Begleiter der Angelito I

Galápagos-Inseln, Februar 2021

Wir sehen in Galápagos wirklich viele Tiere auf den Inseln und beim Schnorcheln. Tolle Eindrücke! Doch manche Sichtung machen wir auch von bzw. an Bord unserer Angelito I. Als erstes sind die Fregattvögel zu nennen. Dafür, dass sie exzellente Flieger sind, legen sie doch eine erstaunliche Faulheit an den Tag, wenn ein Boot vorbei kommt. Auf praktisch jeder Passage haben wir sie als blinde Passagiere an Bord.

Im Wasser begleiten uns auch mal Delfine oder man sieht Mantarochen springen. Das machen sie immer 2-3 Mal und drehen sich dabei sogar. Vermutlich wollen sie beim Aufschlag auf die Wasseroberfläche unerwünschte Parasiten von der Haut vertreiben.

Abends, also wenn wir nicht mal wieder viel zu müde sind, schauen wir noch ein bisschen hinten am Schiff raus. Die Schiffslichter leuchten über das Wasser und darin tummelt sich das Leben. Meist sehen wir nur „normale“ Fische, doch oft schwimmen auch Haie herum. Früher konnte man vor dem Frühstück noch rasch eine Runde ums Schiff schwimmen. Das ist jetzt, nach dem Einbau neuer Generatoren, nicht mehr möglich. Anscheinend senden diese Vibrationen in einer von Haien gerne wahrgenommenen Frequenz aus.

Abends sitzen auch gerne mal ein bis zwei Seelöwen auf der Plattform. Auch hier gilt wohl, dass die ebene, von Menschenhand geschaffene Fläche bequemer ist, als die meisten Steine.

Hin und wieder machen wir morgens auch einen Fund auf dieser Plattform. Da flüchtet ein Fisch vor seinem Jäger und landet auf dem Trockenen. Pech gehabt. Ein Fundstück hatte sogar doppelt Pech… so ein Parasit am Auge stelle ich mir alles andere als angenehm vor.

Vögel auf Isla Genovesa

Galápagos-Inseln, 16. Februar 2021

Über Nacht fahren wir nach Norden über den Äquator. Ziel ist Isla Genovesa, eine Vogelinsel. Keine Untertreibung. Mit dem Sonnenaufgang fahren wir, begrüßt von „Fregatti-Schwärmen“, in die große Kraterbucht auf der Südseite ein.

Quelle: Bittmann / Fugger – „Galápagos“ (mit Ergänzungen von Maja Homberger)

Schon am Strand werden wir, neben den üblichen Seelöwen, ausgesprochen gefiedert empfangen. Auf den ersten Blick erklärt Maila die Gabelschwanzmöwe zu ihrem neuen Lieblingsvogel. Es ist aber auch wirklich ein schönes Tier. Weißer Bauch, graue Flügel und aus Ihrem schwarzen Kopf stechen die rot umrandeten Augen hervor.

Dazu hat sie noch rote Füße, die sich die Möwe auch gerne mal intensiv anschaut. Frei nach dem Motto: „Sind sie noch da?“

Die Gabelschwanzmöwe ist die einzige nachtaktive Möwe. Wenn es dunkel ist, zieht es sie aufs Meer, um Kalmare zu jagen. Ein Grund dafür sind die Fregattvögel. Die gehen ihrem diebischen Geschäft nur tagsüber nach, so dass die Möwe im Morgengrauen recht angstfrei ihre Kinder füttern kann. Normalerweise legen sie zwei Eier. Herrscht jedoch aus welchem Grund auch immer Nahrungsmangel, wird spontan beschlossen, nur ein Ei zu legen. Das erhöht die Überlebenschancen des Nachwuchses.

In den Mangroven nisten überall Rotfußtölpel. Auch hier ist der Name Programm… mit dem zweiten großen Unterschied, dass der Rotfußtölpel sich im Gegensatz zu seinem blauen Verwandten an Zweigen festkrallen kann.

Was den Körper angeht, sind die meisten Rotfußtölpel eher bräunlich. Nur etwa 2% zeichnen sich durch ein weißes Federkleid aus.

Der Nistplatz in den Mangroven ist gut gewählt, bietet er doch Schutz vor den größeren Fregattvögeln. Die kommen hier nicht rein und können demnach auch nicht beim Füttern stören. Natürlich verhindert das nicht, dass sie die Tölpel ersatzweise in der Luft angehen. Wir kommen zur richtigen Zeit. Viele kleine Tölpel-Plüschbälle schauen uns neugierig aus ihren schwarzen Knopfaugen an.

Dagegen treffen wir die Nascartölpel bevorzugt am Boden an. Sie sind größer und können sich daher auch besser zur Wehr setzen.

Auch die Flora bietet interessante Eindrücke. Die gelb blühenden Kakteen haben hier weiche Stacheln. Fast schon wie Haare. Der Grund ist simpel. Es gibt niemanden, der sie frisst. Da braucht man auch keine Energie in harte Stacheln stecken. Ok, die Früchte sind vor Dawinfinken nicht sicher, doch daran würden auch harte Stacheln nichts ändern.

Das Alter junger Kakteen kann man recht gut an der Anzahl Blätter abschätzen. Einfache Regel: ein Blatt = ein Jahr. Bei älteren Kakteen ist das dagegen schwieriger, da hier die unteren Blätter zu einem Stamm verwachsen. Da bleibt nur eine Schätzung mehr oder weniger weit über 10 Jahren.

Faszinierend ist die Fortpflanzungsstrategie der roten Mangrove. Aus den Knopfsamen bilden sich längliche, bohnenförmige Sprösslinge mit Sollbruchstelle. Sie bilden im Grunde schon eine komplette kleine Pflanze mit Stiel und Blatt. Nach dem Runterfallen bleiben sie oft gleich im Sand stecken und schlagen schnell Wurzeln. Aber es macht ihnen auch nichts aus, ein Jahr mit den Gezeitenströmen zu treiben.

Hin und wieder sehen wir noch Galápagos-Spottdrosseln, Nachtreiher und große Darwinfinken. Wie schon gesagt… ein Vogelparadies.

Junger Nachtreiher
Ausgewachsener Nachtreiher
Großer Darawinfink

Am Wendepunkt unseres kleinen Spazierganges gehen wir auf Meeresgrund. Zumindest bei Hochwasser ist hier alles überflutet. An den Steinen kleben Austern und Muscheln. Die lila gefärbten sind besonders alt, kleine Galápagos-Winkerkrabben machen auf sich aufmerksam, ein paar hier besonders kleine Meerleguane laufen durch die Steine und natürlich liegen auch Seelöwen herum. Wie immer alles sehr entspannt und wenig scheu. Eine Ausnahme bildet lediglich der Steinwälzer. Der überwintert in Kanada und lernt dort, dass ein wenig Vorsicht nicht schaden kann.

Na wo ist denn die…
Galápagos-Winkerkrabbe
Kleiner Meerleguan
Steinwälzer

Zum Schnorchelausflug fahren wir heute an einen steilen Abbruch. Hier geht es schnell tief runter. Wieder sehen wir ein paar Seelöwen, dazu auch drei Meeresschildkröten, natürlich viele bunte Fische und auch einen kleinen, gelben Kugelfisch. Ganz anders als gestern, aber nicht weniger schön.

Der Nachmittagsausflug führt uns in eine andere Ecke der Isla Genovesa. Wir steuern die Prinz-Philip-Treppe an und werden natürlich wieder von Seelöwen und -bären empfangen.

An Land dann wieder – wenig überraschend – viele Vögel. Allgemein finden sich auf der Insel mehr Bindenfregattvögel. Sie zeichnen sich im Gegensatz zu den bisher öfters gesehenen Prachtfregattvögeln durch einen herzförmigen roten Kehlsack sowie teils grünliche Flügelfedern aus.

Am Boden stehen kleine Nascartölpel, die sich die Wartezeit bis zu Rückkehr der Futter bringenden Eltern vertreiben. Ganz wichtig ist das Spiel mit dem Stöckchen. Immer wieder wird es hoch geworfen und nach einer Drehung wieder aufgefangen. So lernt man den Umgang mit den später hoffentlich gefangenen Fischen. Dabei hat von den Kindern normaler Weise nur eines realistische Chancen. Die zwei Eier werden im Abstand von fünf Tagen gelegt. Entsprechend schlüpfen die Küken. Anfangs bekommen noch beide Futter gebracht, doch irgendwann wird der Schwächere aus dem Nest gedrängt. Meistens ist das der Zweitgeschlüpfte…

Bei diesem Spaziergang erzählt uns Maja auch die Geschichte der Wollsackschildlaus. Sie wurde eingeschleppt und hat sich ohne natürliche Feinde sogleich daran gemacht, ganze Abschnitte von Mangroven und anderen Pflanzen zu vernichten. Es wurde einiges versucht, um die Plage in den Griff zu bekommen, doch Abhilfe schaffte erst die „kalifornische Lösung“. Dort hatte man das gleiche Problem mit Hilfe von australischen Marienkäfern gelöst. Diese fressen die Wollsackschildlaus und sterben selbst, wenn letztere nicht mehr da ist. Nach jahrelangen Studien gab es für dieses auf Galápagos eigentlich undenkbare Vorgehen grünes Licht und es hat funktioniert. Werden heute irgendwo von einem der aufmerksamen Guides Wollsackschildläuse gemeldet, müssen nur ca. 40 dieser Marienkäfer ausgesetzt werden und das Problem hat sich in 2-3 Wochen erledigt.

An der Meerseite wachsen Algen(!) an den Bäumen…

Dann beginnt die große Suche. Wo ist die Sumpfohreule? Recht klein und perfekt getarnt hält sie sich zur Jagd vor allem am Boden auf. Zuerst finden wir Gewölle mit Kopf und Schnabel. Die Sumpfohreule frisst bevorzugt ganze Tiere. Schließlich entdeckt La Skipper das erste Exemplar regungslos neben einem Stein stehend. Die zweite Sichtung geht auf eines der Schweizer Kinder.

Suchbild mit Eule…

Was für ein Glück. Vogelfreunde und Ornithologen würden vor Neid erblassen. Aber wo auch sonst sollte man solche Beobachtungen machen können, wenn nicht auf Genovesa, der Isla de los pájaros.

Adiós!

Ausblicke am Sombrero Chino und von Isla Bartolomé

Galápagos-Inseln, 15. Februar 2021

Nach unserer ersten Nacht an Bord der Angelito I dürfen wir fast schon ausschlafen. Faktisch steigen wir erst um acht Uhr in die Zodiacs. Zum Vormittagsausflug geht es zum „Chinesischen Hut“.

Quelle: Bittmann / Fugger – „Galápagos“ (mit Ergänzungen von Maja Homberger)
Der Name kommt nicht von ungefähr!

Kaum unterwegs, sehen wir unsere ersten Galápagos-Pinguine. Immer noch auf der Südhalbkugel sind das die nördlichsten Vertreter ihrer Vogelfamilie.

Bei der nassen Landung am Strand werden wir tierisch empfangen. Ein paniertes Robbenkind, Lavareiher und Pelikane zeigen sich jedoch weitgehend desinteressiert.

Sofort fällt uns auch die Beschaffenheit des weißen Sandes und mehr noch die kleinen, weißen Steinchen auf, die sich auch später immer mal wieder finden: Korallen.

Maja führt uns über die Insel und wird nicht müde, ihren unglaublichen Wissensschatz mit uns zu teilen. Die aromatisch duftenden gelben Blüten der haarigen Galápagos-Tomaten, Wolfsmilchgewächse, kleine Ziegenkopfsamen (wer die bei Trockenheit knacken kann, der überlebt!).

Galápagos-Tomate
Ziegenkopfsamen… wohl dem, der Schuhe trägt.

Ihre Antworten kommen meist schneller als unsere Fragen. Doch wir haben ja noch fünf neugierige Kinder dabei. Denen fällt immer noch was ein und Maja nimmt die Herausforderung ihrer Fragenflut tapfer an.

Nicht verzweifeln… ist doch nur noch EINE Frage! ;-)

Der Vulkan selbst darf nicht bestiegen werden. Das liegt unter anderem auch an sich den überall durch den Untergrund ziehenden Lavatunneln. Auch in Küstennähe sehen wir mehrere, wobei sich einer davon besonders gut zum Durchkrabbeln eignet… zumindest für die kleineren Gäste.

Am Wendepunkt unseres Spaziergangs wimmelt es vor rauschender Brandung von Seelöwen, Lavaechsen und roten Klippenkrabben.

Von letzteren liegen auch immer mal wieder „T-Shirts“ herum. So nennen wir die leeren Hüllen, welche die Krabben nach ihrer Häutung zurücklassen.

Später werden wir dann noch Zeuge einer ganz besonderen Auseinandersetzung. Mitten auf dem Weg streiten sich zwei Einsiedlerkrebse um eine schützende Behausung. In der zunehmenden Hitze ist das ein gefährliches Unterfangen, insbesondere für den Verlierer. Doch Schneckenhäuser in passender Größe liegen hier auch nicht gerade rum wie Sand am Meer. Wer überleben will, muss kämpfen…

… und natürlich auch trinken!

Es wird immer heißer. Da kommt eine Abkühlung sehr gelegen. Noch vor dem Mittagessen machen wir unseren ersten Schnorchelausflug. Recht flaches Wasser, ein paar Fische, auch mal ein Seelöwe und vor allem viel Spaß.

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Am Nachmittag erreichen wir nach gut 1-stündiger Fahrt die Isla Bartolomé. Hier steht eine kleine Vulkanwanderung auf dem Programm

Quelle: Bittmann / Fugger – „Galápagos“ (mit Ergänzungen von Maja Homberger)

Das nahe liegende und doch hinreichend ferne Ziel ist der Aussichtspunkt ganz oben. Querfeldein ist dabei absolut tabu. Direkt von der Landungsstelle zieht sich ein langer Holzweg mit fast 400 Stufen am Hang entlang in die Höhe.

Dabei hatte schon der Bau dieses Weges Probleme mit sich gebracht. In dem verwendeten Holz hatten sich Ameisennester versteckt. Die eingeschleppten Tiere haben der hiesigen, spärlichen Fauna wenig überraschend nicht sehr gut getan. Inzwischen wurde der Fehler korrigiert und die wenigen verbliebenen Ameisen gehören auf die Insel. Ansonsten sehen wir abgesehen von ein paar Lavaechsen keine Tiere.

Ohnehin fragen wir uns, wie es tierisches Leben auf dieser Insel überhaupt schaffen soll. Die Landschaft ist – vorsichtig gesagt – karg. In der Landschaft verteilte Magmabomen zeugen ebenso davon, dass es sich hier um einen explosiven Vulkan handelt, wie die glitzernden Metalle und Spurenelemente.

Die wenigen Pflanzen leben vom Tau. Kleine sie schützenden Härchen sorgen dafür, dass ihre eigentlich grüne Farbe als schmutziges grau erscheint. Zudem sondern sie über ihre flachen Wurzeln Herbizide ab, damit andere Pflanzen nicht zu nahe kommen. Bei knappen Ressourcen wir mit allen Mitteln ums Überleben gekämpft. Schnelles Wachstum ist ebenso ausgeschlossen. Maja zeigt uns einen Lavakaktus (eine sogenannte „Pionierpflanze“), den sie schon seit 34 Jahren kennt. Immerhin hat er seine Größe in dieser Zeit nahezu verdoppelt.

Ein alter Bekannter!

Damit es bei all dieser Kargheit nicht zu langweilig wird, kamen ein paar Guides auf die Idee der „Geburtstagsstufe“. Entsprechend der Anzahl Tage ist der jeweilige Monatsletzte und folgende -erste an den Stufen markiert. So wandert man sich durch den Jahreskalender empor und macht an seiner ganz persönlichen Geburtstagsstufe eine besonders ausgiebige Pause.

Zugegeben zieht sich dieser Ausflug für die Kinder trotzdem etwas in die Länge. Doch sie machen tapfer mit. Endlich am Gipfel angekommen, genießen wir die grandiose Aussicht.

Da kommen wir her und da müssen wir wieder hin…

Nerd-Wissen: Die Galápagos-Inseln waren Schauplatz im Film „Master & Commander“ mit Russel Crowe. So wurde die Eröffnungsszene genau hier, auf der Isla Bartolomé gedreht. Es war das erste Mal, dass eine „Nicht-Dokumentation“ hier filmen durfte.

Der Abstieg beginnt…

Zurück am Anlandungsplatz haben es sich wieder Seelöwen bequem gemacht. Auf so einer eben planierten Treppe liegt es sich auch viel schöner als auf kantigen Steinen.

Zurück im Zodiac machen wir dann noch eine kleine Rundfahrt und werden mit Galápagos-Pinguinen und in den Felsen liegenden Seelöwen belohnt.

Zurück an Bord müssen wir erst einmal kräftig durchatmen. Was für ein ereignisreicher Tag. Wie lange sind wir jetzt schon hier? Seit gestern?? Das kann nicht sein… es fühlt sich so viel länger an. Und doch war das im Grunde doch erst der Anfang…

Willkommen in Costa Rica

Golfito, 14. April 2021

Der Rest der Nacht flackert weiter ordentlich vor sich hin. Fast rundherum leuchtet es immer mal wieder weniger oder gerne auch mal mehr auf. Doch irgendwie scheinen sie uns dann doch nicht zu mögen. Meist funkeln über uns nur die Sterne. Später leuchtet es am heftigsten direkt hinter uns… da sind wir gerade noch durchgekommen. Inzwischen ist bei jedem Aufleuchten auch deutlich Land am Horizont zu erkennen. Und dann ist da auch noch ein anderes Segelboot auf dem AIS. Wir werden es in der Marina wieder sehen.

Bitte lächeln.

Um 10 Uhr vormittags passieren wir die Einfahrt in die große Bahía Dulce hinter der Halbinsel des Nationalparks Corcovado, gut vier Stunden später stehen wir vor der Banana Bay Marina in Golfito. Nur leider ist heute noch kein Platz für uns frei. Morgen fährt ein anderes Boot ab Richtung Panama. Egal, Anker runter und um 14:45 Uhr geht (endlich) der Motor aus. Wir sind in Costa Rica.

An Backbord regnet es ein wenig.
Charly und Charleen sind einsatzbereit.

Der Empfang ist standesgemäß. Kaum stehen wir still, beginnt es heftig zu schütten. Nicht umsonst gilt Golfito als eines der feuchtesten Orte der Welt. Die Vorhersage der nächsten Tage unterscheidet sich eigentlich nur in der Regenwahrscheinlichkeit: 65-99%. Ansonsten alles ähnlich… Gewitter bei 30°C, nachts „erfrischende“ 24°C. Tagein, tagaus.

Banana Bay Marina mit Regen :-(
Banana Bay Marina ohne Regen ;-)

Kurz danach dann kommt noch ein Funkspruch von der Marina bzw. der guten Seele Gabriela. Die Immigration sei gerade vor Ort. Wenn ich rüber komme, können wir das gleich erledigen. Das aktuelle Gewitter wolle ich noch abwarten. „Perfekt!“

In der Marina fülle ich dann erst einmal für jeden von uns den online Health Pass aus. Eigentlich müsste das ja binnen drei Tage VOR Ankunft geschehen. Trotzdem kein Problem. Die generierten QR-Codes werden von den offiziellen Kollegen per Handy geprüft und schon bald leuchten alle Bilder grün auf. Keine zwei Stunden nach Ankunft sind unsere Pässe gestempelt… „Welcome to Costa Rica!“ Zoll und Hafenkapitän werden für morgen eingeplant. Alles entspannt. So kann das also auch gehen… :-)

Willkommen!!!

An dieser Stelle machen wir hier im Blog (mal wieder) einen inhaltlichen Schritt zurück. Wir berichten jetzt erst einmal weiter von unserer Rundreise in Ecuador. Irgendwie muss das aktuelle Durcheinander ja auch mal wieder auf eine einheitliche Zeitleiste gebracht werden. Sporadisch werden wir sicher auch mal aktuelle Beiträge, kleine „Lebenszeichen“ einstreuen… doch morgen geht es erst einmal wieder auf die einmaligen Galápagos-Inseln.

Neue Länder, neue Geschmäcker… Prost!

Endspurt nach Costa Rica

Nordpazifik, 13. April 2021

Ich habe mich am Vormittag doch nur mal kurz hingelegt. Beim Aufstehen traue ich meinen Augen kaum. Da sind sie wieder, die großen Pötte. Mehr als ein halbes Dutzend AIS-Signale kommen quer von links und rechts. Das ist dann wohl die nördliche Panama-Kanal-Route.

Außerdem sind wir richtig schnell unterwegs. Also nicht schnell im Sinne von schnell, sondern schnell im Sinne von schneller als bisher. Den ganzen Tag fahren wir konstant mehr als 4, teilweise sogar 5 Knoten über Grund. Damit sollte eine morgige Ankunft mit Tageslicht kein Problem sein. Trotzdem fülle ich zur Sicherheit noch fünf Kanister = 100l Diesel nach.

Am Abend heißt es wieder: „Bitte lächeln!“. Anfangs fällt das nicht schwer. Wie schon gestern leuchtet es es an Steuerbord zwar oft, aber in sicherer Entfernung. Später ist das mit dem Lächeln dann nicht mehr ganz so einfach. Das Radar zeigt eine breite Regenfront 4sm Backbord voraus. Der Blick nach draußen bringt Bestätigung. Über uns funkeln zwar noch die Sterne, doch voraus färbt sich der ansonsten dunkle Horizont tiefschwarz. Und natürlich „wetterleuchtet“ es dahinter auch. Eine kleine Kursänderung kann nicht schaden.

Natürlich mag uns der ein oder andere jetzt für naiv halten. Einer Regenfront davon zu fahren ist mit einem Fahrtenboot normalerweise ein mehr als optimistisches Unterfangen. Doch hier in Äquatornähe ist die Idee dann doch nicht soweit hergeholt. Der mangels Corioliskraft schwache Wind betrifft ja nicht nur Segelboote. Auch die großen Wolkenzellen sind erstaunlich stationär. Gerade gestern konnten wir in einiger Entfernung eine große, hoch reichende Wolke beobachten, aus der es wie aus Kübeln schüttete. Das ganze ging über ein Stunde lang. Die Wolke wurde langsam kleiner und schließlich hörte auch der Regen auf. Wetter live. Und dabei hat sich das ganze Gebilde praktisch nicht von der Stelle bewegt.

Auch die Regenfront auf unserem Radar löst sich recht schnell wieder auf. Zurück auf Kurs. Am Horizont schimmert schon der erste Lichtschein vom Land. Das herausragende Kap, durch das die Grenze zwischen Costa Rica und Panama läuft, liegt keine 20sm Steuerbord voraus. Wir halten uns links davon.

Frei nach einem meiner Lieblingsfilme (na, wer erkennt ihn?! ;-): Es sind 55sm bis Golfito, wir haben genug Diesel im Tank, ein Anlegerbier im Kühlschrank, es ist dunkel und ich trage eine Stirnlampe… Hit it!

Hinweis: Dieser Eintrag wurde per Kurzwelle/Satellitentelefon eingestellt und beinhaltet daher keine Bilder. Diese werden bei Gelegenheit nachgereicht. Nur sporadisch können wir Kommentare lesen und die zur Veröffentlichung notwendige Genehmigung erteilen. Auf Kommentare antworten können (und werden) wir jedoch erst, wenn mal wieder „richtiger“ Internetzugang besteht… das soll jedoch bitte niemanden vom Schreiben abhalten! ;-)