So noch nicht gesehen: Zäh gepellte Würstchen

Mittelamerika, Mai/Juni 2021

Schon klar, die Pelle einer Weißwurs(ch)t kann man nicht mitessen. Pulen oder zuzeln… tertium non datur. Aber in Frankfurter, bzw. Wiener, bzw. sonstige Würstchen kann man zumindest in Deutschland beherzt reinbeißen. Hier nicht.

Erstmals fällt es uns beim Grillen auf. Die frischen Chorizo sehen lecker aus und riechen gut. Allerdings schneiden sie sich etwas zäh. Beim ersten Bissen im Mund wird auch klar warum. Diese Pelle ist ganz offensichtlich nicht zum Verzehr geeignet. „Mit Darm oder ohne Darm?“. Am Berliner Imbiss gleichbedeutend mit „Hast Du noch eigene Zähne?“, geht es hier schlicht um elementare Genießbarkeit. Und nein, eine Chorizo vom Grill kann man nicht im Guten zuzeln!

Nun gut, das haben wir gelernt und darauf achten wir jetzt. Nächstes Mal gibt es ohnehin Hot Dog Würstchen. Da haben wir zwar auch schon interessante Variationen gesehen und gekostet. Ich sage mal so… wenn die Pelle einen Werbeaufdruck ziert, ist sie mutmaßlich nicht essbar. Diese Würstchen sehen aber aus, wie zu Hause. Doch wer (bevorzugt spanisch) lesen kann, ist klar im Vorteil.

So fällt es uns erst wieder beim ersten Bissen auf, dass die Pelle nicht viel mehr ist, als eine weitere ungenießbare Hülle. Im erhitzten Zustand ist das Abpellen wenig appetitlich. Da schon lieber gleich nach Öffnen der Verpackung ans Werk gegangen.

Handarbeit

Nun ähneln sie nicht nur geschmacklich sondern insbesondere in der Konsistenz viel mehr dem, was wir schon so oft gehen haben: zart gepellte Würstchen.

So noch nicht gesehen: Festes Spüli

Es wird kaum jemanden überraschen, dass an Bord eines Segelschiffes Abwasch anfällt. Zumindest immer dann, wenn an Bord gekocht und gegessen wird. Regelmäßige Restaurantbesuche würden die Arbeit natürlich verringern, sind bei vier hungrigen Mäulern aber auf Dauer einfach nicht finanzierbar. Auf See ist das ohnehin schlecht. Da verweigert jeder (normale) Lieferservice seine Dienste. Also abwaschen. Und nein, wir nennen den Luxus einer bordeigenen Geschirrspülmaschine – ja, so etwas gibt es! – aus verschiedenen Gründen nicht unser Eigen.

In diesem Zusammenhang ist nun hin und wieder für Nachschub an Geschirrspülmittel zu sorgen. Das ist in Supermärkten, deren Sortiment auf einer nicht fließend beherrschten Sprache basiert, nicht unbedingt trivial. Trotzdem schaffen wir es immer wieder, eine größere oder kleinere Flasche des bekannten, flüssigen Abwaschhelfers zu organisieren. Doch dann gehen wir in Costa Rica einkaufen.

Vielleicht ist das ja in der Welt weit verbreitet und wir haben bisher einfach nur nicht darauf geachtet. Für manch einen Leser mag das auch gelebter Alltag sein. Laaangweilig!!! Für uns ist diese Produktvariante jedoch neu: Geschirrspülmittel gibt es hier in fester Form!

Hat man es erst einmal kapiert ist die Auswahl groß. Wir entscheiden uns für Limon und Coconut. Die Handhabung ist denkbar einfach. Der Becher steht offen neben der Spüle, bei Bedarf geht man mal kurz mit dem Schwamm durch und schon kann man spülen, spülen, spülen. Der Skipper ist begeistert. Sehr ergiebig und keine Auslaufgefahr auf einem schwankenden Segelschiff. Der einzige Haken ist, dass es sich mit Salzwasser leider noch schlechter nutzen lässt, als ein „normales“ Flüssigspülmittel. Da kommt dann besser der Bordklassiker zum Einsatz. Aber sonst denkt der Skipper schon jetzt mit ein bisschen Wehmut an den irgendwann bevorstehenden Tag, an dem die Vorräte aufgebraucht und der Nachschub versiegt ist… an festem Spüli!

In Panama gibt es noch reichlich Nachschub!

So noch nicht gesehen: Theken-Teddys

San José, 10. Mai 2021

In der heutigen Zeit ist angemessener Abstand ein Gebot der Stunde… ach was, der Monate. Auf Bänken und an Theken sollen sich wildfremde Menschen nicht kuschelnd oder keuchend auf dem Schoß sitzen. Um für die Einhaltung einer sittlichen Distanz zu werben, gibt es verschiedene Ansätze. Am Flughafen in Ecuadors Hauptstadt Quito wurde jeder zweite Platz von einer Banderole blockiert.

Im berühmten und absolut sehenswerten Goldmuseum (Museo del Oro Precolombin) von Costa Ricas Hauptstadt San José macht man es dezenter mit gelben Aufklebern.

Unerwünschter Sitznachbar

Doch dann sind wir in San José auf dem Weg zurück ins Hotel am Restaurante Castañuelas Flamenco vorbei gekommen. Dort werden die Gäste auf ganz spezielle Art darauf hingewiesen, nicht zu dicht aufeinander zu sitzen… und das haben wir vorher so noch nicht gesehen.

Theken-Teddys…
… stilecht mit Mundschutz

So noch nicht gesehen: Pissoir on the rocks

Stehpissoirs sind zwar praktisch, aber oft nicht gerade wassersparend… insbesondere, wenn ein Defekt für ständig laufendes Nass sorgt. Seit Jahren werden daher immer öfter wasserlose Installationen angebracht. Spart Wasser, aber man muss in deren Nähe normalerweise auch SEHR flach atmen.

In Costa Rica ist uns sozusagen ein Mittelweg begegnet. Es läuft im eigentlichen Sinne kein Wasser. Dafür ist die gesamte Rinne voller Eiswürfel. Der stetige Rinnsal an Schmelzwasser sorgt für geruchsarmen Abfluss. Ganz ehrlich, das haben wir vorher so noch nicht gesehen.

Herrentoilette im La Paz Waterfall Gardens Nature Park (Costa Rica)

So noch nicht gesehen: Macheten im Supermarkt

Mehrmals haben wir in den tropischen Breiten von Süd- und Mittelamerika gehört und gesehen, dass zwei Dinge bei der Arbeiten in der Natur unverzichtbar sind: Gummistiefel (gegen Schlangen) und eine Machete.

Ersteres findet man auch in Deutschland immer mal wieder bei einer einschlägigen Aktionswoche im Supermarkt um die Ecke. Dass letzteres für gerade mal um die 4$ sogar im Standarsortiment eines Supermarktes zu finden ist, haben wir vorher so noch nicht gesehen.

Supermarkt in Bahía de Caráquez (Ecuador)

Natürlich haben wir uns auch entsprechend ausgerüstet. Vor der Rückkehr ins hinreichend reglementierte Deutschland brauchen wir uns trotzdem keine Sorgen machen. Eine Machte gilt als Werkzeug und fällt damit (z.B. im Gegensatz zu einem kleinen Butterfly-Messer) nicht unter das Waffengesetz…