Samuels schöne Bergwanderung mit Kopfschmerzen

Es war einer der seltenen Tage in Chile wo die Sonne mal schien. Wir ankerten (natürlich mit Landleinen) in einer sehr schönen Bucht, wo es auch einen wunderschönen Wasserfall gab. Und wenn man die Chance schon mal hat einen Ausflug zu machen, dann sollte man sie nutzen. Denn viele der schönen Tage gab es in Chile nicht. Also ruderte die ganze Familie mit dem Dinghy an Land und wir wurden von einer grünen Wand erwartet. Papa hat aber einen kleinen „Pfad“ entdeckt, den wir hoch liefen. Maila und ich waren am letzten Tag auf einem anderen Weg nach oben gelangt und haben die Aussicht genossen. Aber nun wollten wir höher als Maila und ich waren. Wir wollten den Berg besteigen, der sehr hoch war.

Los geht’s!

Anfangs waren wir alle zusammen und sind auf dem steinigen Boden geklettert. Aber mit der Zeit bin ich immer weiter nach vorne gegangen und bin schließlich einen ganz anderen Weg gegangen als der Rest meiner Familie. Ich weiß zwar nicht, wie der Weg von Maila, Mama und Papa war, aber meiner war knifflig und (für mich) spaßig. Einmal musste ich über eine kleine, ca. 1 Meter tiefe Spalte springen und ein andermal musste ich mich an einem kleinen Bach hoch arbeiten. Meine Gummistiefel haben auf den feuchten und auf dem trockenem Gestein gut gehalten.

Steiler Aufstieg!

Teilweise habe ich meine Familie auch überhaupt nicht mehr gesehen, aber ich wusste, wenn ich oben wäre, würde ich sie wieder sehen können. Wenn ihr euch fragt, warum ich mich von meiner Familie getrennt habe lautet die Antwort: ich liebe knifflige Kletterpartien und Maila, Mama und Papa würden eher einen einfachen Weg gehen. Aber schließlich kam ich doch vor ein Hindernis, was man nicht wirklich überwinden kann. Vor mir war eine steile Wand ohne Gras oder ähnliche Pflanzen, die mich hätten halten können. Wäre auf der Wand Stein gewesen, wäre das überhaupt kein Problem gewesen. Ich habe etwa 10 Minuten dagestanden und verschiedenste Sachen ausprobiert. Doch keine der halbwegs sicheren Methoden hat funktioniert. Dann ging ich zu den etwas waghalsigeren über, aber selbst da musste ich etwas rumprobieren. Doch dann entdeckte ich das Gestrüpp, was knapp außerhalb meiner Reichweite war. Ich stellte meine Fuß auf einen kleinen Vorsprung und drückte mich langsam hoch. So kam ich an das Gestrüpp und konnte mich hochziehen. Das war geschafft. Doch was war das? Ich war noch immer nicht am Gipfel, aber ich musste mich erst mal ausruhen. Da entdeckte ich auch meine Familie. Sie saß etwas weiter unten und aß Kekse. Frechheit!!!

Nach einer kurzen Pause machte ich mich wieder auf den Weg nach oben. Die zweite Wand war schwieriger, aber ich überwand sie so ähnlich wie die erste. Ich hatte es geschafft. Ich war am Gipfel. Zumindest an dem Punkt, den wir erreichen konnten. Ich genoss die atemberaubende Aussicht und machte mich wieder auf den Weg nach unten. Wenig später hatte ich Maila, Mama und Papa erreicht. Wir unterhielten uns und ich habe auch ein paar Kekse abbekommen.

Dann ging es wieder den Berg runter.

Leider hatten Mama und Papa den Weg, den sie gekommen sind, vergessen und so schlugen wir uns einen eigenen Weg durch das Unterholz. Ich habe die Gruppe geführt und sie vor kleinen oder großen Vertiefungen gewarnt. Ich wollte eigentlich runter zum Dinghy, aber Maila, Mama und Papa wollten noch zum Wasserfall. Der Weg dorthin war nicht der leichteste, weil wir teilweise durch kleine „Wälder“ mussten. Aber als wir dort angekommen sind, war der Anblick atemberaubend. Die Wassermassen stürzten herab und schlugen auf einen hervorstehenden Stein, der das Wasser richtig schön spritzen ließ.

Nach einigen Minuten wollen wir aber wieder zurück zum Dinghy. Das Problem war, dass wir durch einen Wald mussten. Der war natürlich nicht weniger dicht als die anderen Wälder. Weil der Wald so dicht an dem Wasserfall war, war auch der Boden recht aufgeweicht und durchlöchert. Nach einiger Zeit, wo wir uns durch den Wald geschlagen haben, sah ich vor mir eine dieser vielen Spalten. Ich sprang über sie und rutschte auf der anderen Seite ab. Ich dachte ich würde Halt finden und habe einen Fuß nach vorne ausgestreckt aber fand keinen Boden. Ich machte einen Purzelbaum in eine noch größere Schlucht. Nur leider knallte mein Kopf auf einen kleinen Steinvorsprung. Vor meinem Auge drehte sich so einiges und ich hatte Kopfschmerzen. Aber nach kurzer Zeit war alles wieder gut na ja, bis auf die Kopfschmerzen. Als ich mich wieder aus der „Höhle“ gezogen habe, machten wir uns auf den Weg raus aus dem Wald. Als wir den Wald verlassen hatten, gingen wir den langen Weg wieder zurück und sahen den Felsen, auf dem Maila und ich den Tag zuvor gewesen waren. Wir erkannten die Fußabdrücke, die wir auf dem Hinweg hinterlassen hatten und wir krakelten zum Dinghy runter. Ich hatte immer noch Kopfschmerzen, doch an Bord wurde meine Wunde von Mama untersucht und sie stellte fest, dass ein kleiner Teil meiner Kopfhaut aufgerissen sei. Die Wunde wurde desinfiziert und gesäubert. Dann durften wir auf den iPads spielen.

Es war ein schöner Tag, aber das Ende hätte für mich besser verlaufen können. Doch drei Tage nach dem Unfall spürte ich meine Verletzung gar nicht mehr.

Samuel

Alltagsprobleme von Samuel: Langeweile

Es gibt, wie die Überschrift vielleicht verrät, nicht viel zu tun. Zumindest nicht auf See. Wie sollen wir uns dann die Langeweile, die auf See früher oder später jeden plagt, vertreiben? Es gibt ein paar Möglichkeiten, welche die Kinder nicht immer mögen. Das ist hauptsächlich Schule. Ja Schule muss sein, aber das heißt ja nicht, dass es Spaß macht.

Es gibt an Bord auch noch andere Möglichkeiten, das sind aber nicht viele. Maila und ich lesen sehr gerne.

Maila spielt auch noch, dass sie eine Hauptfigur des Buches ist. Ich mache das nicht so gerne. Eine andere Möglichkeit sich die Langeweile zu vertreiben ist, dass man mit dem wenigen Spielzeug, was vorhanden ist, spielt. Man kann seine Eltern auch nett fragen, ob man auf dem iPad spielen darf. Aber man braucht sie nicht vor Beendung der Schule zu fragen, weil sie dann fast immer mit einem klaren „ Nein“ antworten. Nach der Schule stehen die Chancen besser. Eine andere Möglichkeit ist, auf dem Computer eine Geschichte zu schreiben (was ich sehr gerne mache), Spiele zu „erfinden“ oder PC zu spielen. Letzteres mag Mama nicht so. Auch ist nicht immer genug Strom vorhanden.

Eine von Maila sehr bevorzugte Variante die Langeweile fern zu halten ist ganz einfach… man benötigt nur eine einzige Sache: einen Bruder. Könnt ihr euch schon denken wie das Spiel heißt? Für die, die es nicht wissen sage ich es: es heißt „Bruder ärgern“. Ist sehr effektiv, zum Vertreiben der Langeweile, zumindest für Maila. Manchmal ist es auch für den Geärgerten ein bisschen lustig. Das ganze Spiel gibt es auch umgekehrt. Das heißt dann „Schwester ärgern“.

Niemand hat die Absicht, irgendjemanden zu ärgern!

Eine andere Methode, der blöden Langeweile zu entgehen ist: Kochen. Diese Aufgabe übernimmt aber Papa, der eigentlich immer etwas zu tun hat. Ihm ist also fast nie langweilig. Bei Pfannkuchen kocht auch mal der Sohn, dem eigentlich recht häufig langweilig ist. Blogeinträge schreiben, verhindert die Langeweile auch. Mama legt sich einfach gerne in den Segelmodus (das ist ein Modus von Mama, wo sie die ganze Zeit einfach nur rumliegt), wo ich nicht weiß, inwiefern das gegen Langeweile hilft. Als ich das mal ausprobiert habe, war mir todlangweilig. Dann habe ich freiwillig Schule gemacht. Das kommt sehr sehr sehr selten vor, man kann sagen fast nie.

Schule macht Spaß?

In der Antarktis konnte man jederzeit raus schauen und sah immer Eisberge, Pinguine, Wale oder Gletscher. Man kann auch jederzeit seine eigenen Andenken noch mal bewundern. In den wärmeren Regionen kann man auch mal aus Spaß, Lust und Laune oder Langeweile ins Wasser springen. Und noch mal zu Mamas Lieblingsbeschäftigungen, die gegen Langeweile helfen sollen: Kinder an- und ausmeckern ist für sie nicht nur sehr unterhaltsam sondern auch (weil es so unterhaltsam ist) Langeweile fernhaltend.

Zur Zeit hängen wir hier in Ushuaia fest, und was soll ich sagen?! …

Samuel

Ansichten eines Pinguins

Ich habe ein neues T Shirt bekommen. Das ist von den Sea Shepherds und Maila ist es mittlerweile zu klein. Doch mir passt es perfekt. Die Atlantiküberquerung war ziemlich schauklig und lang. Und immer wenn die Erwachsenen und die Kinder nicht an Bord sind, dann machen wir Kuscheltiere was wir wollen. Zum Beispiel essen wir so viel Schokolade wie wir wollen oder machen Partys. Das ist immer toll. In der Nacht, wenn wir gerade nicht unter den Kindern schwitzen, dann quatschen wir mit den hier lebenden Tieren. Hier in Brasilien z.B. mit Krebsen und Fledermäusen. Für mich ist es hier ziemlich heiß. Und mein T Shirt ist noch schwarz. Aber bald bin ich in meinem Zuhause in der Antarktis. Darauf freue ich mich. Und dann schnacke ich mit meinen Freunden.

Samuels Pingi

Alles klar?!

Samuel sagt „Petri Dank“

Es war an einem schönen Tag. Wir hatten wie immer einfach mal so die Angel rausgehalten, nicht in der Erwartung, dass ein Fisch anbeißt. Die Stunden verstrichen. Es war bereits 15 Uhr und wie erwartet immer noch kein Biss. Maila hatte sich aus einem Angelbuch einen sehr schönen Fisch namens Dolphin (Goldmakrele) rausgesucht und gesagt, dass sie den Fisch gerne fangen möchte.

Als es 15:15 Uhr war meldete sich die Angel, was uns alle sehr erstaunte. Genau als Maila und Papa mal wieder nach langer Zeit Sachkundeunterricht machten. Als Papa die Bremse voll gezogen hatte, zog der Fisch uns immer noch Leine raus. Papa sagte, dass ich den großen Gaff hohlen soll. Also ging ich runter, holte den gefühlt 4m langen Gaff und legte ihn bereit.

Wir hatten bestimmt eine halbe Stunde mit dem Fisch gekämpft. Als er dann irgendwann keine Kraft mehr hatte und Papa auch keine mehr hatte, holten wir ihn nahe ans Boot ran. Mama holte den Kescher und hatte ihn mir gegeben, so dass ich den Fisch raus Keschern und ihn begutachteten konnte. Es war der größte Fisch, den wir je gefangen hatten, aber zu Papas Verwunderung war er trotz seiner Kraft an der Angel nur etwas mehr als 50cm lang. Es war ein Dolphin (Goldmakrele) und Maila hat sich riesig gefreut über den Fang. Dann hatte Mama ihn mit Alkohol betäubt und Papa mit einem Schnitt in die Kehle getötet.

Wir filetierten den 65cm langen und 2kg schweren Fisch und ich nahm ihn aus (darauf gehe ich jetzt nicht weiter ein). Also war das Mittagessen gesichert, heute stand Fisch auf dem Speiseplan. Jetzt musste Papa sich nur noch überlegen wie er den filetierten Fisch zubereitet. Er hatte sich gedacht, dass es Reis und sehr leckeres Paprikagemüse zu dem Fisch gibt.

Am nächsten Tag hatte wieder einer angebissen, doch sich schnell wieder von unserem Tintenfischköder befreit. So ging dieser Tag ohne Fisch aus.

Zwei Tage nach dem ersten Fisch und einen Tag nach dem erfolglosen Biss hat die Angel sich dieses Mal nicht so stark um 13:30 Uhr gemeldet, während Papa schlief. Mama hat Maila zugeschriehen, dass sie Papa wecken solle. Doch dieser Fisch war nicht so stark und groß wie der letzte. Das erklärte dann auch warum ich manchmal dachte, dass er ab wäre. Ich habe ihn ohne Probleme an Bord bekommen und der war kleiner und leichter als der andere nämlich 58cm und nur 1,5kg schwer. Am selben Tag hatte genau als wir alle uns zum Essen hingesetzt hatten und anfangen wollten, ein Fisch angebissen. Der ist leider abgegangen auf halbem Weg zum Boot.

Am nächsten Tag hatte Frühs gegen 9:30 Uhr die Angel sich wieder gemeldet. Wir hatten es fast gar nicht gehört, weil wir unten waren, aber Mailas sehr gute Ohren hatten es vernommen. Nach genauerem Hinhören hörte ich es auch. Wir sind sofort hochgesprintet und Mama hatte überlegt Papa zu wecken. Doch als ich sie überzeugt hatte, dass das nicht nötig sei, hatte sie es gelassen. Ich bekam den Fisch allein raus und wir hatten wieder ins Wasser geschmissen, weil er viel zu klein war.

Trotzdem waren es doch vier erfolgreiche Angeltage. Findet ihr nicht? Seitdem hängt jedenfalls voller Stolz unsere Dolphin-Flagge unter der linken Saling.

Samuel

Samuel über den Einkauf auf Lanzarote

Wir hatten uns für zwei Tage ein Auto gemietet und einen anstrengenden Ausflug hinter uns, als Mama und Papa einen Lidl sahen, wo sie sofort einkaufen wollten. Maila und ich wollten nicht wirklich mit, aber es war doch ganz lustig da drinnen. Wir haben mehrere große Schinken gesehen, aber leider keinen mitgenommen. Ich fand, dass wir ziemlich viel eingekauft hatten und dachte: „Wie passt das alles in unser kleines Auto?“ Irgendwie hat Papa es dann geschafft, alles im Auto unterzubringen. Als wir vor unserem Boot parkten, haben wir die Taschen erst einmal auf den Steg getragen und Mama bestand darauf, dass alles mögliche Papier wegen möglicher Kakerlakeneier draußen bleibt. Wir mussten unsere Einkäufe irgendwie an Bord bringen, ohne Kakerlakeneier einzuschleppen. Wegen Mamas intensiver Recherche im Internet (Google ;-) wusste Sie, dass man Kakerlakeneier durch Salzwasser von den Behältnissen trennen kann. Somit begann der Spaß. Wir haben alles, was wasserfest war ins Hafenbeckenwasser (was nicht gerade das sauberste war) getaucht. Natürlich haben wir danach noch einmal alles mit Süßwasser gründlich abgespült, aber das hat ganz schön lang gedauert und war anstrengend.

Am nächsten Tag haben wir einen weiteren Ausflug gemacht. Danach waren wir ziemlich erschöpft, allerdings wollten Mama und Papa nochmal zu Lidl einkaufen gehen. Wir Kinder haben Mama und Papa überredet, dass Sie uns an Bord bringen und dann alleine einkaufen gehen. In der Zeit haben Maila und ich uns den Fernseher angemacht und „Herr der Ringe“ geschaut. Als der Film fast zu Ende war, dachten wir schon, dass Mama und Papa nie wieder kommen. Dann hörten wir, dass jemand auf unser Boot ging. Ich habe nachgeschaut, und es war Mama. Da wusste ich, gleich werden wir wieder beim Abwaschen des Einkaufs helfen müssen. Doch dieses Mal sah das Hafenwasser so ölig aus, dass wir es nicht zum reintauchen benutzen wollten. Dann hatte Mama die Idee, dass wir einfach Süßwasser nehmen und dort die halbe Salzpackung reinkippen könnten. Dabei hatte Mama Ihren Schuh ins Hafenwasser gestoßen und ich habe ihn wieder rausgefischt. Dann begann wieder die wunderbare Salzwasserabspülung der gekauften Waren. Dieses Mal war es noch mehr als am Vortag. Maila hat wie am Vortag alle Etiketten von den Flaschen und Dosen abgemacht und ich habe die ganzen Sachen abgewaschen. Das erste, was an Bord kam war zu meinem Erstaunen ein 3,75kg schwerer Schinken und eine besondere Herausforderung war es, diesen Schinken abzuwaschen, weil er nicht komplett in die Salzwasserwanne passte. Aber irgendwie habe ich es dann doch hinbekommen und jetzt bin ich schon sehr gespannt, wann wir den Schinken endlich aufschneiden.

Samuel