Happy Birthday Samuel

19. Oktober 2021

Heute ist mein Geburtstag. Maila ist wieder 100x aufgeregter als ich und auch früher wach. Ich werde durch eine Hand geweckt, die gegen mein Gesicht patscht. Diese Hand gehört – 3x dürft ihr raten – richtig: Maila! Glücklicherweise kann ich wieder einschlafen. Zumindest so halb.

Doch kaum beginne ich irgendetwas zu träumen, als Mama, Papa und Maila singend mit zwei Kuchen in den Händen herein kommen. Einer ist ein superlecker aussehender Erdbeerkuchen, voll und ganz mit Erdbeeren übersät. Der Andere ist ein Schokokuchen, mit Blaubeeren, Himbeeren und Kiwis dekoriert. Auf dem Schokokuchen ist eine Kerze in Form einer 14 und auf dem Erdbeerkuchen eine Handvoll normaler Kerzen. Ok, es sind natürlich genau 14!

Ich ziehe mich an und quäle mich aus dem Bett. Obwohl ich noch leicht verschlafen bin, bekomme ich mit, dass der Salon schön geschmückt mit Luftballons ist. Die Kuchen stehen auf dem Tisch, direkt neben den Geschenken. Dazu gehören unter anderem die drei Smaragde, die ich mir in Kolumbien ausgesucht habe. Gerade die Rohsmaragde sind erstaunlich billig, aber trotzdem sehr hübsch. Noch einmal ganz vielen lieben Dank an meine Großeltern in Kladow und Kritzmow!

Als der Kuchen angebrochen wird, essen sich alle schnell satt. Der Kuchen ist einfach so super lecker! Darum verzichten wir auf das fürs Frühstück angedachte Omelett… fürs Erste.

Wir setzen uns ins Auto und fahren los. Das Ziel ist ein natürlicher Pool. Die Strecke hat Papa sich zuvor schon angesehen, weshalb wir problemlos den Pool erreichen. Nur leider stehen auf dem „Parkplatz“, der mehr aus pflanzenloser Landschaft besteht, dutzende Strandbuggys. Ich ahne schlimmes, gehe aber trotzdem mit zur Kante, wo eine Leiter auf die Höhe des Pools hinunterführt. Nur sind in dem Pool, wie ich es schon befürchtet habe, eine große Menge an Menschen.

Später erzählt uns Jörg, der uns den Pool empfohlen hatte, dass wir einfach hätten warten müssen. Es sei nur eine geführte Gruppe gewesen, die nach ca. 15 Minuten weitergefahren wäre. Vielleicht war es am Ende aber doch nicht schlimm, dass wir heute hier nicht baden können. Ein andermal holen wir das noch nach. Und dann lohnt es sich doppelt!

Wir kommen wieder!

Doch nun weiter. Ich bin leicht enttäuscht, weil in dem Pool eine Muräne leben soll, die ich gern gesehen hätte. Aber keine Angst, Jörg meinte, dass sie nicht größer als 30 cm lang sein soll. Zwar kann ich die Muräne nicht sehen, aber immerhin der Wunsch des Badens lässt sich erfüllen. Direkt um die Ecke des Hafens, nur zehn Fahrminuten entfernt, ist ein kleiner Strand wo wir noch hingehen. Der Strand, mit dem enorm flachen Wasser trägt den Namen Mangel Halto. Auf dem Strand finde ich auch zwei schöne große Korallenstücke.

Wir baden noch ein paar Schritte entfernt im tieferen Wasser, wo eine Treppe in das Wasser führt. Das Wasser reicht mir etwa bis zum Hals und dort kann man schwimmen.

Der Rest des Tages verläuft entspannt. Sobald wir auf der Samai zurück sind, macht Papa uns das gewünschte Frühstücksomelette und am Abend gibt es eine leckere Scharfe-Würstchensoße. Es ist trotz der kleinen Enttäuschung beim Pool ein sehr schöner Geburtstag.

Samuel

Baden in Klamotten – Samuel in der Höhle

6. September 2021

In Klamotten badet man nicht! Das sagt nun bestimmt der eine oder andere und das stimmt, das tut man nicht. Aber in diesem Fall ist es nötig. Wir, Papa und ich, wollen eine Höhlentour machen. Wir bezahlen die erforderliche Summe und bekommen ein Armband aus Papier. Zwei Pärchen kommen auch noch dazu. Da es in der Höhle dunkel ist und wir keine Lampen mithaben, kaufen wir uns vor Ort „formschöne“ orange-farbige Kopflampen. Sie sehen aus wie echte Höhlenlampen. Dazu noch Rettungswesten und einen Sturzhelm. Fertig. Aber natürlich geht es nicht ohne, selbstverständlich auf Spanisch, gehaltene Einweisung. Wird schon werden.

Wir sind bereit!

In der Höhle gibt es eine spezielle Vogelart, die wie ich später herausfand „Fettschwalm“ heißt. Sie sind nachtaktiv und sehen ähnlich aus wie ein Skua aus der Antarktis. Auch die Größe passt ungefähr. Der Fettschwalm (Steatornis caripensis), den es nur in Südamerika gibt, ist zwar ein wenig größer, aber das sieht man in der Höhle kaum.

Aber weiter. Wir gehen los. Nach 10 Minuten Fußmarsch erreichen wir unsere Unterkünfte. Und lassen sie links liegen. Wir laufen weiter. Fünf Minuten später sehen wir riesige Stalaktiten und Stalagmiten, die unter einem Bergüberhang von oben bzw. von unten wachsen. Einer der beiden Führer nimmt uns beiseite und erklärt uns in langsamem Spanisch die Entstehung von ihnen. Auch langsam verstehe ich Spanisch nicht… ;-) Plötzlich entdecke ich einen Stein, der aussieht wie ein Totenkopf. Cool.

Wir erreichen die zweite Badestelle am Fluss nach weiteren fünf Minuten, aber zum Baden bleibt keine Zeit. Die Höhle wartet. Wir biegen vom Weg ab und laufen über eine Brücke, die über den schnell fließenden Fluss verläuft, in dem wir gestern an der ersten Badestelle gebadet haben. Die Brücke ist mehr schlecht als recht und wird nur von zwei Stahlseilen gehalten, die die drei dünnen Eisenstangen stabilisieren, auf denen sich ein Maschendrahtgitter befindet. Auf letzterem laufen wir. Es ist wohl überflüssig zu erwähnen, dass die Brücke schaukelig ist und ich einmal an einer Eisenstange hängengeblieben bin. Die Haltegriffe an den Seiten sind übrigens noch weniger vertrauenswürdig als die Brücke selbst.

Aber weiter geht es. Es geht durch den Regenwald hoch, runter, hoch noch höher und wieder runter. Aktuell sieht das hier nach einer Wanderung aus, und von der Höhle fehlt jede Spur.

Die Temperaturen, die im Regenwald herrschen sind ja bereits bekannt. Aber trotzdem läuft allen Anwesenden der Schweiß hinunter. Plötzlich rutscht Papa aus und flucht. Als ich mich umdrehte, liegt er auf dem Boden. Sein linkes Bein ist abgerutscht und aufgeschrammt. Zum Glück ist er nicht den Abgrund hinunter gefallen. Nach einer kurzen Schrecksekunde laufen wir weiter. Es dauert noch gut 20 Minuten bis wir den Höhleneingang erreichen. Papa hat sein Handy aus der wasserdichten Tasche geholt und ist bereit für die ersten Fotos. Leider war es in der Höhle wirklich viel zu dunkel für viele Fotos. Die Guides erzählen uns irgendetwas auch von Bakterien, aber alles wieder nur auf Spanisch. Wir haben uns ausgeruht nach dem 50 minütigen Marsch und betreten nun die Höhle.

Durch diesen Berg führt die Höhle

Die Steine sind glatt und feucht. Am letzten Tagen hat es viel geregnet. Unsere Laufschuhe aber finden guten Halt. Das Wasser, was in die Höhle fließt, ist kalt und bräunlich von der Erde und dem Schlamm, die der Regen in die Flüsse gestoßen hat.

Wir dringen tiefer in die Höhle ein und sehen ein Tier an der Wand hängen, was den freundlichen Namen Skorpionspinne trägt. Die zurückgebliebenen Familienmitglieder wären nicht glücklich gewesen. Wir gehen weiter. Das Tageslicht lassen wir bald völlig hinter uns und erreichen eine Engstelle von ca. einem Meter Höhe. Das Wasser reicht uns nun bis zu den Knöcheln. Wir gehen weiter und kämpfen manchmal um das Gleichgewicht. Der Anblick in der Höhle ist atemberaubend. An den Wänden sind abstrakte Strukturen aus dem Stein geschliffen, die Farben der Gesteine ändert sich fortwährend und die ersten Fettschwalmnester sehen wir in Nischen zwischen den Steinen. Dann machen wir eine Fotopause, wo der Führer die Fotos macht.

Nach den Fotos, gehen wir weiter. Aber ohne Licht! Wir wurden gebeten die Lampen aus zu schalten und den Vordermann an den Schultern zu fassen. Unheimlich. Es ist stockdunkel, absolut finster als Papa, an dessen Schultern ich mich hänge, los läuft. Nicht an die Skorpionspinnen denken. Ich rutsche zweimal fast aus und dem Augenlicht beraubt, bin ich voll auf meinen Vordermann angewiesen.

Nach ein paar dutzend Metern machen wir die Lampen wieder an und sind in einer hohen Raum. Dort machen wir ein zweites Mal Fotos. Auch dort ist es wunderschön! Stalaktiten kommen von der Decke und die Formen der Steine an den Wänden sind wieder unfassbar. Uns wird geraten, alles wasserdicht zu verpacken und das tun wir natürlich auch mit Papas Handy.

Die Schuhe sind von dem Sand in der Höhle sandig geworden, was das Halten auf den rutschigen Steinen zunehmend erschwerte. Wir müssen eine kleine Wasserrutsche hinunterrutschen, um weiter zu kommen. Dabei wird der Sand glücklicher Weise abgewaschen. Die erste Hälfte der Rutsche ist glatter Stein, die andere ist freier Fall. Aber schon nach eineinhalb Metern ist wieder das Kalte Wasser und der Felsboden da. Ich stehe auf der Kante zum freien Fall, suche Halt mit dem Fuß, finde ihn, halte mich mit beiden Händen fest und suche nun auch mit dem anderen Fuß einen Halt. Ich komme nicht dazu ihn zu finden, weil mein erster Fuß abrutscht. Meine nassen Hände halten mich nicht und ich falle die eineinhalb Meter … Ich werde von glattem Stein abgefangen und rolle ins flache Wasser. Der Führer hilft mir hoch und fragt auf Spanisch ob alles in Ordnung ist. Ich nicke und es geht weiter, nun aber mit nassen Sachen. Für einen kurzen Schreck bleibt keine Zeit.

Ich habe meine Klamotten lange trocken halten können, doch nun war ich nass! Allerdings wäre ich eh nicht mehr lange trocken geblieben. Als nächstes folgen nämlich weitere kleine Wasserfälle, die man herunterspringen muss. Manche waren so flach, dass das Wasser nur bis zum Bauchnabel reichte. Andere waren so tief, dass ich dort nicht stehen kann. Zum Glück kann ich schwimmen. Und ungefähr hier hat der Gestank nach Kloake begonnen. Als ich in die Ausbuchtungen des Flusses leuchte, sehe ich Plastikmüll und noch mehr Nester des Fettschwalms.

Leider können wir selbst keine Fotos dieser schönen Vögel machen.

Kurz nach Einsetzen des Gestanks setzt ein Geschrei ein! Es war nur Eines! LAUT! Sehr laut. Erst der Geruch, der den Geruchssinn betäubt und nun das Geschrei der Fettschwalme, der das Trommelfell zum Platzen bringt. Dann sehe ich den Ersten. Sie sitzen in den Nestern und kreischen. Wir sollen sie nicht direkt anleuchten, aber wir sehen sie trotzdem, weil wir sie mit den Lampen indirekt anleuchten konnten. Es sind durchaus hübsche Tiere und sie sind auch dazu noch laut. Erwähnte ich das schon. Nach diesem Genuss gehen wir Richtung Ausgang.

Ein Wasserfall!!! Was auch sonst. Er wurde uns bereits auf dem Hinweg gezeigt, doch ich hielt es für einen Witz. War wohl doch keiner. Papa war der letzte, der an die Reihe kam und ich davor. Ein Gitter aus Seilen, wie man es vom Spielplatz kennt, wird angehoben und ich steige drauf. Das Wasser prasselt mir ins Gesicht und drückt mich herunter. Unten angekommen stelle ich mich hin und rutsche fast aus. Es ist wieder sehr glatt. Hätte ich mir eigentlich denken können! Kenne ich doch schon. Nun sind wir zwar unten, aber auf der falschen Flussseite.

Fast geschafft!
Jetzt nur noch hinüberhangeln

Eine Sicherungsleine für die Badegäste ist dort aufgespannt und an genau dieser sollen wir uns rüber hangeln. Die Hauptströmung war ziemlich am Anfang und die lustigste Etappe der ganzen Hängepartie. Mit Rettungsweste und Helm und Lampe hangeln wir uns hinüber. Die beiden Pärchen hatten deutlich mehr Probleme, als Papa und ich. Wir gehen zurück und uns werden die Papierarmbänder abgenommen. Bei unserer Lodge warten die Frauen bereits auf uns und sind gespannt auf unsere Abenteuergeschichte.

Höhlenausgang von der anderen Flussseite

Aber wir haben nur wenig Zeit. Eine Stunde später gehen wir, diesmal alle vier, zu einer zweiten Aktivität, die aber von Maila geschrieben wird.

Trotz des Geruches und des Lärms und der unbequemen Rettungsweste war der Trip super!!! Wir haben zwei Tierarten gesehen, die ich sonst nie gesehen hätte und in einer Höhle mit Klamotten zu „Baden“ war auch ein Erlebnis, das ich wahrscheinlich nie vergessen werde.

Samuel

Samuel über (unnütze?) Neuanschaffungen auf der Samai

Was? Keine Tiere? Richtig! In diesem Artikel spielen Tiere keine Rolle. Aber nun zum Thema. Wieso sollte sich die Samai Sachen anschaffen, die sie nicht braucht? Das ergibt doch keinen Sinn! Wieder richtig! Das macht keinen Sinn. Sie sind auch nicht direkt unnütz. Sie sind einfach nicht wichtig für das Boot, wie zum Beispiel eine Funkantenne.

Aber mal wieder zum Anfang. In der Nähe unseres Hafens liegt die Albrook Mall mit mehr als 700 Geschäften. Dort gibt es auch Apple Geschäfte. Maila hat vor circa eineinhalb Jahren in Brasilien meinen iPad Mini aus der Hängematte fallen lassen und das Display ist gesprungen. Wir haben ihn in eine wasserdichte Hülle gelegt, um das Display später reparieren zu lassen. Dies gelang, bis wir nach Panama gekommen sind, nicht.

In den Apple Geschäften in der Albrook Mall in Panama heißt es erstaunlicherweise, dass man nur umtauschen könne, dafür aber nur 80 Prozent des Preises für ein Neugerät bezahlen muss. Am darauf folgenden Tag wollen wir ihn nach einem Backup umtauschen, aber nichts da! Uns teilte man mit, dass es mindestens 10 Tage dauern würde, eines aus der USA herzubestellen. Aber wir können das neue iPad Air hier sofort kaufen. Das ist mir aber viel zu klobig und auch einen ganzen Zacken teurer. Die 10 Tage sind natürlich zu viel, wenn wir in etwa einer Woche durch den Panamakanal durch wollen.

Direkt gegenüber gibt es ein anderes Geschäft mit Elektronik und wir fragen dort nach. Auch sie haben keinen iPad Mini. Was für eine Überraschung! Allerdings sehen wir dort GoPros. Die Ausgaben 6 bis 9. Wir erinnern uns, dass Stefan, den wir in Galápagos kennen gelernt haben, auch eine hat, die von sich aus wasserdicht ist. Das ist sehr praktisch. Da fragen wir nach und kaufen schließlich die GoPro 9 für einen heruntergesetzten Preis. Super! Korallenriffe ich komme!

Das war unsere erste unnütze Anschaffung.

Zwar eine sehr coole, aber sie ist trotzdem irgendwie unnütz, weil wir ja auch noch eine alte GoPro haben. Zwar ist sie weder so gut noch ohne Schutzhülle wasserdicht, aber sie funktioniert trotzdem.

Uns wird in dem Laden noch ein anderer Shop empfohlen, in dem wir vielleicht den iPad Mini bekommen. Er heißt Panafoto. Alles in allem sind wir nicht begeistert und gehen erst einmal in den Supermarkt.

Danach gehen wir zur Straße, um uns Uber zu bestellen, als wir einen großen Laden an der Ecke sehen, mit den dicken Buchstaben PANAFOTO. Natürlich bitte ich Papa noch mal hineinzuschauen und er willigt ein. Wir gehen mit unserem Gepäck hin und schauen uns darin um. Sie haben zwei verschiedene iPads aber keinen Mini. Panafoto hat sehr viele Elektronik. Von Handys bis zu großen Waschmaschinen und Kühlschränken. Um das unterzubringen, sind zwei Etagen nötig.

Wir schauen mal zu den Tablets von Samsung und sehen dort zwei Modelle. Das S6 lite und das S7. Das S6 ist nicht sehr viel älter, aber nur halb so teuer. Nach einer kurzen Überlegung entscheiden wir uns für den. Er macht einen guten Eindruck und ist blau. Es muss ja nicht immer Apple sein.

Da also die zweite unnütze Anschaffung auf der Samai.

Papa schaut sich noch einmal um, bevor er zum Bezahlen geht. Dabei sieht er auch ein Fernrohr. Es ist wie das, was die Birdwatcher immer benutzen oder generell die Guides. Damit kann man unter einer tollen Vergrößerung super Fotos von Vögeln machen. Papa und ich grübeln ob wir eine der drei Möglichen mitnehmen sollen. Anfangs ist gleich klar: wenn dann das kleinste für nur knapp 160 Dollar. Die der Birdwatcher kosten über 1000 Dollar.

Nach einiger Grübelei ist die Entscheidung für das Fernrohr gefallen. Es hat einen 15-45 fachen Zoom. Cool!!!

Die dritte und letzte unnütze Neuanschaffung.

Wir bezahlen und bestellen dann unser Uber-Taxi. Wieder auf der Samai zeigen wir es dem Rest der Crew und sie freuen sich auch über die Neuanschaffungen. Bis zum heutigen Zeitpunkt haben wir das Fernrohr bereits oft verwendet und mein neues Tablet sowieso. Die GoPro ist eingerichtet und aufgeladen und wartet auf ihren ersten Einsatz unter Wasser auf den San Blas Inseln. Schon bald geht es los zu den Korallenriffen.

Samuel

Kinderaugen nachts im Dschungel

Samuel: Der Dschungel bei Nacht ist schon etwas besonderes! Es ist stockdunkel ohne eine Taschenlampe. Man erkennt seine Hand 3cm vor seinem Gesicht nicht mehr. Wer hat schon gerne eine so finstere Nacht, wenn um einen herum Giftige Tiere laufen? Keiner! Allerdings gibt es keine Probleme. Wir haben auch kaum giftige Tiere gesehen, aber der Reihe nach.

Maila: Eines Abends hat uns Rom gefragt, ob wir um die Niki Lodge ein kleinen Nachtausflug machen wollen. Es war schon stockdunkel. Trotzdem sind wir mitgegangen. Natürlich mit Taschenlampen. Drei an der Zahl. Vorher bekamen wir noch Gummistiefel für die Sicherheit und aufgrund des schlammigen Weges. Dann sind wir los. Den Anfang sollte Samuel erzählen.

Samuel: Wir sind am hinteren Ende losgegangen und haben dort schon einen Regenwurm gesehen. Beim Weitergehen in den Wald kommen wir an einem großen Netz vorbei. In ihm sind lauter kleine Punkte. Es waren alles Spinnen! Die sogenannte „soziale Spinne“. Sie baut riesige Netze und lebt dort in Gruppen von mehreren hundert Spinnentieren.

Beim Weitergehen, wo eine Palme über dem Weg hing, sagt Rom plötzlich: „Spider!“. Wir schauen dahin, wo er hinzeigt und sehen an dem Ast eine. Rom meint, dass der Biss von ihr schmerzhaft und giftig sei. Er hat das schon zweimal selber erlebt. Es ist die Bananenspinne. Beim Weitergehen sehen wir auch noch eine Wasserspinne und eine gold-glitzernde im ihrem Netz.

Wir sehen außerdem einige Grashüpfer. Sie haben wirklich riesig lange Fühler! Manche sind grün manche sind braun.

Gegen Ende dieser Nachtwanderung läuft noch eine der gefürchtetsten Spinnen einen Baum hoch. Die größte aller Spinnen, die Vogelspinne! Sie baut kein Netz. Dafür ist sie viel zu groß. Aber dafür springt sie ihre Beute an. Schnell weg!

Maila: Samuel hat mal wieder die Hälfte der Tiere die wir gesehen haben, vergessen. Ein braunes, eingerolltes Blatt auf einem schönen grünen Blatt? Da kann man schon mal genauer hinsehen. Und wirklich, das braune eingerollte Blatt ist ein Insekt. Das ist aber gut getarnt.

Gut versteckt ist auch ein grüner Frosch, der auf einem grünem Blatt sitzt. Doch trotzdem entdecken wir in. Toll anzusehen ist er. Ob er giftig ist? Das ist ungeklärt. Einen anderen Frosch entdecken wir leichter. Der ist dieses mal braun. Immer wieder haben wir nach oben geleuchtet. Vielleicht sehen wir einen Vogel?

Samuel: Die nächste Nachtwanderung war bei einem riesigen Baum. Dem größten hier heimischen Baum. Dem Kapokbaum! Wir gehen am Abend auf ihn und lauschen dem Gebrülle der Brüllaffen. Als es dunkel ist machen wir noch einen Nachtwanderung um ihn herum. Wir gehen los. Gleich zu Anfang entdecken wir nichts. Dann ein schwaches Leuchten im Schein der Taschenlampe. Wenige Augenblicke später erneut. Ein Glühwürmchen!

Eine Fledermaus flattert an uns vorbei und ein Ball sitzt auf einem Ast. Moment mal… ein Ball? Es sieht wirklich aus wie ein Plüschball, aber Rom meint, dass es sich hierbei um einen Vogel handelt, der auf einem Ast sitzt und schläft. Vögel sind auch süß, wenn sie schlafen!

Am Ende unserer Tour machen wir die Taschenlampen aus und lauschen. Es ist schon etwas gruselig! Als wir sie wider anschalten, gehen wir zurück und sehen noch ein paar Frösche sowie eine am Boden laufende, große Spinne. Wieder Am Baum sieht Rom ein Loch im Boden. Er holt einen Stock, spuckt darauf und hält ihn hinein. Ein Tarantel kommt heraus und wird fotografiert. Maila sollte die nächste Wanderung oder Seefahrt erzählen.

Maila: Wir sind in das Motorkanu gestiegen und sind losgefahren. Es ist wieder dunkel und Samuel und Papa rudern. Rom macht die Geräusche nach, die ein Kaiman macht und ihm wird sogar geantwortet. Einige Vögel und Fledermäuse fliegen auch im Licht der Taschenlampen umher. Wir fahren einige Zeit und drehen dann wieder um.

Rom leuchtet den Rand ab und sieht plötzlich eine Bewegung. Er ist ganz außer sich. Er sagt, wir sollen dorthin fahren. Ich habe dort nichts außer Gestrüpp gesehen. Aber dort angekommen sehen wir was, Rom gesehen hat. Eine knallgrüne Schlange! Er erzählt, dass sie bis zu zwei Meter lang werden und normalerweise hoch oben in den Bäumen leben. Wir haben ein Riesenglück, eine so große Boa Esmeralda so nah am Wasser zu sehen! Die Letzte Wanderung sollte dann wieder Samuel erzählen.

Samuel: Die nächste Nachtwanderung war wieder in der Niki Lodge. Dort gehen wir dieses mal tiefer in den Wald hinein. Wir sehen auch dort wieder einige Tiere. Unter anderem wieder Heuschrecken und Spinnen. Sogar ein Wespennest haben wir unter einem Blatt gesehen. Allerdings sonst keine wirklich interessante Tiere.

Maila: Ich erwähne, dass wir bei der Nachtwanderung noch mehr von den Heuschrecken gesehen haben. Wie viele gibt es von denen bitte schön im Regenwald???

Es war spannend, in den Nächten durch den Regenwald zu laufen, Spinnen, Heuschrecken und Schlangen zu sehen und natürlich den Grusel der Nacht in diesem Wald zu genießen.

Maila und Samuel finden Piranhas lecker!

5. März 2021

Samuel: Piranhas! Ja ihr habt euch nicht verlesen. Wir finden Piranhas lecker? Was soll das denn heißen? Sagen wir das nur so oder meinen wir das ernst? Wer schon länger dabei ist, wird sicher auf letzteres Tippen! Und dem ist tatsächlich so!

Es begann schon auf der längeren Fahrt zu unserem Zeltplatz. Dort hat Rom gesagt, dass wir möglicherweise Angeln gehen können. Natürlich mit selbst gebauten Angeln! Wir haben uns alle riesig darauf gefreut. Doch nun soll Maila weiter erzählen.

Maila: Wir haben zwei Arten von Angeln gebaut. Für eine brauchte man nur ein kleines Holzstück. Da hat man dann die Leine herumgewunden, die Rom dabei hatte. Köder durften auch nicht fehlen. Alle Angeln bekamen am Ende der Schnur einen Haken, wo man dann Hühnchen oder etwas anderes drauf machen konnte. (Beim Angeln habe ich immer Samuel gefragt ob er das machen könnte weil das schon etwas eklig war.) Von der Wurfangel haben wir zwei gemacht. Die andere Angel war ein längeres Holzstück, wo vorne die Leine drum gewickelt wird und runter hängt. Am Ende auch mit einem Haken versehen. Davon haben wir zwei gemacht. Den Anfang unserer Angeltour darf Samuel erzählen

Samuel: Anfangs, wo es noch regnete, blieben wir bei unserem Zeltplatz. Doch vom Motorkanu aus haben wir schon mit unserer Angeln geangelt.

Wir haben, wie von Maila beschrieben, Hühnchen an die Hacken gemacht, auf dem Wasser herum geplantscht und die Angel ins Wasser gehalten. Nestor, der indigene Motorkanufahrer hat natürlich gleich zu Anfang zwei Piranhas herausgeholt. Sie sind doch echt putzig! Aber später erfahren wir, dass es nur die kleinen sind. Die großen sind schon etwas größer.

Rom hat schließlich von Land auch noch einen gefangen und ihm seltsamerweise einen Löffel in den Mund gesteckt.

Bei uns hat es ständig gezuppelt, als wenn unser Köder abgefressen wird. Leider haben wir keinen dieser Fische herausgeholt. Es waren auch keine Piranhas. Es waren winzig kleine Fischchen, die offenbar auch gerne Hühnchen essen!Bei diesem Motorkanu-Angeln hat die Familie Gramse keinen einzigen Piranha gefangen. Leider! Doch das ändert sich bald.

Maila: Was ich noch erwähnen will, sie haben die Piranhas lebend in ein Topf getan. Das fand ich nicht so toll! Am Nachmittag sind wir dann mit Rom und Nestor rudernd etwas in die Flüsse rein. Es war entspannend ruhig. Samuel und Nestor haben gepaddelt. Es war manchmal ziemlich eng. Ich konnte die Wurfangel bei breiteren Stellen auswerfen. Leider ohne Erfolg.

Dann sind wir zu einer sehr engen Stelle gekommen und da sind wir Stecken geblieben. Dann hieß es endlich: „Angel raus!“ Ich habe weiter die Wurfangel benutzt. Rom hat nur ein Seil mit einem Haken benutzt. Nestor die andere Wurfangel. Papa und Samuel haben die Stockangeln benutzt. Mama hat gar nicht geangelt. Nestor hat ein herausgeholt.

Papa tut auch so, als ob er rudert ;-)

Plötzlich zieht Samuel an seiner Angel und daran ist ein Piranha. Die Angel ist ziemlich geschwankt, trotzdem haben wir es geschafft, den Fisch ins Boot zu holen und Samuel hat den ersten Fisch der Familie festgehalten. Natürlich haben wir dann ein Foto gemacht. Das blieb von der Familie Gramse bei diesem Angelplatz aber der einzige Erfolg.

Dann blieb mein Haken auch noch an einem Ast unter Wasser hängen. Es wurde schwierig, sie zu befreien. Als ich wieder frei war sind wir lieber weiter. Es war sowieso kein guter Angelplatz. Jetzt ist Samuel mit Erzählen dran.

Samuel: Wir sind zu einem anderen Angelplatz gefahren und haben dort wieder unsere Angeln ausgeworfen. Nach wenigen Versuchen der erste Biss bei Maila! Sie wirft die Angel hoch und der Piranha an der Angel hat einen seltsam roten Bauch. Es war ein Rotbauch-Piranha! Maila weigert sich zu Anfang natürlich den zappelnden Fisch an ihrer Angel anzufassen, um den sich so viele Horrorgeschichten wanken. Aber zur Beruhigung kann man sagen, dass vieles Quatsch ist! Piranhas sind sogar wie die Polizei und die Müllentsorgung für die Flüsse zusammen! Schließlich halte ich den Piranha für Mailas Foto. Und dann in den Eimer.

Nach einiger Zeit fange auch ich einen anderen Piranha. Wieder schnell herausgeholt und wieder zum Beweis ein Foto. Zwischendurch fängt Nestor ständig Piranhas! Seine Angel zieht die Piranhas offenbar magisch an!

Papa fängt nichts!

Maila fängt auch noch weitere Piranhas. Es ist ziemlich schwierig, dass der Piranha auch im Boot landet. Zwei an der Zahl! Ich fange dort auch noch einen Piranha. Es scheint wirklich ein guter Platz zu sein. Nun hat jeder von uns beiden drei Piranhas gefangen! Nestor ist irgendwie bei neun oder so. Rom hat auch erst zwei Piranhas geangelt! Papa liegt bei null. Mama will immer noch nicht!

Kurz bevor wir weiter fahren ruft Papa aus: „Ich habe einen Fisch!“ Alle drehen sich zu Papa um, um den Piranha zu sehen, den er geangelt hat. Aber nichts da! Er hat nämlich gar keinen Piranha! Er hat einfach nur einen kleinen Fisch, der uns ständig den Köder weggefressen hat! Aber der ganze Fisch (mit Schwanz und Kopf) war so lang wie der Haken! Wie er den wieder herausgeholt hat? Papa erzählt, dass er sich lediglich an den Kiemen verhakt hätte und das er mehr Glück als Verstand gehabt hat. Ein Foto von dem tollem Fisch machen wir auch noch.

Sieger der Herzen!!!

Wir lachen als Papa sagt, das sei „der einzig wahre Fang“!

Wir angelten in einer Einbuchtung des Flusses. Es gab dort viele kleinere Bäume und Sträucher. Schilf war auch an den Rändern zu sehen. Es war ein herrlicher Angelplatz und auch der ertragreichste! Bestimmt mehr als ein Dutzend Piranhas haben wir dort gefangen! Die meisten wieder von Nestor!

Maila: Ich bin extrem stolz auf meine Piranhas – 3 Stück! Papa hat seinen super Fisch als Köder benutzt. Leider hat sich der an einen Stock verfangen. Da war der Fisch ab. Schade! Ich und Samuel haben ja Gleichstand. Wir rudern weiter.

Es wird Abend. Der Regen hat lange aufgehört. Es ist still und idyllisch. Das einzig Blöde ist, dass jetzt langsam die Mücken kommen. Am nächsten Angelplatz, der ziemlich offen ist, hat keiner von uns (außer Nestor) etwas gefangen. Als nächstes fahren wir in eine große Lagune zu einem Baum mit Früchten, die die Haut blau färben. Rom pflückt gleich welche zum mitnehmen.

Angel raus. Schon hat Nestor den ersten Fisch. Wenig später den zweiten und so geht es weiter… na toll! Da fange ich auch einen!! Das macht vier!!!

Rein in den Topf. Nestor hat schon so viele Fische gefangen. Langsam wird es langweilig. Wir rudern zurück. Papa hat leider keinen einzigen Piranha gefangen. Die Sonne ist so gut wie untergegangen, als wir ankommen. Das Abendessen kann Samuel erzählen.

Aufgeben zählt nicht!

Samuel: Zum Abendessen gibt es zerriges Rindfleisch. Es ist kalt! Glücklicherweise machen wir ein Feuer, womit man das Fleisch aufwärmen kann. Aber Moment mal! Was ist nun mit den Piranhas? Natürlich! Sie werden in Bananenblätter gewickelt und neben das Feuer gehängt. Nestor und Rom haben sie davor ausgenommen und ausgewaschen. 24 Piranhas haben wir insgesamt gefangen! Davon haben wir zwei als Köder benutzt. Wir haben auch einige durch die Kiemen auf einen Stock gespießt und den Stock dann neben das Feuer gehalten.

Erst ausnehmen….
… dann vorbereiten…
… und ans Feuer… links im Bananenblatt, rechts am Spieß

Als die Piranhas fertig waren, haben wir auch unser Fleisch vertilgt. Nun kommt das eigentliche Hauptgericht! Die frischen Piranhas! Papa nimmt den Stock vom Feuer und gibt mir zwei Piranhas auf den Teller.

Ich beiße herzhaft in den Rücken hinein. Gerade soweit, dass ich auf die Wirbelsäule treffe. Das Piranhafleisch schmeckt herrlich! Es ist leicht fettig und doch nicht zu sehr.

LECKER!!!

Als wir alle vom Stock weg gefuttert haben werden die Bananenblätter geöffnet. Sie riechen wie die anderen geschmeckt haben! Ich beiße auch in sie hinein und stelle fest, dass sie ähnlich schmecken – ergibt bei ein und der selben Fischart einfach Sinn – aber doch anderes. Sie schmeckten auch ein super kleines bisschen nach Banane. Aber das kann auch Einbildung gewesen sein. Der Bauch, wo die Rippen auch sind, sind leicht grätig, aber der Rücken überhaupt nicht! Den kann man in einem großen Biss genießen. Die Rippen nage ich ab und versuche, dabei nicht aus Versehen eine abzubrechen. Dass ist im Mund immer unangenehm.

Auch wenn die Piranhas klein sind, sind sie doch enorm sättigend! Nach 7 Piranhas (sie sind nur etwa 10 cm lang und verdammt schlank!) bin ich dann aber satt! Es war echt ein sehr leckeres, selbst gefangenes Abendessen im Dschungel! Und was noch besser war, ich habe das Holz gesammelt, bevor der große Regen begann, was wir in dem Lagerfeuer dann verbrannt haben. Das ließ es dann noch besser schmecken. Am nächsten Tag gehen wir noch einmal raus, aber das ist jetzt wieder Mailas Teil!

Maila: Wir haben in Zelten geschlafen das war cool und aufregend. Sie waren auch etwas eng. Es passten gerade noch die Matratzen hinein. Es gab ein dunkles und eines mit Fliegengitter zum durchschauen. Ich bin ins dunkle gegangen mit Mama. Aber es geht ja jetzt um die Piranhas. Zwei Tage später sind wir, dieses mal mit dem Motor, erneut Angeln gefahren. Beim ersten Platz hat niemand etwas gefangen. Es hat nicht mal gezuppelt. Es war ziemlich eng mit Gebüsch. Auch der zweite Angelplatz lässt uns hängen. Kein Fisch! Dieses mal war es in einer Lagune. Danach sind wir in einen engen Fluss gefahren. Manchmal hat ein umgekippter Baum mehr als die Hälfte abgesperrt. Da mussten wir ganz nah an das Ufer fahren, damit wir die Stelle passieren konnten. Wir mussten uns bei so einer Stelle auch einmal ducken, weil ein Ast über dem Wasser hing.

Das wird heute wieder nichts…

Am letztem Angelplatz hat die ganze Zeit bei mir etwas gezuppelt. Da habe ich die Angel raus gezogen. Ich sah einen grauen Fisch am Hacken. Bevor ich in ins Boot holen konnte ist er allerdings abgegangen und ins Wasser gefallen. Schade! Was war das überhaupt für ein Fisch? Wir sind kurze Zeit später zurück gefahren ohne auch nur ein Fisch in unserem Topf. Das Abendmahl vor zwei Tagen war super! Ich habe an dem Abend auch Piranha gegessen, wie die ganze Familie… nicht nur Samuel. Sehr lecker!!!

Heute leider kein Erfolg!

Das war echt ein super-schönes Piranha-Angeln im Regenwald!