutlich erleichtern. Doch was kann man schon in einer Welt erwarten, die sich auf der Straße nicht einmal auf Rechts- oder Linksverkehr einigen kann. Wenigstens das hat auf dem Wasser mal funktioniert… hier gilt selbst im englischen Kanal Rechtsverkehr!

Und dann gibt es noch so alltagsrelevante Kleinigkeiten wie „Stecker“. An Bord eines Segelbootes sind diese aus zweierlei Hinsicht interessant.

1. Landstrom

Am schönsten ist es ja ohnehin vor Anker. Aber hin und wieder genießt man auch gerne mal Schutz und Komfort eines Hafens. Und wenn man schon mal da ist, wird der angebotene Landstrom natürlich gerne genutzt. Vorausgesetzt man hat den richtigen Stecker an Bord.

In Europa sind wir eigentlich immer mit unserem fest am Kabel verbauten kleinen blauen Stecker klar gekommen. Nur in Lanzarote mussten wir einmal einen Adapter von großer blauer Buchse auf kleinen blauen Stecker leihen. So einen Adapter suchte ich schon länger, konnte ihn aber nicht finden. Das habe ich dann zum Anlass genommen, mir diesen in Las Palmas selbst zusammenzuschrauben. Stecker und Buchse gab es im Marineausstatter und das Kabel wurde mir kostenlos dazu gegeben. Und genau dieser Selbstbauadapter ist seitdem nahezu im Dauereinsatz, da die großen blauen Buchsen zumindest in Südamerika offensichtlich der Standard sind. De facto gehört dieser Adapter also zwingend an Bord!

Des Weiteren haben wir noch zwei Schuko-Adapter. Damit können wir das Boot an ein normale (europäische) Schuko-Buchse anschließen (haben wir auf unserer Reise noch nie benötigt) bzw. ein elektrisches Gerät an eine Landstrombuchse (wurde einmal für den Kärcher verwendet).

Zu guter Letzt gibt finden sich in Häfen hin und wieder noch ganz große rote Buchsen. Da diese jedoch in der Regel für größere Boot als unsere Samai gedacht sind und entsprechend andere Spannungen und Stromstärken bieten, lassen wir da lieber die Finger von.

2. Elektrische Geräte an Bord

Man möge uns dekadent nennen, aber ja, wir haben unter anderem einen Toaster an Bord. Schon klar, dass man das auch im Ofen machen kann. Aber wenn genug Strom zur Verfügung steht, ist dieses Gerät einfach die bequemere Alternative (und spart Gas). Und mit labbrigen Toasts brauche ich unseren Kindern gar nicht erst zu kommen.

Schließlich kam der Tag, an dem der Toaster nicht mehr so richtig toasten wollte. Der Hebel blieb nicht unten, man musste daneben stehen und selbst festhalten, was doch ein gewisses Maß an Bequemlichkeit wieder einbüßen ließ. Nun gut, auch in anderen Teilen der Welt möchten Menschen toasten. In Buenos Aires haben wir uns also einen neuen Toaster gekauft, der gerade im Angebot war… sinniger Weise von Phillips. Beim Auspacken blieb die freudige Überraschung dann wie erwartet aus, denn obwohl von europäischem Hersteller wird in Argentinien natürlich mit argentinischem Stecker verkauft.

Man könnte jetzt natürlich mit Adaptern anfangen (Grüße an die Schweiz und Großbritannien). Um einiges nützlicher und kostengünstiger erwies sich jedoch der zu Hause aufgeschnappte Tipp, einfach ein paar europäische Stecker mitzunehmen. Damit reichten Seitenschneider sowie kleiner Schraubenzieher und der Toaster war schnell auf die an Bord verbaute Norm angepasst… und die Kinder frühstücken auch mal wieder etwas anderes als die gesunden Schoko-Flakes.

Gewittersegeln

Das ist unter anderem der Titel eines lesenswerten Buches aus dem millemari Verlag. Das ist auch etwas, auf das Segler auf dem Wasser immer gerne verzichten können. Das ist schließlich etwas, vor dem wir bisher immer verschont geblieben waren. Und dann fuhren wir von Brasilien nach Uruguay.

Der Wetterbericht versprach mal wieder ein kleines Fenster Richtung Süden. Dienstag und Mittwoch gute Winde aus nördlichen Richtungen, die am Donnerstag dann mal wieder ganz spontan auf Südwest drehen… mit 9’er Böen! Also bei weitem nicht genug für den ursprünglich geplanten Schlag nach Buenos Aires, aber ausreichend für den kurzen 200sm-Hüpfer nach La Paloma (… und jetzt hebe die Hand, wer hier nicht automatisch ein „Olé!“ hinterher gedacht hat ;-)

Es begann dann auch wie erwartet mit Wind aus richtiger Richtung. Am Dienstag noch in meist gut segelbarer Stärke half Mittwoch öfters mal der Motor. Schließlich durften wir nicht zu sehr bummeln. An diesem Tag konnten wir dann auch nach langer Zeit mal wieder gleich doppelten Angelerfolg verzeichnen.

Weniger willkommen waren andere, in Schwärmen über die Samai herfallenden Gäste. Die zeitweise mehr als ein Dutzend (sic!) Libellen an Wanten und Stagen waren ja noch harmlos. Doch die unzählbaren Fliegen und sonstige Insekten verschiedenster Größe, wahrlich nicht immer harmlos ausschauend, vertrieben die Crew unter Deck. Alleine der Skipper musste tapfer oben bleiben, schließlich war der Autopilot immer noch kaputt.

Um 17:00 Uhr passierten wir wie Grenze von Brasilien nach Uruguay. Natürlich funkten wir ganz vorschriftsmäßig die Prefectura Naval an, erhielten aber keine Antwort. Hatten wir nicht genügend Reichweite oder waren wir es einfach nicht wert? Nun ja, nachdem auch die Rufe von grenzpassierenden Frachtern in Leere gingen, machten wir uns keine weiteren Gedanken.

Abends sahen wir dann die ersten Vorboten der kommenden Nacht am Horizont. Was für ein Euphemismus das schöne Wort „Wetterleuchten“ doch in Anbetracht dessen ist, was man wirklich sieht: „Blitze“. Zum Glück waren sie recht weit weg und konzentrierten sich auf das Land. Dort sahen wir dann sogar den Widerschein zweier mutmaßlich durch Blitzschlag ausgelöster Großbrände. Zur Sicherheit klappten wir das Bimini zusammen, doch gut eine Stunde später sah es so aus, als wenn sich die Wetterlage vor uns beruhigt hätte. Was für ein Irrtum!

Kurz nach Mitternacht leuchtete es wieder häufiger, näher und vor allem von voraus. Um 1 Uhr nachts war die Front dann bei uns. Wir bekamen gerade noch rechtzeitig die Fock rein. Starkwind und leuchtende Wolken ließen uns den Kurs um 90° nach Backbord (also in Fahrtrichtung links) ändern. Ja, die Wolken waren riesig und wir fuhren mit gerade mal etwas mehr als 10 km/h umher. Da erscheint Ausweichen unmöglich, doch einen Versuch war es Wert. Ganz ehrlich, da zuckten ein paar Blitze quer über den Himmel, so etwas hatte ich vorher noch nicht gesehen. Und tatsächlich gelang es uns. Zwar hatten wir immer noch kräftigen Wind, doch die Wolkendisko ging hinter uns durch. Fast stellte sich ein Lächeln ein, doch dann ging in geschätzt (sehr) wenigen Seemeilen direkt voraus ein großer Blitz senkrecht ins Wasser. Nächster Kurswechsel 90° Steuerbord, dort scheint der Himmel etwas weniger dunkel. Wir finden die Lücke. Nach einer gefühlten Ewigkeit, tatsächlich war es wohl kaum mehr als eine Stunde, hatten wir das Gröbste hinter uns. Selten waren wir so froh, dass uns nur mehr Dunkelheit umfing.

Lücke gesucht und gefunden!

Nachdem La Skipper Ihren Adrenalinspiegel wieder etwas runter gedreht hatte, verabschiedete sie sich auf ein Nickerchen zu den selig schlummernden Kindern unter Deck. Der Skipper genoss dann noch ganz für sich alleine am Steuer ein nächtliches Stündchen Starkregen mit entsprechendem -wind. Doch danach war es wirklich geschafft. Die Sonne ging unschuldig über einem neuen Tag auf, La Paloma schon in Sichtweite, und bald lagen wir sicher vertäut in einem mal wieder recht leeren Hafen… natürlich als einzige Gastyacht. Da waren wir also in Uruguay, doch davon ein anderes Mal mehr.

Brasilien – ein Fazit

Keiner von uns war vorher in Brasilien gewesen. Während La Skipper sich durchaus ernste Gedanken um die Sicherheit machte, hegte der Skipper keine besonderen Erwartungen. Mal schauen, wie es dort so ist. Und was soll ich sagen: die gesamte Crew ist begeistert von diesem Land und vor allem seinen Menschen. Ich habe es ja schon hin und wieder mal erwähnt, aber die Art und Weise mit der die Brasilianer uns begegneten, ja uns in Ihrem Land aufgenommen haben, war phänomenal.

  • In Jacaré die nette Damen im Mini-Supermercado, der weitgehend zuverlässig unsere Flüssignahrungsvorräte sicherte. Immer ein Lächeln und ein nettes Wort (auf Portugiesisch natürlich) auf den Lippen und hin und wieder brachten wir gar einen kurzen Plausch zustande
  • Einfach jeder in Charitas / Niteroí, insbesondere…
    • Der Bademeister Rodre, der nur für unsere Kinder die Wasserrutsche in Betrieb genommen hat, mit dem ich (dank Google Translate) mehrere beiderseitig sehr nette Gespräche hatte… ein toller Mensch, der es nicht immer einfach hatte und dem ich von Herzen alles Gute wünsche.
    • Der beim Fernsehen tätige Carlos zeigte seine ehrliche Begeisterung für unser Vorhaben, brachte seine ganze Familie für ein kurzes „Hallo“ an den Steg, dachte sogar kurz über ein Interview nach und ist aktuell der einzige brasilianische Follower dieses kleinen Blogs (ganz liebe Grüße!!!)
    • Der Pop-Sänger Rodrigo war für sein neustes Musikvideo im Yachtclub und vorher noch in der Sauna. Im mutmaßlichen Gegensatz zu so manchem Mädel erkannte ich ihn natürlich nicht, als wir dort  ins Gespräch kamen, und ebendiese Mädels würden mich sicher auch um seine Handynummer beneiden ;-)
    • Der ältere Herr, der im Bus mit unseren Kindern den Platz tauschen wollte, damit sie einen besseren Ausblick haben.
    • Die Taxifahrer, die trotz Kurzstrecke von der Fähre zum Yachtclub immer entspannt und freundlich waren. Man stelle sich dagegen einen typischen Berliner Taxifahrer auf der mürrisch-fluchenden Fahrt vom Flughafen Tegel zur U-Bahn Jakob-Kaiser-Platz vor.
  • Wie gesagt haben wir hier erstmals Uber ausprobiert und müssen feststellen, dass ausnahmslos jeder Fahrer ausgesprochen nett war. Unabhängig davon, ob man sich auf eine Sprache einigen konnte oder nicht, wir kamen immer sicher und freundlich ans Ziel.
  • Wir, die offensichtliche Touristenfamilie, stehen mit einem Eis am Straßenrand und mitten aus dem Gewusel umher eilender Menschen ertönt unvermittelt die Stimme eines Herren, der uns mit leichter Verbeugung ein freundliches „Welcome to Rio de Janeiro!“ wünscht.
  • In Rio Grande war es dann der bereits erwähnte Lauro Barcellos, der im positiven Sinne „den Vogel abschoss“. Bei im Grunde wildfremden Seglern an seinem Steg sind eine Begrüßung und Gastfreundschaft wie man sie alten Freunden angedeihen lassen würde für Ihn eine Selbstverständlichkeit.
  • Und dann noch so viele andere netten Begegnungen. Insbesondere, aber nicht nur am Steg / beim Boot wurden wir oft freundlich angesprochen, neugierig ausgefragt und immer willkommen geheißen…

Unsere grobe Reiseplanung sieht ja vor, dass wir in etwa zwei Jahren von Südafrika (möglichst auch Namibia) nach St. Helena und weiter zu den Azoren den Weg über die Kap Verden nehmen. Inzwischen spielen wir ernsthaft mit dem Gedanken, den Schlenker über Südamerika zu segeln. Ja, es ist länger. Dafür sind die Winde tendenziell günstiger und wir haben die Möglichkeit noch mehr von einem tollen Land und seinen tollen Menschen zu sehen: Brasilien!

P. S. Und als ob all das nicht schon genug wäre, gibt es noch einen weiteren, ultimativen Grund wieder zu kommen: unsere in kulinarischen Dingen nicht gerade für Ihre Flexibilität und Experimentierfreunde bekannte Maila liebt den Brasilianischen Ketchup!