Samuel sagt „Petri Dank“

Es war an einem schönen Tag. Wir hatten wie immer einfach mal so die Angel rausgehalten, nicht in der Erwartung, dass ein Fisch anbeißt. Die Stunden verstrichen. Es war bereits 15 Uhr und wie erwartet immer noch kein Biss. Maila hatte sich aus einem Angelbuch einen sehr schönen Fisch namens Dolphin (Goldmakrele) rausgesucht und gesagt, dass sie den Fisch gerne fangen möchte.

Als es 15:15 Uhr war meldete sich die Angel, was uns alle sehr erstaunte. Genau als Maila und Papa mal wieder nach langer Zeit Sachkundeunterricht machten. Als Papa die Bremse voll gezogen hatte, zog der Fisch uns immer noch Leine raus. Papa sagte, dass ich den großen Gaff hohlen soll. Also ging ich runter, holte den gefühlt 4m langen Gaff und legte ihn bereit.

Wir hatten bestimmt eine halbe Stunde mit dem Fisch gekämpft. Als er dann irgendwann keine Kraft mehr hatte und Papa auch keine mehr hatte, holten wir ihn nahe ans Boot ran. Mama holte den Kescher und hatte ihn mir gegeben, so dass ich den Fisch raus Keschern und ihn begutachteten konnte. Es war der größte Fisch, den wir je gefangen hatten, aber zu Papas Verwunderung war er trotz seiner Kraft an der Angel nur etwas mehr als 50cm lang. Es war ein Dolphin (Goldmakrele) und Maila hat sich riesig gefreut über den Fang. Dann hatte Mama ihn mit Alkohol betäubt und Papa mit einem Schnitt in die Kehle getötet.

Wir filetierten den 65cm langen und 2kg schweren Fisch und ich nahm ihn aus (darauf gehe ich jetzt nicht weiter ein). Also war das Mittagessen gesichert, heute stand Fisch auf dem Speiseplan. Jetzt musste Papa sich nur noch überlegen wie er den filetierten Fisch zubereitet. Er hatte sich gedacht, dass es Reis und sehr leckeres Paprikagemüse zu dem Fisch gibt.

Am nächsten Tag hatte wieder einer angebissen, doch sich schnell wieder von unserem Tintenfischköder befreit. So ging dieser Tag ohne Fisch aus.

Zwei Tage nach dem ersten Fisch und einen Tag nach dem erfolglosen Biss hat die Angel sich dieses Mal nicht so stark um 13:30 Uhr gemeldet, während Papa schlief. Mama hat Maila zugeschriehen, dass sie Papa wecken solle. Doch dieser Fisch war nicht so stark und groß wie der letzte. Das erklärte dann auch warum ich manchmal dachte, dass er ab wäre. Ich habe ihn ohne Probleme an Bord bekommen und der war kleiner und leichter als der andere nämlich 58cm und nur 1,5kg schwer. Am selben Tag hatte genau als wir alle uns zum Essen hingesetzt hatten und anfangen wollten, ein Fisch angebissen. Der ist leider abgegangen auf halbem Weg zum Boot.

Am nächsten Tag hatte Frühs gegen 9:30 Uhr die Angel sich wieder gemeldet. Wir hatten es fast gar nicht gehört, weil wir unten waren, aber Mailas sehr gute Ohren hatten es vernommen. Nach genauerem Hinhören hörte ich es auch. Wir sind sofort hochgesprintet und Mama hatte überlegt Papa zu wecken. Doch als ich sie überzeugt hatte, dass das nicht nötig sei, hatte sie es gelassen. Ich bekam den Fisch allein raus und wir hatten wieder ins Wasser geschmissen, weil er viel zu klein war.

Trotzdem waren es doch vier erfolgreiche Angeltage. Findet ihr nicht? Seitdem hängt jedenfalls voller Stolz unsere Dolphin-Flagge unter der linken Saling.

Samuel

Der Einkauf

Wir hatten uns für zwei Tage ein Auto gemietet und einen anstrengenden Ausflug hinter uns, als Mama und Papa einen Lidl sahen, wo sie sofort einkaufen wollten. Maila und ich wollten nicht wirklich mit, aber es war doch ganz lustig da drinnen. Wir haben mehrere große Schinken gesehen, aber leider keinen mitgenommen. Ich fand, dass wir ziemlich viel eingekauft hatten und dachte: „Wie passt das alles in unser kleines Auto?“ Irgendwie hat Papa es dann geschafft, alles im Auto unterzubringen. Als wir vor unserem Boot parkten, haben wir die Taschen erst einmal auf den Steg getragen und Mama bestand darauf, dass alles mögliche Papier wegen möglicher Kakerlakeneier draußen bleibt. Wir mussten unsere Einkäufe irgendwie an Bord bringen, ohne Kakerlakeneier einzuschleppen. Wegen Mamas intensiver Recherche im Internet (Google ;-) wusste Sie, dass man Kakerlakeneier durch Salzwasser von den Behältnissen trennen kann. Somit begann der Spaß. Wir haben alles, was wasserfest war ins Hafenbeckenwasser (was nicht gerade das sauberste war) getaucht. Natürlich haben wir danach noch einmal alles mit Süßwasser gründlich abgespült, aber das hat ganz schön lang gedauert und war anstrengend.

Am nächsten Tag haben wir einen weiteren Ausflug gemacht. Danach waren wir ziemlich erschöpft, allerdings wollten Mama und Papa nochmal zu Lidl einkaufen gehen. Wir Kinder haben Mama und Papa überredet, dass Sie uns an Bord bringen und dann alleine einkaufen gehen. In der Zeit haben Maila und ich uns den Fernseher angemacht und „Herr der Ringe“ geschaut. Als der Film fast zu Ende war, dachten wir schon, dass Mama und Papa nie wieder kommen. Dann hörten wir, dass jemand auf unser Boot ging. Ich habe nachgeschaut, und es war Mama. Da wusste ich, gleich werden wir wieder beim Abwaschen des Einkaufs helfen müssen. Doch dieses Mal sah das Hafenwasser so ölig aus, dass wir es nicht zum reintauchen benutzen wollten. Dann hatte Mama die Idee, dass wir einfach Süßwasser nehmen und dort die halbe Salzpackung reinkippen könnten. Dabei hatte Mama Ihren Schuh ins Hafenwasser gestoßen und ich habe ihn wieder rausgefischt. Dann begann wieder die wunderbare Salzwasserabspülung der gekauften Waren. Dieses Mal war es noch mehr als am Vortag. Maila hat wie am Vortag alle Etiketten von den Flaschen und Dosen abgemacht und ich habe die ganzen Sachen abgewaschen. Das erste, was an Bord kam war zu meinem Erstaunen ein 3,75kg schwerer Schinken und eine besondere Herausforderung war es, diesen Schinken abzuwaschen, weil er nicht komplett in die Salzwasserwanne passte. Aber irgendwie habe ich es dann doch hinbekommen und jetzt bin ich schon sehr gespannt, wann wir den Schinken endlich aufschneiden.

Samuel

Delfine unter der Milchstraße

Papa und ich haben Nachtwache auf der Biskaya gemacht. Ich bin ab und zu eingedüselt, bis Papa mich dann – wie er so schön sagte – „entdüselt“ hat, weil er Delfine gesehen hat. Dann habe ich mir die Rettungsweste angezogen und bin mit Papa nach vorne zum Bug gegangen, um die Delfine besser zu sehen. Es war eine wolkenlose Nacht, wo man die Milchstraße besonders gut sehen konnte. Und darunter sprangen die Delfine, anscheinend sehr vergnügt. Es waren am Anfang über ein Dutzend Delfine, die am Bug gespielt haben. Da waren zwei Delfine, die die ganze Zeit dort waren. Ich habe ihnen wegen ihres besonderen Merkmals einen Namen gegeben: der eine hieß „Platschi“, der andere „Spritzer“. Ich habe Ihnen diese Namen gegeben, da meine Füße und Schienbeine fast die ganze Zeit nass waren, weil diese beiden Delfine mich ständig nassgespritzt haben, teils durch Ausatmen, teils durch Schwanzflosse aufs Wasser Schlagen.

Nach einiger Zeit habe ich dann glitzernde Punkte gesehen, die über das Wasser hüpften. Ich habe sie Papa gezeigt und behauptet, es seien Fische. Papa hat mir das anfangs nicht geglaubt. Doch als die Delfine dann mit Spielen aufgehört und mit einem komplett anderen Verhalten angefangen hatten, wurde uns beiden klar, dass jetzt für sie Essenszeit war. Die zwei Positionslichter am Bug (rot/grün) haben Fische angelockt, die dann auch gesprungen sind. Als das geschah hat Papa mir geglaubt, dass die Lichtpunkte Fische sind. Genau diese Lichtpunkte = Fische wurden jetzt von den Delfinen gejagt. Aber „Platschi“ und „Spritzer“ haben (leider) nicht aufgehört mich nasszumachen.

Papa hat gesagt: „Wollen wir nicht so langsam wieder reingehen?“. Da habe ich dann gesagt: „Nein, ich gehe erst, wenn die Delfine weg sind!“. Und dann wurden es immer weniger Delfine und Papa dachte schon: „Ok, jetzt können wir endlich reingehen!“. Doch dann sind wieder mehr gekommen. Das geschah drei oder vier Mal, und Papa hat ein bisschen geflucht, dass die Delfine immer noch beim Boot waren. Schließlich, nach 1 ½ Stunden waren die Delfine weg… offensichtlich satt und fertig mit Spielen.

Dann sind wir wieder nach hinten gegangen, ich habe mich wieder in meine Ecke gekuschelt und habe mich noch ein bisschen mit Papa unterhalten. Am Ende bin ich wieder ein bisschen eingedüselt.

Diese Nacht werde ich nie vergessen!!!

Samuel

Wasser sammeln auf den Isles of Scilly

Samuel: Wir wollten uns einen gemütlichen Spieleabend machen.

Maila: Und dann fing es plötzlich ganz doll an zu regnen.

Samuel: Es war bereits dunkel und ziemlich spät als wir die zündende Idee hatten. Da wir kein Wasser mehr im Tank hatten, sammelten wir Regenwasser.

Maila: Es kam auch ganz schön viel runter.

Samuel: Ich hatte als erster die Idee und hatte mich mit einer Schale an eine gute Wasser-Auffangstelle gestellt.

Maila: Danach bin ich dann gekommen und habe mit einem kleinen Auffanggerät mich auch an eine gute Stelle gesetzt und ich wurde auch ziemlich nass. Und nebenbei haben wir gespielt (das Kartenspiel „Krass kariert!“). Aber wir haben auch sehr viel Wasser bekommen.

Samuel: Ich wurde auch etwas nass. Es waren verschiede Phasen: starker und nicht so starker Regen.

Maila: Am Ende habe ich mich erstmal wieder aufgewärmt und bin wieder nach unten gegangen. Aber dann sehr viel später bin ich wieder hochgegangen, weil es angefangen hatte zu schütten und habe wieder mit aufgesammelt.

Samuel: Wir mussten den Behälter sogar wechseln, weil unser erster bereits voll war. Am Ende hatten wir mehr als 50 Liter Wasser eingefangen und in einen großen Behälter geschüttet.

Maila: Wir haben immer ein bisschen Wasser zum Händewaschen hingestellt und Mama hat sich sogar damit die Haare gewaschen. Samuel hat es über ihre Haare rüber geschüttet und Mama sagte dazwischen: „Es ist sehr kalt!

Skipper: Insgesamt war das eine sehr erfolgreiche Nacht: trotz Wassertank bei 0% konnten wir den hygienischen Anforderungen (so gering sie an Bord eines Segelboote auch sein mögen) in vollem Umfang entsprechen!

Wassersport bei den Scillies

Wir waren auf dem Weg von der ersten Ankerbucht zu der Hauptstadt von den Scillies (Hugh Town). Wir haben das Dinghy hinterhergeschleppt und ich saß drin. Es war eine sehr lustige und sehr waschmaschinenähnliche Fahrt. Und ein paar Mal musste ich Algen vom Ruder entfernen. Das war voll ekelig.

Papa hat dann lieberweise das Kajak für uns aufgebaut. Ich habe mir meine Badehose angezogen und Maila ihren Badeanzug. Wir sind ins Kajak gestiegen, was ziemlich wackelig war und dann sind wir losgefahren und ein bisschen zwischen den Booten vor Hugh Town durchgepaddelt. Nach einer Zeit waren wir sicher genug und sind ins Welligere gefahren. Das war super lustig. Als wir dann zurück gepaddelt sind haben wir das Kajak festgebunden und sind am Tag darauf in die nächste Ankerbucht gefahren. Da bin ich wieder mit Maila Kajak gefahren, doch nach einiger Zeit hatten wir keine Lust mehr und Mama hat uns zugerufen: „Samuel, kannst Du mit mir Kajak fahren?“

Ein nasses Vergnügen

Da sind wir wieder zum Boot gepaddelt. Ich habe mit Maila immer hinten gesessen, doch als ich mit Mama gefahren bin saß ich vorne. Direkt als Mama eingestiegen ist und sich hingesetzt hat, hat sie sofort angefangen loszuschreien. Als ich mir dann mein Paddel von Papa habe geben lassen und Mama Ihres auch von Papa bekommen hat, hat sie geschrien: „Samuel! Nicht bewegen!! Nicht atmen!!!“ Und dann natürlich, wie es kommen musste, neigte sich das Kajak nach links, weil Mama sich auf die linke Seite gelehnt hat. Ich bin mitgerutscht und dann kurz bevor das Kajak umgekippt ist, fiel ich ins Wasser. In das schönste und wärmste Wasser, das es gibt. Mama hat immer noch geschrien und ich habe nur gelacht. Dann bin ich klitschnass, mit ebenso nassem T-Shirt wieder an Bord geklettert und habe mich erneut vorne ins Kajak gesetzt. Dann sind wir zusammen Kajak gefahren… zum Glück ohne weitere Zwischenfälle.

Nach der Kajakfahrt mit Mama sind wir ins Wasser gegangen. Ich bin sofort reingesprungen, weil ich ja sowieso schon nass war. Maila ist langsam hinterher gekommen. Und Mama ganz zum Schluss. Natürlich mit Luftmatratze. Ich bin ins Wasser gesprungen, um Mama nass zu spritzen. Leider hat es nicht so ganz geklappt. Als kleine Strafe musste ich den Rumpf des Bootes so halbwegs putzen. Am Ende, als Mama und Maila bereits kalt war, bin ich mit Flossen noch zehn Runden ums Schiff geschwommen. Danach taten mir meine Fußgelenke sehr doll weh. Es war trotzdem ein schöner Tag.

Samuel